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Daniel Bogner: Ihr macht uns die Kirche kaputt... ...doch wir lassen das nicht zu!

Über diese Ausgabe

Leitartikel

  • Plus S. 487-489

    LeitartikelHeilige unserer Tage

    Schonungslos zeigt sich der bis zur Verzweiflung reichende Glaubenszweifel der charismatischen Ordensgründerin Mutter Teresa in den jüngst veröffentlichten privaten Notizen oder vertraulichen Briefwechseln mit Bischöfen und ihren geistlichen Begleitern, ihren Seelenführern. Die Veröffentlichung rief, wie nicht anders zu erwarten, ein enormes Medienecho hervor. Wer hatte ausgerechnet sie in solchen Stunden, in solcher Stimmung vermutet - Mutter Teresa, die von Gläubigen wie Nichtgläubigen, Christen wie Nichtchristen als „das Gewissen des 20. Jahrhunderts" verehrt wurde, die (Medien-)Ikone christlicher Nächstenliebe. Zweifelsohne macht sie das Bekenntnis zur Nacht ihres Glaubens auch für Verehrer, Kritiker und Durchschnittsgläubige zu einer „menschlicheren", sympathischeren Heiligen - eine Heilige unserer Tage, der die Haltungen und Fragestellungen, Zweifel und Verunsicherung, die gemeinhin als Kennzeichen moderner Existenz gelten, nicht fremd sind. Wer will dem Zeitgenossen, für den der Glaube eben nicht einfach ist, und Gott nicht klar und leicht erkennbar, diesen Trost bestreiten? Hat sie, die radikal Glaubende nicht nur viel radikaler erfahren, was dem um seinen Glauben redlich Bemühten gleichfalls beschieden ist, nämlich die bleibende Spannung auszuhalten zwischen Vertrauen und Zweifel, Gewissheit und Skepsis, auszuhalten eine Sehnsucht, die oft unbeantwortet, unerfüllt bleibt?

Kommentar

  • Plus S. 490

    KommentarBlauäugig

    In Regensburg kann ein wegen Missbrauch Verurteilter rückfällig werden.

  • Plus S. 490-492

    KommentarRuhelos

    Kirchen starteten eine Initiative zum Sonntagsschutz.

  • Plus S. 492-493

    KommentarAbrechnung

    Volker Beck, der Geschäftsführer der Grünen-Fraktion im Bundestag und rechtspolitische Sprecher seiner Partei, verband das Lob der einen mit dem Tadel der anderen: Höchste Anerkennung fand die Evangelische Kirche in Deutschland. Denn die EKD-Kammer für nachhaltige Entwicklung hat Ende Juli eine Studie zu der globalen Bedrohung durch Aids und den Handlungsmöglichkeiten der christlichen Kirchen vorgelegt. Ihr Tenor: Die christlichen Kirchen, ihre Missionswerke und Hilfswerke können im Kampf gegen Aids eine durchaus bedeutende Rolle spielen. Zuerst aber stünden sie in der Pflicht, „Personen mit HIV/Aids vorurteilsfrei anzunehmen, zu integrieren und ihnen in der Kirche eine Plattform und den Raum zu geben, der es ihnen erlaubt, angstfrei zu leben“. Und so hätten viele Kirchen sich heute einzugestehen, dass sie zu Anfang unzureichend auf Aids reagiert hätten, oftmals auch Teil des Problems waren.

Aktuell

  • Plus S. 493-495

    Benedikt XVI.Der Papst pilgerte nach Österreich

    Anfang September ist Benedikt XVI. zu einem dreitägigen Besuch nach Österreich aufgebrochen. Anlass seiner siebten Auslandsreise waren die Feiern zum 850-jährigen Bestehen des Wallfahrtsorts Mariazell. Keine politische Reise sollte es sein, aber in vielerlei Hinsicht war sie es doch.

  • Plus S. 496-498

    KulturDie katholische Kirche bereichert die Kölner Kunstszene

    Der schwierige Dialog zwischen Kunst und Kirche wird in Köln besonders niveauvoll geführt. Mit einem von Gerhard Richter gestalteten Fenster im Dom und dem Neubau des Diözesanmuseums gilt dies mehr denn je. Daran werden auch die quer liegenden Äußerungen von Kardinal Joachim Meisner nichts ändern.

