Zum Ziel hin

Der Mensch ist geschaffen dazu hin, Gott, unseren Herrn, zu loben, ihm Ehrfurcht zu erweisen und zu dienen und damit seine Seele zu retten. Die anderen Dinge auf der Erde sind auf den Menschen hin geschaffen, und zwar damit sie ihm bei der Verfolgung des Zieles helfen, zu dem hin er geschaffen ist. Hieraus folgt, dass der Mensch dieselben soweit zu gebrauchen hat, als sie ihm auf sein Ziel hin helfen, und sie so weit lassen muss, als sie ihn daran hindern.

Darum ist es notwendig, uns allen geschaffenen Dingen gegenüber gleichmütig zu verhalten in allem, was der Freiheit unseres freien Willens überlassen und nicht verboten ist.

Auf diese Weise sollen wir von unserer Seite Gesundheit nicht mehr verlangen als Krankheit, Reichtum nicht mehr als Armut, Ehre nicht mehr als Schmach, langes Leben nicht mehr als kurzes und folgerichtig so in allen übrigen Dingen. Einzig das sollen wir ersehnen und erwählen, was uns mehr zum Ziel hinführt, auf das hin wir geschaffen sind.

Ignatius von Loyola (1491–1556; in seinen Geistlichen Übungen) aus: „Glück ohne Ratgeber“ (Herder, Freiburg 2019)

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