Susanne Niemeyer
Autorin
Susanne Niemeyer ist meistens Hellseherin. Von ihrem Hamburger Schreibtisch hält sie Ausschau nach dem Himmel. Als freie Autorin hat sie mehrere Bücher veröffentlicht und bloggt auf freudenwort.de. Während ihrer kreativen Schreibreisen am Meer, in den Bergen und irgendwo dazwischen sammelt sie neue Ideen und inspiriert andere dazu, eigene Geschichten zu schreiben.
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Sie haben eine große Tradition von Äsop bis Wilhelm Busch: In „Tierfabeln“ geht es nicht um tierischen Ernst. Meist handeln sie augenzwinkernd von Menschen und ihren Untugenden. Und selbst wenn sie moralisch gemeint sind, wollen sie unterhaltsam sein.
Seit der ersten Ausgabe von „einfach leben“ finden sich in jedem Brief regelmäßig spirituelle Impulse, die einer großen Leserschaft immer wieder neu Mut machen, auch einen schwierigen Alltag und auch scheinbar aussichtslose Situationen im Leben zu bestehen. Die Probleme heute sind in der Tat unübersehbar.
Der oft so bedrückende Zustand der Welt ist nicht alternativlos. Wie wir auf die Welt sehen und was wir für unsere Zukunft erwarten können, hängt auch von uns selber ab. Und vor allem von unserem Tun.
Brauchen wir wirklich Abertausend Sachen? Wenn die Welt wankt, was ist dann das Wesentliche?
Wir versuchen, unser Leben festzuhalten. Tausende Fotos auf dem Handy dokumentieren, was uns wichtig war. Aber war es das wirklich?
Viele Menschen leben entweder in der Vergangenheit oder in der Zukunft. Sie überlegen ständig: War das richtig, was ich gesagt habe? Hätte ich doch anders entschieden! Wäre ich doch im Gespräch freundlicher gewesen! Wenn wir so denken, dann belastet uns die Vergangenheit und hindert uns daran, im Augenblick zu leben. Andere denken ständig an die Zukunft: Wenn ich das mache, was könnte sich daraus entwickeln? Werde ich krank und wer wird mich pflegen? Die Gedanken, was alles geschehen könnte, ziehen unsere Aufmerksamkeit von der Gegenwart weg. Es braucht Disziplin und es ist eine eigene Kunst, sich jetzt auf diesen Augenblick einzulassen. Aber das Leben wird dann leichter.
Wie Gott einen alten Schwarzmaler überzeugte
Es gibt Tage, an denen alles ins Wanken gerät. Und Nächte, in denen man sich schlaflos im Bett wälzt. In solchen Zeiten ist es gut, wenn man nicht alleingelassen wird.
Es gibt Menschen, die sagen, dass sie sonntags lieber in den Wald gehen als in die Kirche. Manche spotten darüber. Susanne Niemeyer findet, dass in solchem Spott viel Überheblichkeit mitschwingt.
Mein Zelt ist grün. Mein Zelt ist der Himmel. Meistens liegt der Himmel hinten in der Kammer, neben Werkzeugkiste und Marmeladengläsern. Ich weiß, dass er da ist, aber ich habe zu viel zu tun, um hineinzukriechen. Oder das Wetter ist zu schlecht oder ich erfinde andere Gründe, die von meiner Bequemlichkeit ablenken. Aber ich weiß: Er ist da. Dass ein Ort heilig ist, das glaube ich eigentlich nicht. Obwohl ich es glauben möchte. Weil es ein so schöner Gedanke ist, der nach Heimat schmeckt und nach Ankommen. Ein heiliger Ort, das wäre ja ein Ort, an dem mein Allerinnerstes nie allein ist. Ein Ort, an dem ich Gott treffen kann, wann ich will.
Der Wald beginnt gleich hinter der Wiese, auf der die Schafe weideten. Dort, wo die Tannen zu groß geworden sind, um noch als Weihnachtsbäume zu taugen. Auf der Wiese steht der Hof. Was nehmen wir mit? Am Ende behalten wir nur die Fotos. Auch, damit wir das andere nicht vergessen, denn der Hof war kein Bullerbü. Vielleicht hätte meiner Großmutter gefallen, was ich aufgebaut habe; kein Haus und keinen Hof, kein Korn habe ich gesät und keine Milch verkauft, aber anderes: Geschichten erfunden und Bücher geschrieben, selbstständig bin ich geworden, so wie sie es als Bäuerin war.
Nicht alle Pausen sind freiwillig. Eine plötzliche Krankheit zum Beispiel.
Wie wir unsere Lebenslust bewahren.
Ihren fröhlichen Blog nennt sie „Freudenwort“. Eine Übersetzung von „Frohbotschaft“? Susanne Niemeyer fragt dort Dinge wie: „Was würde es für einen Mittwoch im Mai bedeuten, wenn es Gott gäbe? Und was für den Rest des Lebens?“ Anlass für Rudolf Walter, solche Fragen an sie selber zu richten.
Warum es Lust macht, sich aus dem Leben im „Eigentlich-Modus“ zeitweise auszuklinken.
Ole ist drei. Und schon ein großer Lehrer. Von ihm kann man lernen, was in der Freundschaft wirklich zählt. Und dass man dazu kein Facebook braucht.
Andere meditieren. Wenn ich mich beruhigen will, schäle ich Kartoffeln. Das geht so ähnlich.
Als Gott uns aus dem Paradies warf, gab er uns ein paar Erinnerungen mit. Eine davon ist der Schlaf. Das war klug. Um das Paradies wiederzufinden, braucht man sich also nur ins Bett zu legen.
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