Trauma

"Gewalterlebnisse, fehlendes Einfühlungsvermögen seitens wichtiger Bezugspersonen, dauerhafte Frustrationserlebnisse oder ähnliche Ereignisse können bei Kindern zu einem psychischen Trauma (griech. trauma = Wunde) führen, wenn diese Ereignisse unverarbeitet bleiben. Levine/Kline (2007, S. 21 ff .) beschreiben, dass bei einem traumatischen Erlebnis die neurologischen Muster bei einem Menschen stark verändert werden. Die Kinder sind aufgrund der Intensität der Ereignisse nicht in der Lage, diese zu verarbeiten. Neugeborene, Säuglinge und sehr kleine Kinder leiden am meisten unter einem Trauma. Dabei spielt nach Levine/Kline die Reaktion im Menschen bzw. in seinem Nervensystem eine wichtigere Rolle als der eigentliche Auslöser. Aufgrund eines Traumas können psychische, gesundheitliche und soziale Störungen entstehen. Levine und Kline nennen folgende Ursachen für Traumata bei Kindern:

  • Unfälle und Stürze
  • medizinische und operative Eingriffe
  • Gewalthandlungen/Angriffe
  • Verlust (Trennung, Scheidung, Tod, Verlorengehen)
  • umgebungsbedingte Stressfaktoren (z. B. Hitze für Kleinkinder, Donner) und Naturkatastrophen.

Die Symptome können sich bei Kindern vielfältig zeigen. Verhaltensauffälligkeiten und Aufmerksamkeitsstörungen können mit einem kindlichen Trauma in einem Zusammenhang stehen. In einer Kindertageseinrichtung sollte nicht vorschnell aufgrund von beobachteten Symptomen auf ein Trauma geschlossen werden. Haben Erzieherinnen den begründeten Verdacht, dass ein Kind unter einem Trauma leidet, so sollte ruhig und überlegt reagiert werden. Auf jeden Fall ist bei einem Verdacht Beratung und Unterstützung von außen hinzuzuziehen. Ggf. sind Kinderschutzaufgaben wahrzunehmen."

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