Synodaler WegKardinal Kurt Koch relativiert Vorwürfe

Vatikan
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Öffentlicher Widerspruch zu Äußerungen anderer Amtsträger ist in der Kirche immer noch selten. Mit scharfen Worten hat der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Georg Bätzing, am Ende der Herbstvollversammlung im Namen seiner Mitbrüder Kardinal Kurt Koch, Präsident des Einheitsrats in Rom, zu einer Entschuldigung aufgefordert. Koch hatte in einem Interview mit der „Tagespost“ den theologischen Ansatz des Synodalen Wegs, wie er im Orientierungstext vorgelegt wurde (vgl. dieses Heft, 49–51), mit den Verirrungen der Deutschen Christen während der Zeit des Nationalsozialismus verglichen. Es irritiere ihn, dass mit Verweis auf die „Zeichen der Zeit“ neben den beiden Offenbarungsquellen Schrift und Tradition neue Quellen angenommen werden. Es „erschreckt mich, dass dies – wieder – in Deutschland geschieht. Denn diese Erscheinung hat es bereits während der nationalsozialistischen Diktatur gegeben, als die sogenannten Deutschen Christen Gottes neue Offenbarung in Blut und Boden und im Aufstieg Hitlers gesehen haben“, so Koch wörtlich.

In einer Stellungnahme noch am selben Abend betonte Koch, dass er den Synodalen Weg nicht mit den Deutschen Christen verglichen haben wollte, in der Sache aber bei seiner Kritik bleibe; er beklagte aber auch: Erinnerungen an die nationalsozialistische Zeit seien offensichtlich „tabu“. Nachdem sich der DBK-Vorsitzende mit dieser Erläuterung nicht zufrieden zeigte und Termine Kochs in Deutschland abgesagt werden mussten, kam es Anfang Oktober in Rom zu einer Aussprache. Im Anschluss ließ der DBK-Pressesprecher Matthias Kopp verlautbaren, dass man den Streit beigelegt habe. Koch bitte alle, die sich durch den Vergleich verletzt fühlen, um Verzeihung. Stefan Orth

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