„Subtile Signale werden leicht übersehen“Susanne Viernickel über kindlichen Stress und emotionales Wohlbefinden

Wie geht es jungen Kindern in der Kita? Das Forschungsprojekt StimtS untersucht, welche Kita-Bedingungen sich auf das Verhalten und Wohlbefinden von 1- und 2-jährigen Kindern auswirken. Feinzeichen, auf die pädagogische Fachkräfte besonders achten sollten.

Subtile Signale werden leicht übersehen
© Barbara Fahle, Frankfurt a. M.

kindergarten heute: Frau Viernickel, wann ist die Kita ein Wohlfühlort für Kleinstkinder?
Wenn sich ein Kind darauf verlassen kann, dass seine Anliegen gehört, gesehen und seine Bedürfnisse befriedigt werden. Wenn es seinen vitalen Impulsen zu Spiel und Exploration nachgehen kann und sich hierbei als kompetent und selbstwirksam erlebt. Wenn es von vertrauten Personen Unterstützung, Rückhalt oder Trost in Situationen erfährt, in denen es sich selbst nicht helfen oder regulieren kann. Und wenn es über diese individuellen Anliegen hinaus das Gefühl entwickeln kann, Teil einer sozialen Gemeinschaft zu sein, in der es anerkannt und gemocht wird.

Wie lässt es sich wissenschaftlich erfassen, ob es ihnen gut geht?
Diese Frage ist nicht so einfach zu beantworten. In vielen wissenschaftlichen Fachbeiträgen ist die Rede davon, dass kindliches Wohlbefinden – meist neben anderen Variablen – mit untersucht wurde. Schaut man aber genauer hin, bleibt davon häufig nicht viel übrig. Es geht dann eher um den sozial-emotionalen Entwicklungsstand, oder Eltern bzw. pädagogische Fachkräfte werden gefragt, ob das Kind gern die Kita besucht. 1- bis 2-jährige Kinder können sprachlich noch nicht Auskunft darüber geben, wie es ihnen geht und was sie vielleicht stört.

Welche wissenschaftlichen Ansätze gibt es?
Im Grunde gibt es drei Ansätze, um kindliches Wohlbefinden oder Stress in diesem Alter empirisch zu erfassen: Am einfachsten ist es, die erwachsenen Bezugspersonen zu befragen. Dieser Ansatz ist jedoch fehleranfällig. Wir wissen, dass hier subjektive Bewertungen abgegeben werden, die u. U. stärker vom Empfinden der befragten Person beeinflusst sind, als dass sie zuverlässige Aussagen über das Kind erlauben. Je nach Auskunftsperson können diese indirekt erhobenen Daten auch stark voneinander abweichen. Eine zweite Möglichkeit ist die Messung physischer Parameter. Stress wird in der Forschung häufig an der Herzfrequenz oder am Hormon Cortisol abgelesen. Eine Schwierigkeit liegt darin, dass die Cortisol-Konzentration im Speichel durch Faktoren wie Mahlzeiten oder Schlafverhalten beeinflusst wird. Zudem können von ihr keine direkten Rückschlüsse auf das Stresserleben und schon gar nicht auf chronischen Stress gezogen werden.
Als dritter Ansatz werden systematische Beobachtungsverfahren eingesetzt. Einige der Verfahren fokussieren das kindliche Wohlbefinden zwar nicht direkt, bewerten jedoch das Interaktionsverhalten der pädagogischen Bezugspersonen (z. B. unter dem Aspekt Feinfühligkeit bzw. Zugewandtheit) daraufhin, ob es potenziell zum Wohlbefinden der Kinder beiträgt oder nicht. Andere Ansätze beruhen auf direkter, systematischer Beobachtung der Kinder über kürzere oder längere Zeit und registrieren diejenigen Verhaltensweisen, die Rückschlüsse auf Wohlbefinden bzw. Stress zulassen. Diesen Weg sind wir in unserem Forschungsprojekt StimtS gegangen.

