Kindermund tut Wahrheit kundWas, wenn Kinder uns in peinliche Situationen bringen?

Christian Hanne schreibt über die täglichen Herausforderungen des Vaterseins
Christian Hanne schreibt über die täglichen Herausforderungen des Vaterseins© excogito

Als Kita-Eltern sind Sie es bestimmt gewohnt, dass Ihr Kind Sie ab und an in Verlegenheit bringt. Zum Beispiel, wenn es in der Lautstärke eines Hamburger Fischhändlers ruft: „Der Mann da ist ganz schön dick, oder Mama?“ Oder es fragt ganz interessiert: „Die alte Frau, stirbt die bald?“ Was, wenn Kinder uns in peinliche Situationen bringen? Beides spricht zwar womöglich für eine scharfe Auffassungsgabe des Kindes, allerdings auch für ein noch nicht sonderlich stark ausgeprägtes Taktgefühl. Nun ja, wie sagt der Volksmund? Kinder und Betrunkene sagen die Wahrheit.

Aber auch als Eltern selbst werden wir oft das Ziel peinlicher Enthüllungen unserer Kinder. Beispielsweise, wenn der Postbote sachlich aufgeklärt wird: „Mein Papa kann ganz laut pupsen.“ Oder der Metzger erfährt: „Mama sitzt immer ganz lang auf dem Klo.“ Das sind allesamt – zumindest für das Kind – wichtige Informationen, die von den Beteiligten erst einmal verarbeitet werden müssen. Anstatt rot zu werden und im Boden zu versinken, empfehle ich, in diesen vermeintlich peinlichen Situationen ganz gelassen zu bleiben. Sehen Sie es einfach als Möglichkeit, mit anderen Menschen ungezwungen in Kontakt zu treten. Informiert Ihr Kind beispielsweise die Kassiererin „Meine Mama hat einen viel größeren Busen als du“, dann ist das eine ganz hervorragende Gelegenheit, sich mit anderen Kundinnen über Brustumfänge, Körbchengrößen und Qualitäts-BHs auszutauschen. Womöglich gibt es unter den Wartenden auch den ein oder anderen Mann mit einer Expertenmeinung zum Thema. Und schon haben Sie Ihren Bekanntenkreis erheblich erweitert!

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