Zeiten ohne Kult

Zeiten ohne religiösen Kult, ohne gemeinsame Gottesdienste sind kultur- und kirchengeschichtlich keine Seltenheit. Daran erinnert der Salzburger Theologe Andreas Weiß in der Wochenzeitung „Die Furche“. Über Jahrhunderte war es für Nicht-Kleriker die Ausnahme, die Kommunion zu empfangen. Früher ging man meistens höchstens einmal im Jahr zur sogenannten Osterkommunion nach der Osterbeichte.

Aber auch in der noch weiter zurückliegenden Religionsgeschichte gab es lange kultfreie Phasen, in denen nicht gemeinsam gefeiert werden konnte, etwa während der jüdischen Babylonischen Gefangenschaft. Für Weiß gewinnt in solchen Krisenzeiten das private Gebet an Bedeutung, das, kirchlich gesehen, immer Teil eines gemeinsamen Betens ist. „Jeder Mensch kann einstimmen, selbst wenn er nicht in der Lage ist, an den Gottesdiensten teilzunehmen.“

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