Leserbriefe

Eine existenzielle Reise

Mit großem Interesse habe ich die Serie von André Lorenz verfolgt (vgl. „Von der Versuchung, aus der Kirche auszutreten“ in CIG Nr. 10–15). Es war spannend und erkenntnisreich, von den verschiedenen Erfahrungen mit Kirche und den daraus gezogenen unterschiedlichen Konsequenzen – sowie deren Eindrücken auf den Autor – zu lesen.

Besonders gefreut hat mich die literarische Wiederbegegnung mit Pater Olav Hamelijnck SCJ. Ich habe ihn während seiner Tätigkeit beim Ökumenischen Kirchenzentrum in der Einkaufsmall CentrO in Oberhausen kennen und schätzen gelernt. Dort konnte man Kirche in einer Art und Weise erleben, die Mut machte. In einem authentisch ökumenischen Geist und „offen für Leib und Seele“, wie das Leitwort der Einrichtung lautete, gab es an diesem von Kommerz geprägten Ort einen Platz zum Ausruhen und Innehalten, zur Begegnung mit Gott und mit anderen Menschen. Leider haben die evangelische und katholische Stadtkirche das Kirchenzentrum, das sie noch im Jahr des Reformationsjubiläums als Leuchtturmprojekt gepriesen hatten, schon wenige Monate nach Beginn der Coronapandemie geschlossen. Eine Wiedereröffnung wurde mehrfach angekündigt, ist aber bislang noch nicht erfolgt.

In diesem Zusammenhang ist mir aufgefallen, dass in André Lorenz’ Überlegungen die ökumenische Perspektive kaum vorkam. Kann es sein, dass Ökumene zurzeit im kirchlichen wie auch im kirchlich-journalistischen Denken nur noch eine marginale Rolle spielt?

Dr. Heinrich Weyers, Mülheim a.d. Ruhr

„So ist es“ (CIG Nr. 15, S. 5) – diese lapidare, aber für Sie bedeutungsvolle Feststellung besiegelt die Entscheidung, in der römisch-katholischen Kirche zu bleiben. Das ist eine wunderbare Offenbarung und für mich das größte Ostergeschenk in diesem Jahr. Wie überhaupt diese Serie in der Fastenzeit etwas vom Schönsten und Wertvollsten im CIG war.

Sie haben es sich nicht leicht gemacht. Mit einer anerkennenswerten Ernsthaftigkeit haben Sie sich den Argumenten Ihrer Gesprächspartner gestellt und das Für und Wider eines Kirchenaustritts abgewogen – auch im Hören auf die Stimme in Ihrem Inneren.

Sie nahmen uns mit auf eine existenzielle Reise, die wie ein spirituelles Abenteuer anmutete. Die Spannung, wie Sie sich entscheiden würden, zog sich bis zum Ende hin. Und auch wir waren gleichzeitig gefordert, über unseren Standort in der Kirche, über unseren persönlichen Glauben zu reflektieren. Wir durften Sie begleiten in diesem Prozess mit unseren Gedanken und Gebeten. Sie waren nicht allein. Das ist doch ein Stück Kirche: Diese Verbundenheit, diese Glaubensgemeinschaft. Und nun dürfen wir Sie zu dieser Entscheidung, in der Kirche zu bleiben, von Herzen beglückwünschen.

Machen Sie sich keine Illusionen! Auch weiterhin werden Sie auf dem kirchlichen Feld Unkraut, Dornen und Disteln wahrnehmen; aber Sie werden mit einem geschärften Blick genauso die Blüten des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe neu entdecken.

Sr. M. Talida Rieder, München

Ermutigung und Impulse

Danke, Professor Zulehner, für die ansprechende Würdigung von Rolf Zerfaß (vgl. „Wohlklingende Saite“ in CIG Nr. 15, S. 8). Aus langer Verbundenheit kann ich all das bestätigen. Ich verdanke Rolf Zerfaß viele Anregungen, Ermutigungen und Impulse für meine Aufgaben in einer großen Organisation des Gesundheits- und Sozialwesens. Mit seiner sensiblen Verkündigung hat er vor allem die Gottesfrage wach gehalten.

Bewundernswert war sein Umgang mit den eigenen Grenzen im Alter, den ich bei Besuchen in Würzburg erleben durfte. Möge Gott sein Wirken mit der Erfüllung des Wunsches segnen, dass das österliche Lied der Kirche nicht verstummt, wie Paul Zulehner es ausdrückt.

Sr. Dr. h.c. Basina Kloos, Vallendar

Ja, auferstehen!

Den Osterartikel von Martin Werlen über die Zweite Symphonie von Gustav Mahler(vgl. „Auferstehen? Ja, auferstehen!“ in CIG Nr. 16, S. 3)habe ich mit großem Interesse gelesen. Auch hat mich beeindruckt zu erfahren, wie sehr die sogenannte Auferstehungssymphonie den Lebensweg von Bischof Erik Varden beeinflusst hat. Bei mir war es ähnlich. Die Musik und die Worte Mahlers haben die Kraft und Tiefe, ein Leben zu verändern. Er war nicht nur ein begnadeter Dirigent und Komponist, sondern auch in Philosophie, Theologie und Dichtkunst hoch begabt.

Ottfried Wallau, Siegburg

Martin Werlen hat mir aus dem Herzen gesprochen. Danke ebenso für den QR-Code, der zu der Aufnahme mit Christoph Eschenbach geführt und mir so auch musikalisch große Freude bereitet hat.

Alfred Bergrath, Düren


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