Teambuilding mal draußen (8)

Im vorerst letzten Beitrag dieser Reihe geht es um eine Schnitzeljagd der etwas anderen Art, in die das Thema „Sicht der Kinder auf die Welt“, aber auch Inhalte Ihrer Konzeption einfließen können.

Teambuilding mal draußen
© Regina Kaute - pixelio

Kita-Teams sind angehalten, von Zeit zu Zeit das Bild vom Kind zu reflektieren, das sie in der eigenen Konzeption festgeschrieben haben und das eine der Grundlagen der täglichen Arbeit der pädagogischen Fachkräfte bildet. Dazu gehört auch, die Sicht der Kinder auf ihre Umwelt zu sehen und zu verstehen. Um dies zu erarbeiten, müssen jedoch nicht unbedingt immer anstrengende Teamsitzungen anberaumt werden. Probieren Sie es doch einmal mit einer Schnitzeljagd.

Ausgangslage

Wenn Sie Ihrem Team in auflockernder, handlungsorientierter Weise den Perspektivwechsel zur Sichtweise von Kindern ermöglichen wollen, eignet sich das hier vorgestellte Spiel ideal. Mögliche Fragen, die sich auch Kinder beim Entdecken ihrer Umwelt stellen, können Sie in diese Schnitzeljagd „einbauen“ und Ihre Mitarbeiter*innen auf diese Weise zu einer authentischen Reflexion anregen. Ganz nebenbei fördern Sie so auch die Zusammenarbeit im Team und stellen den Transfer zur pädagogischen Konzeption Ihrer Einrichtung her. Werten Sie die Schnitzeljagd am Ende gemeinsam mit gezielten Reflexionsfragen aus, damit der Transfer auf die Metaebene und dadurch der konkrete Bezug zu Ihrer pädagogischen Praxis gelingt.

Anleitung

Die etwas andere Schnitzeljagd
Material: Aufgabenblatt (auf die Kita-Umgebung abgestimmt), Smartphones von Mitarbeiter*innen, Fotoapparate aus der Kita, ein Transportbehälter pro Team, Laptop/Beamer für die Auswertung/Reflexion.
Gelände: Umkreis von ca. einem Kilometer zur Kita.
Gruppe: keine Vorgabe bezüglich Anzahl
Zeit: ca. 90 Minuten: ca. 30 Minuten für die Schnitzeljagd und ca. 60 Minuten zur Reflexion

Vorbereitung

Erstellen Sie im Vorfeld ein Aufgabenblatt, auf dem Sie verschiedenste Anweisungen an die Teams formulieren. Die Aufgaben können unter bestimmten Aspekten stehen wie beispielsweise:

  • Aufgaben zur Sinneswahrnehmung. Beispiel: Dokumentiert Geräusche/Gerüche/visuelle Eindrücke, die auch die Kinder wahrnehmen würden, wenn sie hier spazieren gingen, oder etwas, was Euch auf dem Weg zur Kita positiv/negativ auffällt.
  • Aufgaben im Zusammenhang mit Regeln. Beispiel: Welche von Erwachsenen festgelegten Regeln fallen Euch hier im Umkreis auf, die die Kinder in ihrem Explorationsdrang einschränken? Welche davon sind verhandelbar? Oder: Welche Regeln wurden hier im Umkreis mit den Kindern vereinbart? Welche Regeln halten wir selbst für unnötig?
  • Aufgaben in der Natur. Beispiel: Sammelt Gegenstände/Materialien in jeder Farbe des Regenbogens. Oder: Sammelt etwas aus Holz, Stein, Glas, Wolle oder: etwas Weiches, Hartes, Raues, Glattes oder: etwas von einem Tier oder: etwas Essbares usw.
  • Aufgaben zur Sicht von Kindern auf die Welt. Beispiel: Dokumentiert Dinge, die Kinder hier in der Umgebung faszinierend fänden, zu denen sie Fragen hätten, die sie zum Staunen brächten, die sie sammeln würden, und bringt zur Veranschaulichung einige Sachen davon mit.
  • Aufgaben zu menschengemachten Dingen. Beispiel: Dokumentiert Dinge, die der Mensch geschaffen hat und mit welchem Ziel: sowohl Dinge, die die Kinder kennen, als auch Dinge, die sie nicht kennen. Überlegt Euch, welche Fragen die Kinder dazu hätten.
  • Weitere Aufgaben: Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt.

Verlauf

Teilen Sie das Gesamtteam in mehrere, ungefähr gleich große Gruppen auf. Diese schwärmen nun mit Aufgabenblatt, Smartphone, Fotoapparat und Sammel-Behälter aus und erledigen die Aufgaben innerhalb der verabredeten Zeit. Jede Gruppe kann über die Reihenfolge der Erledigung selbst entscheiden, muss sich aber intern darüber verständigen. Weitere Vorgaben werden nicht gemacht.

Reflexion

Die gefundenen Gegenstände und Materialien werden auf einem Tisch ausgestellt und jede Gruppe stellt ihre Ergebnisse den anderen vor. Fotos werden per Laptop und Beamer auf eine (Lein-)Wand projiziert und die Gruppen formulieren ihre Gedanken zu ihren Dingen. Anschließend kommen alle Gruppen darüber ins Gespräch, was die Erkenntnisse aus dieser Schnitzeljagd für die pädagogische Arbeit im Kita-Alltag bedeuten. Mögliche Reflexionsfragen können lauten:

Thema „Perspektive der Kinder“:

  • Was bedeutet uns die Sicht der Kinder auf die Dinge und auf die Welt?
  • Wie ernsthaft fragen wir sie danach und welche Erkenntnisse/Konsequenzen ziehen wir daraus?
  • Hat sich meine eigene Sicht dadurch geändert? Ist mir irgendetwas klar geworden?
  • Wie sehen Kinder die direkte Umgebung jenseits des Kita-Zauns?
  • Wie könnten wir Ausflüge und Spaziergänge daraufhin verändern?
Thema „Zusammenarbeit im Team“:
  • Wie hat die Bewältigung der Aufgaben in unserer kleinen Gruppe geklappt?
  • Wie haben wir uns abgestimmt?
  • Wann waren wir nicht einer Meinung? Warum?

Varianten

Sie können das Aufgabenblatt selbstverständlich auch von den Kleinteams selbst erstellen lassen und geben nur ganz allgemein das übergeordnete Thema vor. Die Kleinteams können beispielsweise auch gegenseitig die Aufgaben formulieren.

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