Wie sind Sie genau vorgegangen?
Für unser Projekt haben wir 130 Kinder in Berliner Kitas vormittags in der Freispielzeit videografiert. Für die Auswertung hinsichtlich des psychosozialen Wohlbefindens der 12 bis 36 Monate alten Kinder hat das Forscherinnenteam im ersten Projektjahr intensiv an einem theoretisch fundierten, standardisierten Beobachtungsverfahren gearbeitet. Wir haben vier Dimensionen kindlichen Wohlbefindens definiert, in Skalen1 überführt, in Beobachtungsmanualen beschrieben und um videografierte Ankerbeispiele ergänzt (siehe hierzu Kasten unten). Damit hoffen wir, besser zu verstehen, wie die einzelnen Aspekte zusammenwirken – auch, um nicht nur oberflächlich, sondern wissenschaftlich fundiert und begründet von hohem oder geringem Wohlbefinden sprechen zu können.

Forschungsprojekt StimtS

Das Projekt StimtS untersucht, welche pädagogischen Bedingungen notwendig sind, damit der Besuch einer Kita für 1- und 2-jährige Kinder Stimulation – und nicht Stress – bedeutet. Dabei berücksichtigt es die unterschiedlichen Organisationskonzepte, nach denen Kitas heute arbeiten. Mit den vier Skalen Aktivierung von Bildungspotenzialen, Soziale Teilhabe, Emotionaler Ausdruck und Emotionale Sicherheit gelang es den Forscher* innen, im kindlichen Spiel-, Interaktions- und Ausdrucksverhalten Hinweise auf Wohlbefinden, Unwohlsein und Stress systematisch zu identifizieren. Der Bereich „Emotionaler Ausdruck“ z. B. wurde anhand von Beobachtungen der Körperhaltung, Stimme und Mimik bewertet. Das kindliche Ausdrucksverhalten wurde dann fortlaufend einer von vier Emotionskategorien zugeordnet. So konnten sie Anzahl und Dauer der Phasen bestimmen, in denen ein Kind entspannt und zufrieden, niedergeschlagen, freudig oder negativ erregt war. Ebenso werden individuelle Muster sozialer Teilhabe nachvollzogen: Einige Kinder beobachten das Geschehen um sich herum oder versuchen, sich anderen anzunähern. Andere sind häufiger und länger in Gruppenaktivitäten oder Interaktionen mit den Fachkräften, während wieder andere stärker auf sich und ihr Spiel fokussiert sind und wenig Interesse an sozialem Austausch zeigen. Jedes Kind wurde also nicht nur einmal, sondern viermal beobachtet – immer aus anderer Perspektive. Damit liegen jetzt viele hochkomplexe Informationen darüber vor, welches emotionale Ausdrucksverhalten die Kinder zeigten, wie stark sie in soziale Austauschprozesse involviert waren, wie häufig sie bei Fachkräften und anderen Kindern emotionale Unterstützung suchten oder erhielten und wie engagiert sie in mehr oder weniger herausfordernde Aktivitäten involviert waren. Projektbeschreibung und Ergebnisse unter www.ifaf-berlin.de/projekte/stimts

Welche Signale senden Kinder denn aus, wenn sie sich unwohl oder gestresst fühlen?
Schon Säuglinge zeigen durch ihr Verhalten, wie es ihnen geht und ob sie das, was sie gerade erleben, genießen oder ob es sie stört bzw. überfordert. Sie wenden den Blick oder das Köpfchen ab, wenn es zu einer Reizüberflutung kommt. Um Abwehr oder Angst auszudrücken, versteifen sie ihren Körper oder überstrecken ihn. Oder sie rudern mit Armen und Beinen, wenn ihre Regulationsfähigkeit überfordert ist. Eindeutiger Hinweis auf Unwohlsein oder Stress ist natürlich das Weinen, wobei die Art des Weinens auch etwas über die Ursachen verrät – wenn man den Säugling gut kennt. Zufriedene Babys haben einen entspannten oder leicht aktivierten Muskeltonus. Sie beobachten aufmerksam ihre Umwelt, suchen Blickkontakt und brabbeln vielleicht noch dazu. Wie bei Säuglingen kann man auch bei Kleinstkindern an der Mimik, Gestik und Körperhaltung bzw. -spannung auf den emotionalen Zustand rückschließen.

