AsylAsia Bibi und der Westen

Während es über den aktuellen Aufenthaltsort der endlich freigelassenen Asia Bibi und ein mögliches Asyl immer noch widersprüchliche Nachrichten gibt, hat die politische Bewertung des Vorgangs eingesetzt. Die Wochenzeitung „Die Zeit“ erinnert daran, dass der Westen eine Mitverantwortung für das Erstarken des radikalen Islam hat. Das Blasphemiegesetz in Pakistan sei 1986 von dem Diktator Zia ul-Haq eingeführt worden. „Er war ein Protegé der USA. Über ihn leiteten sie Milliarden Dollar nach Afghanistan weiter, wo die Mudschahedin von 1979 bis 1989 gegen die sowjetischen Besatzer kämpften“, schreibt Politik-Redakteur Ulrich Ladurner. „Die USA förderten die Islamisten nach Kräften. Gotteskrieger waren im Kampf gegen gottlose Kommunisten besonders leicht zu motivieren“. Die aggressiven Massen, die zuletzt gegen die Freilassung der Christin Asia Bibi Stimmung gemacht haben, seien somit auch „eine späte, vergiftete Frucht des Kalten Kriegs“.

Der Journalist kommentiert ebenfalls das weitgehende Schweigen der Öffentlichkeit angesichts des schlimmen Schicksals der pakistanischen Christin. Ulrich Ladurner sieht darin weniger Desinteresse als vielmehr Angst. „Die Furcht vor den Islamisten hat die europäischen Hauptstädte längst erreicht… Gewalt wirkt eben.“ Rückzug sei jedoch die falsche Reaktion. „Mit dem islamistischen Mob, der sich auf den Straßen Pakistans zeigte, kann es keine Kompromisse geben. Das ist die Botschaft, die aus dem Westen kommen muss.“

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