Blickpunkt

  • Gratis S. 498-502

    Die Dritte Europäische Ökumenische Versammlung in SibiuÖkumenischer Realismus

    Vom 4. bis 9. September trafen sich in Sibiu (Hermannstadt) Vertreter so gut wie aller christlichen Kirchen Europas, um sich mit dem Stand der Ökumene und mit den aktuellen Herausforderungen in Europa zu befassen. Die Versammlung, die weitgehend spannungsfrei über die Bühne ging, vermittelte ein realistisches Bild der ökumenischen Lage. Sie zeigte aber auch, dass die Kirchen Europas zusammenbleiben wollen.

Interview

  • Plus S. 502-507

    Ein Gespräch mit Professor Alfons Fürst über die Konstantinische Wende„Im Trend der Zeit“

    Die große Trierer Konstantinausstellung in diesem Jahr lenkt den Blick auf die Bedeutung der Konstantinischen Wende. Wie nimmt sich die christenfreundliche Politik Konstantins auf dem religiösen Hintergrund der Spätantike aus? Wie veränderte sich das Christentum dadurch, dass es zur Staatsreligion wurde? Darüber sprachen wir mit Professor Alfons Fürst, der in Münster Alte Kirchengeschichte und Patrologie lehrt. Die Fragen stellte Ulrich Ruh.

Essays

  • Plus S. 507-511

    Der Staat muss seinen Mindestlohn selbst setzenWenig neu, doch neu genug

    Greift ein gesetzlicher Mindestlohn die Vertragsfreiheit von Arbeitnehmern und Arbeitgebern an? Wird er hunderttausende von Arbeitsplätzen insbesondere im Bereich niedrig qualifizierter Arbeit vernichten? So wenig der Staat ohne Mindestlohn auskommen kann, so wenig ist ihm dessen Höhe gleich.

  • Plus S. 511-515

    Religion und nationale Identität im IranEin ausgeprägtes Selbstbewusstsein

    Von Anfang an hatte der Iran in der islamischen Welt eine Sonderstellung, die durch die Einführung des Schiitismus als Staatsreligion im 16. Jahrhundert noch verstärkt wurde. Bis heute besteht eine enge Verbindung zwischen dem Bekenntnis zur Schia und der nationalen Identität, die sich nicht zuletzt in einem iranischen Überlegenheitsgefühl äußert.

  • Plus S. 515-520

    Theologinnen in LateinamerikaKreativ und auf neuen Wegen

    Die Frauenfrage in der lateinamerikanischen Kirche und die theologische Arbeit von Frauen haben nicht an Bedeutung verloren. Theologinnen stellen sich, praxisorientiert und zunehmend vernetzt, den aktuellen kirchlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderungen auf dem inzwischen nicht mehr so katholischen Subkontinent.

  • Plus S. 520-524

    Warum die Todsünde wieder aktuell istDie Wurzel allen Übels?

    Die Todsünden-Thematik ist wieder präsent, nicht nur im Fernsehen und mit einigen Neuerscheinungen in der Literatur. Dabei scheint sie als „anthropologische Konstante“ gerade für die Psychologie von neuem Interesse zu sein. Dem steht ein rein metaphorischer Gebrauch des Begriffs „Todsünde“ gegenüber. Theologische Bezüge findet man in beiden Fällen nur selten.

  • Plus S. 525-529

    Eine Bewertung der Reform der PflegeversicherungWas ist gute Pflege?

    Auf der einen Seite funktioniert die Finanzierung der Pflege nicht, auf der anderen gibt es seit langem Klagen über ihre Qualität. Nun hat die Bundesregierung ihre Eckpunkte für eine Reform der Pflegeversicherung vorgelegt. Kann die Qualität der Pflege durch diese Maßnahmen gestärkt werden?

  • Plus S. 529-533

    Wie Religion in „Bild“ vorkommtNach eigenen Gesetzen

    Die Bildzeitung ist in Deutschland eine publizistische Großmacht. Seit einigen Jahren kümmert sich das Blatt verstärkt um das Thema Religion. Allerdings wird Religion in „Bild“ weithin zur Verstärkung von Betroffenheit oder zu Unterhaltungszwecken eingesetzt. Christliches wird hochgehalten, nicht zuletzt in Absetzung gegen die vermeintliche Bedrohung Islam.

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