Religiöse SozialisationKindliche Gottesbilder

Kinder brauchen religiöse Sozialisation, um ihre Vorstellungen einordnen zu können.

Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken und eure Wege sind nicht meine Wege“, spricht Gott – so heißt es im Buch Jesaja. Das klingt nach einem fernen Gott, den wir nicht verstehen können. Und doch, schreibt Jesaja, lässt Gott sich finden von denen, die ihn suchen. Neugier, Sehnsucht und Anregungen bringen Menschen dazu, sich auf die Suche zu machen.

Bereits kleine Kinder tun das, wie die Rostocker Religionspädagogin Anna-Katharina Szagun in einer Studie zeigt. Darin fragt sie, „wie Gott in Kinderköpfe kommt“. Demnach verfügen die Kleinen „oft intuitiv über ein umfassendes, tiefes Gottesbild“, auch wenn sie noch nicht das Vokabular haben, um darüber zu sprechen. Kinder denken zunächst in anschaulichen Bildern: Wenn Gott alle Menschen hört, dann muss er riesige Ohren haben. Wenn es ihn schon immer gibt, dann muss er wohl alt aussehen. Wenn Gott allgegenwärtig ist, dann muss er so klein sein, dass er durch jedes Schlüsselloch passt. Allerdings entwickeln Kinder parallel dazu auch die Fähigkeit, die Bilder ihrer religiösen Vorstellungen als Analogien und Metaphern zu verstehen. „Schon Dreijährige zeigen höchst unterschiedliche Gotteskonzepte. Anregungen aus der Umwelt werden selektiv aufgenommen und verarbeitet“, heißt es in der Studie.

Um ihre Vorstellungen einordnen zu können, brauchen Kinder eine religiöse Sozialisation. Nur wenn sie in der Familie, im Religionsunterricht oder in Kindergottesdiensten in Kontakt mit biblischen Erzählungen und religiösen Festen kommen, können sie ihre Glaubens-Bilder weiterentwickeln, zum Beispiel das Bild Gottes als alter Mann mit Bart. Der Glaube bleibt dann nicht ein Leben lang ein Kinderglaube. Religiöse Erziehung und Bildung sollte „zum einen das Erfahren von spürbar gelebtem Glauben beinhalten, zum anderen klärende Anregungsimpulse“. Heike Helmchen-Menke

25. SONNTAG IM JAHRESKREIS (A), 20. SEPTEMBER 2020

1. Lesung: Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken (Jes 55,6–9).

2. Lesung: Für mich ist Christus das Leben (Phil 1,20ad–24.27a).

Evangelium: Bist du neidisch, weil ich gütig bin? (Mt 20,1–16).

An Den WErktagen

Mo., 21.9.: Hl. Matthäus, Apostel und Evangelist, Les.: Eph 4,1–7.11–13, Ev.: Mt 9,9–13.

Di., 22.9.: Dienstag der 25. Woche im Jahreskreis, Les.: Spr 21,1–6.10–13, Ev.: Lk 8,19–21.

Mi., 23.9.: Hl. Pius von Pietrelcina (Pater Pio), Ordenspriester, Les: Spr 30,5–9, Ev.: Lk 9,1–6.

Do., 24.9.: Les.: Koh 1,2–11, Ev.: Lk 9,7–9.

Fr., 25.9.: Les.: Koh 3,1–11, Ev.: Lk 9,18–22.

Sa., 26.9.: Les.: Koh 11,9–12,8, Ev.: Lk 9,43b–45; oder hl. Kosmas und hl. Damian, Ärzte, Märtyrer in Kleinasien; oder Mariengedächtnis am Samstag.

Stundengebet: Erste Psalmenwoche

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