IndienNicht so viel beten im Tadsch Mahal

Das berühmteste Bauwerk Indiens, das islamische Grabmal Tadsch Mahal, steht im Mittelpunkt eines Streits, den die indische Behörde für Archäologie mit islamischen Organisationen austrägt. In einem Urteil vom Juli hatte das oberste Gericht des Landes entschieden, dass das Denkmal in einem problematischen Zustand sei, der die Sicherheit der Besucher sowie den Schutz des historischen Gebäudes kaum noch gewährleiste. Jährlich kommen acht Millionen Menschen an diesen Ort. Die meisten sind Touristen. Muslime konnten bisher in dem Gebäude auch ihre Gebete verrichten.

Nun hat die Archäologiebehörde entschieden, in das Gebäude nur noch Muslime aus der nahegelegenen Stadt Agra zum Gebet zuzulassen – und das auch nur freitags für zwei Stunden in der Mittagszeit. Das wiederum zog die Kritik islamischer Organisationen auf sich, die diese Entscheidung als „bizarr“ bezeichneten. Dies sei ein weiterer Angriff der hindunationalistischen Regierung gegen die religiösen Minderheiten.

Der Norden Indiens wurde bis Mitte des 19. Jahrhunderts mehr als 300 Jahre lang von den islamischen Mogul-Kaisern regiert. Obwohl Islam und Hinduismus im Mogulreich in friedlicher Koexistenz lebten, sehen radikale Hindus die islamische Herrschaft bis heute als Schande und Zeit der Unterdrückung.

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