SexskandalBabylon Hollywood

Ein berühmter amerikanischer Filmregisseur hat Schauspielerinnen sexuell missbraucht. Nun kommt ans Licht, wie Showbusiness, Unterhaltungsindustrie und Medien eine verschworene Sektengemeinschaft bilden.

Die mediale Aufregung ist groß: Ein berühmter, mächtiger Hollywood-Filmproduzent hat junge Schauspielerinnen, die sich um eine begehrte Rolle bewarben, sowie Angestellte sexuell ausgenutzt. Die Opfer, die im Lauf der Zeit als Filmdiven Berühmtheit erlangten, haben sich erst jetzt, nach mitunter jahrzehntelanger Verspätung, beklagt. Irritierend ist, dass sie schwiegen, als sie selber bereits mächtig und gesellschaftlich einflussreich waren. Auch die in den Starkult des Systems Hollywood eingebetteten Medien haben seit jeher um die Vorfälle gewusst, sagten aber kein Wort. Geheimniskrämerei und Heuchelei allerorten. Mancher Schauspieler und Regisseur wurde von seinen – bei der Tat zum Teil minderjährigen – Opfern gedeckt oder von anderer Prominenz entschuldigt. Die milliardenschwere sektenartige Verschwörungsgemeinschaft der umjubelten Filmbranche hat trotz ihrer nun geoffenbarten Doppelmoral ihren Kredit weiterhin nicht verspielt. Es wäre unvorstellbar, dass auf jene Szenerie auch nur ein Hauch jenes Hasses niedergehen würde, der sich auf die katholische Kirche nach den bekanntgewordenen Missbrauchsfällen breit entladen hat. Wieder herrscht zweierlei Maß.

Allerdings ist die allgemeine sexuelle Libertinage im Schauspiel- und Popmusikgewerbe hinlänglich bekannt. Die wievielte sogenannte Ehe ist nochmal soeben der Protagonist X oder die Protagonistin Y eingegangen, nachdem die vorherige gerade mal ein, zwei, drei Jahre gehalten hatte? Drei Kinder mit drei Männern oder mit drei Frauen – damit kann frau/man aus besagter Szene sich sogar öffentlich brüsten. Eine Bewunderer-Gemeinde hängt an ihren Lippen. Selbst ein noch so trivialer „Tatort“ muss – wie soeben – mit einer Nacktszene starten, obwohl das fürs Geschehen keinerlei Bedeutung hat. Lüsternheit als billige Bauernfängerei.

In drastischer Sprache erinnert die Offenbarung des Johannes an den Fall der großen Stadt Babylon. Ein Engel spricht: „Komm, ich zeige dir das Strafgericht über die große Hure, die an den vielen Gewässern sitzt. Denn mit ihr haben die Könige der Erde Unzucht getrieben und vom Wein ihrer Hurerei wurden die Bewohner der Erde betrunken.“ Eine Frau taucht auf, „in Purpur und Scharlach gekleidet und mit Gold, Edelsteinen und Perlen geschmückt. Sie hielt einen goldenen Becher in der Hand, der mit dem abscheulichen Schmutz ihrer Hurerei gefüllt war. Auf ihrer Stirn stand ein Name, ein geheimnisvoller Name: Babylon, die Große, die Mutter der Huren und aller Abscheulichkeiten der Welt.“ Biblische Bilder – wie eins zu eins für einen Film gemacht. Es ist die alte Sünde Sittenverfall, Gottwidrigkeit, Dekadenz – ob in Babylon Hollywood oder in Babylon Berlin. Die Bilder erträgt man, wer aber erträgt noch solch drastische biblische Worte der Wahrheit? CIG

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