Die Corona-Seuche macht Afrika noch ärmer

Bis zu vierzig Millionen Menschen könnten in Afrika als Folge der Corona-Krise in absolute Armut fallen. Davor warnt der Internationale Währungsfonds (IWF), der seine Wirtschaftsprognose für den Kontinent soeben nochmals stark nach unten korrigiert hat. Besonders dramatisch sei die Lage in Regionen, in denen schon vor der Seuche schlimme Verhältnisse herrschten, etwa Zimbabwe, wo es mehrere schlechte Ernten gab und nun eine Hungersnot droht. Länder wie Nigeria, die vom Öl-Export leben, leiden unter dem Preiseinbruch auf dem Weltmarkt. In anderen Gebieten, etwa in Tansania, bleiben wegen Corona die Touristen weg, oft die einzige Einnahmequelle. „Die Krise trifft einige der verletzlichsten Länder am stärksten“, sagt Abebe Aemro Selassie, IWF-Direktor für Afrika.

Zwar blieb die befürchtete gesundheitliche Katastrophe aus. Mit etwa 10000 Corona-Toten in ganz Afrika liegt diese Zahl nicht viel höher als in Deutschland (was Experten auf die jüngere Bevölkerungsstruktur zurückführen). Wirtschaftlich aber wird der Kontinent weiter zurückgeworfen als erwartet. „Der IWF spricht davon, dass die Rezession sämtliche Einkommensverbesserungen des vergangenen Jahrzehnts zunichtemachen werde“, analysieren die Journalisten Philip Plickert und Thilo Thielke in der „Frankfurter Allgemeinen“. Die Wirtschaftsleistung schrumpfe in einem Ausmaß wie zuletzt in den siebziger Jahren.

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