Woran erkennen pädagogische Fachkräfte, ob sich ein Kind wohlfühlt?
Wohlbefinden, Unwohlsein und Stress lassen sich in entsprechenden Situationen vor allem an Signalen im Verhalten und Emotionsausdruck festmachen. Bei Kleinstkindern nennt man diese auch „Feinzeichen“. Darüber hinaus ist auf jeden Fall das Verhalten der Kinder in Schlüsselsituationen zu registrieren, etwa morgens beim Ankommen, in intimen Körperpflegesituationen, bei den Mahlzeiten, der Mittagsruhe und den Mikrotransitionen im Tagesverlauf. Ein Kind, das sich in der Lebenswelt Kita wohlfühlt, wirkt in solchen Situationen nicht überfordert oder wehrt sich dagegen. Es lässt sie auch nicht nur über sich ergehen, sondern nimmt einen aktiven Part ein. Das heißt, dass es deutlich bekundet, wenn ihm etwas nicht gefällt: Dass es z. B. bestimmtes Essen ablehnt oder darauf besteht, keine Jacke anzuziehen, wenn es ins Außengelände geht. Selbstverständlich variiert kindliches Verhalten unter bestimmten Faktoren und ist nicht jeden Tag identisch. Hier ist dann einzuordnen, ob es sich um eine momentane Befindlichkeit handelt, vielleicht infolge einer schlechten Nacht, einer Erkältung, eines Entwicklungsschubs oder um den Ausdruck eines tiefergehenden Unwohlseins bezüglich der Kita-Abläufe. Auf Wohlbefinden deutet hin, wenn ein Kind regelmäßig vertieft bzw. intensiv spielt und exploriert, also phasenweise wie vom Spiel absorbiert erscheint oder voll Energie an seine Grenzen geht. Das erinnert an die Lerndispositionen im Konzept der Bildungs- und Lerngeschichten, was kein Zufall ist. Denn wir haben uns bei der Entwicklung unseres Beobachtungsverfahrens auch intensiv mit dem dortigen Lernbegriff auseinandergesetzt.

Auf welche Signale sollten Fachkräfte ein besonderes Augenmerk legen?
Abgesehen von eindeutigen Ausdrucksformen wie Jammern, Weinen oder Schreien bzw. Lachen, Juchzen oder fröhlichem Plappern gibt es auch bei ihnen subtile Signale von Unwohlsein oder Stress, die leicht übersehen werden. Wenn junge Kinder z. B. müde werden oder in Überforderung geraten, versuchen sie, sich selbst zu regulieren: Sie fordern den Schnuller oder das Fläschchen, suchen Körperkontakt, machen Schaukelbewegungen, beginnen, am Finger oder an der Hand zu lutschen oder nesteln an ihrer Kleidung oder den Haaren. Abwehr drücken Kleinstkinder häufig mimisch oder gestisch aus: Sie verziehen das Gesicht, pressen die Lippen zusammen, weichen körperlich zurück, versteifen sich oder erscheinen in den Bewegungen gehemmt. Um zu entschlüsseln, was Babys und Kleinstkinder auf diese Weise mitteilen wollen, reicht Theoriewissen nicht aus. Man muss sich sowohl im sensiblen Beobachten der „Feinzeichen“ üben als auch bemühen, jedes Kind und seine Ausdrucksweisen individuell kennenzulernen.

Welche Rolle spielt dabei die Interaktion mit anderen?
Zentraler Aspekt ist die Qualität der sozialen Beziehungen: Wendet sich das Kind vertrauensvoll an (mindestens!) eine pädagogische Fachkraft, wenn es Unterstützung, Trost oder Zuspruch benötigt? Teilt es sich gern mit, indem es Dinge zeigt, fordert oder bringt? Findet es in den sozialen Kontakt mit anderen Kindern? Orientiert es sich im Spiel auf sie und sucht die Kommunikation? Dann können Sie davon ausgehen, dass ein wichtiges psychisches Grundbedürfnis, nämlich soziale Eingebundenheit, nicht zu kurz kommt, was wiederum das Wohlbefinden erhöht.

