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Über diese Ausgabe

Leitartikel

  • Plus S. 487-489

    LeitartikelVertikales Schisma?

    Die wiederverheirateten Geschiedenen sind nur ein Beispiel unter vielen: für die Kluft zwischen Lehrmeinung und pastoraler Praxis, für die Behauptung eines "vertikalen Schismas" in der katholischen Kirche hierzulande. So wird - je nach kirchenpolitischer Positionierung - entweder bemängelt, dass die Kirchenleitung den Kontakt zu den Gläubigen verloren hat und nicht mehr um deren Lebenswelt, Sorgen, aber auch Glaubenssinn weiß oder die Klage erhoben, die offizielle Lehre der römisch-katholischen Kirche werde vor Ort nur höchst unzureichend ernst genommen.Religionssoziologisch länger schon erhärtet ist der Befund, dass innerhalb der Kerngemeinden sowohl die Prägekraft christlicher Normengefüge als auch der überkommenen Glaubensvorstellungen abnimmt, das konfessionelle Bewusstsein schwindet und damit auch die offiziellen kirchlichen Positionen in den Hintergrund treten - und damit gewachsene Normen auf die Größe von "Kann-Bestimmungen" schrumpfen (Michael N. Ebertz). Auf der anderen Seite stehen in einer Gegenbewegung diejenigen, die in nostalgischer Verklärung der früheren Zeiten die vermeintlich ewig gültigen Wesenszüge des Katholischen auflisten und dann fein säuberlich abhaken, inwieweit sie sich in ihrer Gemeinde oder in bestimmten Publikationen wiederfinden lassen.Haben aber nicht verpasste oder gar offen abgewürgte Diskussionen, die zu führen dringend notwendig wäre, zur gegenwärtigen Lage der katholischen Kirche auf dem Weg in das 21. Jahrhundert geführt, den Beobachter unterschiedlichster Couleur als gehemmt (Krätzl), gelähmt (Seeber) oder blockiert (Lütz) betitelt haben? Warum verlegen sich Bischöfe und ihre Mitarbeiter aber nicht viel öfter aufs Argumentieren und eine wirklich theologische Auseinandersetzung?

Kommentar

  • Plus S. 490-491

    KommentarGanzheitlich

    Die 14. Shell-Jugendstudie forscht nach dem politischen Verständnis junger Leute.

  • Plus S. 492

    KommentarLaudatio

    Kardinal Franz König feierte sein goldenes Bischofsjubiläum.

Aktuell

  • Plus S. 493-495

    BrandenburgEinigung im LER-Streit

    Nach langem Hin und Her ist der Streit um das Pflichtfach „Lebensgestaltung – Ethik – Religionskunde“ (LER) in Brandenburg jetzt mit einem Kompromiss beendet worden. Er sieht gemäß dem Vergleichsvorschlag des Bundesverfassungsgerichts vom Dezember 2001 eine Aufwertung des Religionsunterrichts vor.

  • Plus S. 495-497

    EntwicklungshilfeKirche und Staat ziehen Bilanz

    Eine ausgesprochen positive Bilanz der nun seit 40 Jahren bestehenden Staat-Kirche-Kooperation in der Entwicklungszusammenarbeit haben jetzt beide Seiten gezogen. Fast zeitgleich mit dem Bundesentwicklungsministerium wurden 1962 die beiden kirchlichen Zentralstellen für Entwicklungshilfe gegründet.

Blickpunkt

  • Plus S. 497-502

    Schwierigkeiten und Perspektiven des Dialogs mit dem IslamZeichen der Solidarität setzen

    Nach dem 11. September 2001 gerieten die Muslime, auch die in Deutschland lebenden, vielfach unter Generalverdacht. Ihnen wird unterstellt, mit Bekenntnissen zu Demokratie und Religionsfreiheit ihre wahren Absichten zu verschleiern. Diese Situation ist eine Bewährungsprobe für den Dialog mit dem Islam und die für dieses Anliegen seit jeher engagierten christlichen Partner. Die Diskussion muss jetzt offener, intensiver und weniger im Bemühen um politische Korrektheit geführt werden.

