Mario BottaBeten in Schönheit

Für einen zeitgenössischen Architekten, der Kirchen errichtet, stellt sich die Frage: Wie baue ich nach Pablo Picasso, nach Marcel Duchamp? „Die künstlerische Avantgarde hat die Gesellschaft geprägt. Und wir Architekten müssen verstehen, auf welche Weise die Kultur unserer Zeit auf solche Fragen antworten kann.“ Das empfiehlt der Schweizer Mario Botta in der Katholischen Nachrichten-Agentur Berufskollegen. Der Baumeister, der rund dreißig Sakralbauten entwarf, ist soeben von Kardinal Gianfranco Ravasi, dem päpstlichen Kulturminister, als positives Beispiel gewürdigt worden: Botta vermittle mit seinen religiösen Bauten ein „Gefühl der Transzendenz“.

Nach Ansicht Bottas gehören Kenntnisse aus der Geschichte, ein Gespür für Licht sowie der Wille zur Schönheit zum Rüstzeug des Architekten. „Architektur muss auch Gefühle ausdrücken und auslösen, Spiritualität, etwa beim Gebet. In einer hässlichen Kirche zu beten, fällt meiner Meinung nach schwerer.“ Zu den bekanntesten Sakralbauten Bottas gehört die Kathedrale in Évry bei Paris, die San-Giovanni-Battista-Kapelle im schweizerischen Mogno sowie die Cymbalista-Synagoge in Tel Aviv.

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