Anzeige: Rom ist kein Gegner. Warum die Kirche Reformen braucht. Von Georg Bätzing
  Herder Korrespondenz. Monatsheft für Gesellschaft und Religion 62 (2008) Heft 4

Über diese Ausgabe

Leitartikel

  • Gratis S. 163-165

    LeitartikelDer Kirche Gehör verschaffen

    In seiner ausdrücklich erst vorläufigen Bilanz erinnerte der scheidende Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann, daran, dass die tägliche Bereitschaft für die Arbeit mit den Medien im Laufe seiner langen Amtszeit immer größer werden musste. Entsprechend gewährten die Medien auch dem Neuen keine Schonfrist: Die Initiation des zum neuen Vorsitzenden gekürten Freiburger Erzbischofs in diese Mediengesellschaft hatte etwas geradezu Exemplarisches und bietet gute Gelegenheit, über das Verhältnis von Kirche und (Medien-)Öffentlichkeit nachzudenken. Dabei kann es keinen Zweifel geben: Die öffentliche Verantwortung und Rechenschaft gehört fundamental zur Kirche, dieser Aufgabe kann und darf sie sich nie entledigen. Nimmt sie zu den vielen Ereignissen und Problemen des kulturellen, politischen und gesellschaftlichen Lebens nicht mehr begründet und argumentativ Stellung und damit ihre besondere Verantwortung für das Ganze und das Gemeinwohl nicht mehr wahr, befindet sie sich auf dem sicheren Weg zur Sekte. Dass die Kirche derzeit ein besonderes Augenmerk auf das Mediengeschehen im Land richtet, ist in jedem Fall zu begrüßen. Denn in den Problemen, die die Kirche mit der modernen Medienöffentlichkeit hat, zeigen sich besonders deutlich ihre Probleme mit der modernen Gesellschaft insgesamt. So ist diese Medienöffentlichkeit aber auch nicht nur ein unausweichliches Bewährungsfeld, sondern auch ein wichtiges und fruchtbares Lernfeld: Zur Überprüfung und Schärfung der eigenen Argumente, zur Erprobung der Qualität und Glaubwürdigkeit kirchlichen Redens und Handelns.

Kommentar

Aktuell

  • Gratis S. 169-171

    ÖkumeneDer ÖRK vor einer schwierigen Wegstrecke

    Vom 13.-20. Februar tagte in Genf der Zentralausschuss des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK). Er konnte dabei auf sechzig Jahre ÖRK zurückblicken und musste gleichzeitig Vorbereitungen für die Wahl eines neuen Generalsekretärs treffen.

  • Gratis S. 171-173

    EnglandDer Erzbischof von Canterbury unter Beschuss

    Für viel Aufregung hat der Erzbischof von Canterbury mit seinen Äußerungen zu einer möglichen Anerkennung von Scharia-Recht in England gesorgt. Im Hintergrund steht die Frage, ob das englische System der „established church“ noch angemessen ist.

Blickpunkt

  • Gratis S. 173-178

    Die Stammzellforschung bleibt umstrittenMenschenwürde oder Forschungsfreiheit?

    Die Diskussion um die embryonale Stammzellforschung hat in den zurückliegenden Monaten nicht nur im politischen, sondern auch im kirchlichen Raum an Vehemenz und Schärfe gewonnen. Die gesellschaftliche Willensbildung lehnt die embryonale Stammzellforschung ab, dennoch sieht sich die Biopolitik durch eine Änderung des deutschen Stammzellgesetzes zu bestimmten Steuerungen veranlasst.

Interview

Essays

  • Gratis S. 182-187

    Die Aufgabe katholischer Akademien in säkularen MetropolenAuf unübersichtlichem Terrain

    Bisherige Vorstellungen über die Aufgaben katholischer Akademien scheinen sich mit Blick auf die Situation in Großstädten wie Berlin, Frankfurt und Hamburg überlebt zu haben. Der Selbstvergewisserungsprozess über Herausforderungen, Perspektiven und Grenzen von Akademiearbeit in den spezifisch städtischen Milieus ist aber lange noch nicht abgeschlossen.

  • Gratis S. 187-192

    Fundraising in deutschen BistümernMehr als kirchliches Spendenwesen

    Bistümer und Kirchengemeinden entdecken momentan Fundraising als Weg der Finanzierung ihrer Arbeit. Auch wenn Spendenmittel die Kirchensteuer nicht ersetzen können, erfordert die Einführung von Fundraising die Entwicklung einer Kultur des Bittens und Dankens sowie die sorgfältige Pflege eines jeden Spenders. Für die Kirche ist dies ein herausfordernder Paradigmenwechsel.

  • Gratis S. 196-199

    Eine Religionspädagogentagung zur LehrerbildungKomplexe Kompetenzen

    Was müssen Religionslehrer und Religionslehrerinnen können? Über die „Kompetenzentwicklung in der Aus- und Fortbildung“ haben Mitarbeiter von Schulabteilungen der unterschiedlichen Bistümer, Dozenten und Lehrstuhlinhaber sowie Ausbilder an den Seminaren beim „Arbeitsforum Religionspädagogik“ in Donauwörth diskutiert.

  • Gratis S. 204-208

    Von der Generationengerechtigkeit zu den Rechten künftiger MenschenAnsprüche noch nicht Gezeugter

    Politische Entscheidungen haben die Tendenz zur Privilegierung der Gegenwart und zur Vernachlässigung der Zukunft. Die Aufnahme des Staatsziels Generationengerechtigkeit in die Verfassung soll den berechtigten Ansprüchen der kommenden Generationen Rechnung tragen und so zum Abbau eines entscheidenden Strukturdefizits auch der deutschen Demokratie beitragen.

  • Gratis S. 208-213

    Christen und Muslime in MalaysiaSchwieriges Zusammenleben

    In Malaysia ging aus den Parlamentswahlen am 8. März die Opposition gestärkt hervor. Für sie hatten mehrheitlich nicht zuletzt die Christen im Land gestimmt. Die religiösen Minderheiten in Malaysia leiden nach wie vor unter dem Druck der muslimischen Mehrheit. So ist beispielsweise ein Religionswechsel für Muslime so gut wie unmöglich.

  • Gratis S. 213-215

    Wider fragliche FestlegungenMedienreligion als Chance

    Wie ist die durch die Medien verbreitete Gestalt des Religiösen theologisch zu beurteilen? Auf die Überlegungen von Elisabeth Hurth dazu in unserem Märzheft reagiert der Pastoraltheologe Stefan Knobloch und plädiert für eine andere Sichtweise.

Autorinnen und Autoren