Kooperation zwischen Universität Potsdam und Jüdischer Universität BudapestMinisterin Schüle betont Rolle der Theologie

Brandenburgs Wissenschaftsministerin Manja Schüle (SPD) hat eine Lanze für die Theologie als akademischem Fach gebrochen. Die Theologie sei eine „unentbehrliche Disziplin für die Religionsgemeinschaften selbst, für den akademischen geistigen Austausch im Gesamten und für die Prävention von religiösem Dogmatismus“, sagte sie am 28. Februar bei einem Festakt der Jüdischen Universität Budapest. Geistliche bekämen im Studium analytisches Werkzeug an die Hand, um sich fundiert mit der eigenen Religion auseinanderzusetzen, Wichtiges von Unwichtigem zu unterscheiden. „Das meint auch, essenzielle Glaubensinhalte von zeitbedingten und damit änderbaren Formen und Überzeugungen zu trennen“, betonte Schüle. Das sei unsagbar wichtig. „Wo solch eine geistliche Führung nicht vorhanden ist, besteht ein erhöhtes Risiko fundamentalistischer Verkrustung und weltflüchtiger Absonderung.“

Anlass für den Festakt in Budapest war die Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung zwischen der Universität Potsdam und der Jüdischen Universität. Der Tübinger Religionswissenschaftler Stefan Schreiner und der Potsdamer Theologe Walter Homolka erhielten zudem die Ehrendoktorwürde der Jüdischen Universität. Wissenschaftspolitische Bedeutung erhielt die Vertragsunterzeichnung vor dem Hintergrund der Versuche der Regierung Viktor Orbán zur Einschränkung der Freiheit von Forschung und Lehre. „Frei miteinander Umgang pflegen zu können, einander kennenlernen und voneinander zu lernen, sich von ungekannten Traditionen bereichern zu lassen, offen und angstfrei – das ist in unserem europäischen Grundverständnis verbrieft, kulturell wie rechtlich“, betonte die Ministerin. „Die Autonomie von Universitäten und Religionsgemeinschaften ist eine unverhandelbare Bestimmung der europäischen Grundrechtecharta.“ Benjamin Lassiwe

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