Welchen Einfluss haben andere Kinder und die Gruppe?
Man sollte den Einfluss der Peers und der Gruppe mit ihrer ganz eigenen Dynamik nicht unterschätzen. Kinder interessieren sich schon früh, bereits vor Vollendung des 1. Lebensjahrs, für ihre Peers und nehmen sie als potenzielle Interaktions- und Spielpartner*innen wahr. Im 2. Lebensjahr finden sie vielfältige Wege, in Kontakt zu kommen und zu bleiben. Beispielsweise tragen auch das gegenseitige Imitieren sowie das Teilen positiver Emotionen zum Wohlbefinden bei. Denken Sie nur an zwei Kleinstkinder, die auf einer Matratze hopsen, sich immer wieder fallen lassen und dabei köstlich amüsieren. Vor allem stabile Gruppengefüge bilden in Ergänzung zur Erwachsenen-Kind-Beziehung eine vertraute und damit Sicherheit gebende Basis für Spiel und Exploration. Andere Kinder inspirieren dazu, Neues zu erproben, sich etwas zuzutrauen und so Kompetenz und Selbstwirksamkeit zu erleben – zwei wichtige Elemente kindlichen Wohlbefindens. Bereits 1- und 2-Jährige gehen Beziehungen ein, für die sogar Merkmale von Freundschaft wie Zuneigung oder demonstrative Zusammengehörigkeit und Exklusivität nachgewiesen wurden. Erlebte Anerkennung, Zuneigung und Bestätigung in sozialen Beziehungen wiederum führen zu gesteigertem Wohlbefinden.

Welche Erfahrungen führen bei Kindern dazu, dass sie Stress empfinden?
Stress kann darauf zurückgeführt werden, dass nicht genügend Ressourcen oder angemessene Handlungsstrategien verfügbar sind, um eine spezifische Anforderungssituation zu bewältigen. Je jünger ein Kind ist, desto stärker ist es bei der Bewältigung von Herausforderungen noch darauf angewiesen, dass eine erwachsene Bezugsperson ko-reguliert und unterstützt – sowohl bei emotionaler Erregung als auch zur Erreichung bestimmter Ziele. Erfährt es hier keinen emotionalen Rückhalt, tritt Stress ein. Auch äußere Umstände beeinflussen kindliches Stresserleben. Verlässlichkeit und Orientierung, d. h. Vertrautheit mit Personen und ihren Reaktionen, mit Räumen sowie mit wiederkehrenden Abläufen vermindern Stress. Eine Missachtung des emotionalen Grundbedürfnisses nach Anerkennung der eigenen Persönlichkeit, nach regelmäßig erfahrener sozialer Einbindung sowie erlebter Kompetenz und Autonomie kann zu chronischem Stress führen.

Wie können pädagogische Fachkräfte kindliches Wohlbefinden unterstützen bzw. sichern?
Erster wichtiger Schritt ist die Bewusstmachung, wie bedeutsam tägliche Erfahrungen für das Wohlbefinden von Kindern sind und welche Mitverantwortung Fachkräfte dafür tragen. Daran schließen sich – allein oder besser im Team – die Schulung der eigenen Wahrnehmung von kindlichen Signalen und Dynamiken in der Kindergruppe sowie die Reflexion des eigenen Verhaltens an, z. B. zu bestimmten Kindern (siehe Kasten S. 18).

Welche Kinder brauchen besondere Aufmerksamkeit?
Gerade jüngere oder zurückhaltende Kinder brauchen Aufmerksamkeit und Unterstützung, damit ihre Bedürfnisse im Gruppenalltag nicht untergehen und sie in Kontakt mit anderen Kindern kommen. Raumgestaltung und Materialangebot tragen auch ihren Teil bei: Finden die Kinder interessante und herausfordernde Spielmaterialien? Können sie ihrem Bewegungsdrang nachkommen? Finden sie Orte, an denen sie sich ausruhen oder konzentriert ihren Aktivitäten widmen können, ohne ständig abgelenkt zu werden? Über die Kita hinaus sollte die familiäre Situation eines Kindes berücksichtigt werden, wenn es häufige und deutliche Anzeichen von Unwohlsein oder Stress zeigt. Vielleicht liegen Gründe vor, die diesem Kind die Trennung von den Eltern bzw. gutes Ankommen in der Kita erschweren. Kindliches Wohlbefinden im Blick zu haben und zu gewährleisten, bedeutet also, nicht nur das Kind, sondern auch seinen Kontext zu betrachten.

Welche Rolle spielen die Corona-Maßnahmen?
Meines Erachtens waren die Veränderungen durch Corona besonders deshalb belastend für sehr junge Kinder, weil häufig Verunsicherung, Hilflosigkeit und Angst ihrer engsten Bezugspersonen damit einhergingen – bis hin zu (temporären) Beziehungsabbrüchen durch ernsthafte Erkrankungen oder Kita-Schließungen. Wenn diejenigen, die sonst Sicherheit und Halt geben, selbst gestresst sind und leiden, wird es für die Psyche der Kleinsten eng. Hinzu kommen die Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen, die ja selbst für uns Erwachsene im sozialen Miteinander irritierend und einschränkend wirken. Für junge Kinder, die keine Möglichkeit haben, die Gründe für solche Veränderungen kognitiv nachzuvollziehen, dürften sie noch befremdlicher und beängstigender sein. Zudem mussten vertraute Gruppenkonstellationen oft aufgegeben werden, sodass die Kinder von ihren vertrauten Spielpartner*innen getrennt wurden.

Was bereitet Ihnen dabei Sorge?
Wir sehen anhand erster Ergebnisse von medizinischen und psychologischen Studien die Folgen der Corona-Krise. Erneut trifft es Kinder aus Familien mit geringen Ressourcen besonders hart: Sie haben ein höheres Risiko, in ihrer Entwicklung zurückgeworfen zu werden und psychische Belastungssymptome zu entwickeln. Letzteres auch, weil sie angesichts elterlicher Überforderung einem höheren Risiko von Vernachlässigung und Misshandlung ausgesetzt waren. Ich befürchte, dass dies das Auseinanderdriften der Bildungs- und Lebenschancen von Kindern in Deutschland noch weiter vorantreibt.

Sehen Sie eventuell auch positive Auswirkungen der Corona-Zeit?
Positiv ist nur, dass noch mal deutlich wurde: Gute Kitas sind systemrelevant! Und zwar nicht nur, weil sie Eltern dabei unterstützen, eine gute Balance zwischen Familien- und Erwerbsarbeit zu finden, sondern vor allem, weil sie für Kinder – auch schon für 1- und 2-Jährige – ein Lebensort sind, an dem ihre zentralen Bedürfnisse befriedigt werden und an dem sie entwicklungsrelevante Erfahrungen machen. Eine zweite Botschaft hat durch die Pandemie an Aktualität gewonnen: Für gute Kitas braucht es genügend und gut qualifiziertes Personal. Schon vor Corona haben die Kolleg* innen unter schwierigen Bedingungen viel geleistet. Nach über eineinhalb Jahren Ausnahmezustand sind sie jetzt am Rande ihrer Kräfte, wenn nicht darüber hinaus. Ich mache mir Sorgen, wie es mit dem System Kita weitergeht: ob wir die Qualifikations- und Qualitätsstandards – die wissenschaftlich belegt für die angemessene Förderung der Kinder und Gewährleistung ihres Wohlbefindens nötig sind – halten bzw. erreichen oder ob diese dem weiteren quantitativen Ausbau und der Personalgewinnung geopfert werden.

Reflexionsfragen zum Wohlbefinden von Kindern2

  • Was brauchen Kinder in den ersten Lebensjahren? Woran können wir das erkennen?
  • Welchen emotionalen Ausdruck zeigen die Kinder in unserer Obhut? Gibt es Kinder, die häufiger niedergeschlagen, antriebslos oder wütend und aufgebracht sind? Gibt es Kinder, die häufiger starke Ängste zeigen?
  • Welche (non-)verbalen Signale nehmen wir wahr? Verstehen wir, was die Kinder uns mitteilen möchten?
  • Wie reagieren wir auf kindliche Signale?
  • Wofür interessieren sich einzelne Kinder besonders? Wann sind sie besonders engagiert oder in ihr Spiel vertieft?
  • Inwieweit nehmen die Kinder am Gruppengeschehen teil? Gibt es Kinder, die meist für sich allein sind?
  • Sind besonders häufige Kontakte oder besondere Beziehungen zwischen einzelnen Kindern beobachtbar?
  • (Wie) gelingt es uns, das Wohlbefinden aller Kinder zuverlässig im Blick zu behalten?

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