Interview

  • Plus S. 502-507

    Ein Gespräch mit Walter Rzepka von der Ackermann-Gemeinde„Über vorhandene Ängste hinwegkommen“

    Das deutsch-tschechische Verhältnis ist nach wie vor schwierig. Die 1946 von heimatvertriebenen Katholiken aus der Tschechoslowakei gegründete Ackermann-Gemeinde bemüht sich intensiv um den deutsch-tschechischen Dialog, der seit der Wende unter neuen Vorzeichen steht. Über Chancen und Probleme dieses Dialogs sprachen wir beim Kongress von „Renovabis“ (vgl. ds. Heft, 537) mit dem Bundesvorsitzenden der Ackermann-Gemeinde, Walter Rzepka. Die Fragen stellte Ulrich Ruh.

Essays

  • Gratis S. 507-512

    Ein Porträt des Komponisten und Guardini-Preisträgers Krzysztof PendereckiAvantgarde mit menschlichem Antlitz

    Der Romano-Guardini-Preis, den die Katholische Akademie in Bayern seit 1970 verleiht, geht am 2. Oktober 2002 an den polnischen Komponisten und Dirigenten Krzysztof Penderecki. Damit erhält nach dem Komponisten Carl Orff (1974) und dem Dirigenten Eugen Jochum (1985) zum dritten Mal ein Musiker diese Auszeichnung für „hervorragende Verdienste um die Interpretation von Zeit und Welt auf allen Gebieten des geistigen Lebens“.

  • Plus S. 512-516

    Überlegungen zur Zukunftsfähigkeit katholischer MoraltheologieNicht in der Defensive bleiben

    Moraltheologen stehen heute an der vordersten Front, wo es um Begleitung und ethische Beurteilung gentechnischer und biomedizinischer Entwicklungen geht. Gleichzeitig gibt es seit Jahrzehnten Grundsatzdiskussionen über Reichweite und Begründung eines christlichen Ethos in modernen Gesellschaften. Wie soll es mit der Moraltheologie auf diesem Hintergrund weitergehen?

  • Plus S. 516-519

    Der ÖRK geht auf seine orthodoxen Mitgliedskirchen zuEin bemerkenswerter Durchbruch

    Seit seiner Gründung gehören dem Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK) neben protestantischen und anglikanischen auch orthodoxe Kirchen an. Allerdings fühlen sie sich im Rat mit ihren Anliegen zu wenig ernst genommen. Dem sollte eine Sonderkommission abhelfen, deren Empfehlungen zur Arbeitsweise des ÖRK jetzt vom Zentralausschuss angenommen wurden. Dieser Durchbruch fällt in eine für den Ökumenischen Rat finanziell wie strukturell schwierige Zeit.

  • Gratis S. 520-524

    Der Dominikanerorden weltweitGemeinschaft im Dialog

    Im Vergleich zu anderen Orden und Kongregationen liegen die Eintritte in den Dominikanerorden auch in der westlichen Welt relativ hoch. Schwerpunkte der Tätigkeiten des fast 800 Jahre alten Predigerordens liegen heute im Engagement für den Dialog der Konfessionen, Religionen und Kulturen. Das Gesicht des Ordens wird sich in den kommenden Jahren verändern: Er wird internationaler und weniger eurozentrisch.

    Themenpaket: Zeit der Orden?
  • Plus S. 524-528

    Eucharistiegemeinschaft im Kontext von KirchengemeinschaftEin offener Prozess

    Nicht zuletzt durch den im nächsten Jahr bevorstehenden „Ökumenischen Kirchentag“ in Berlin steht die gleichermaßen theologische wie kirchenpraktische Frage auf der Tagesordnung, ob es eine Brücke zwischen dem reformatorischen und dem katholischen Verständnis von Kirchengemeinschaft gibt. Welchen Spielraum gerade auch für Gemeinschaft in den Sakramenten lässt die vom Zweiten Vatikanum entwickelte Konzeption von Kirche?

  • Plus S. 530-534

    Warum das Staatskirchenrecht auch heute gebraucht wirdAuf dem absteigenden Ast?

    Im Zug der Reform der Juristenausbildung stellt sich auch die Frage nach der künftigen Verankerung des Fachs Staatskirchenrecht an den Fakultäten und im juristischen Studium. Gerade in Deutschland mit seinem dichten Netz von Verträgen zwischen Staat und Kirche besteht nach wie vor Bedarf an wissenschaftlicher Bearbeitung und universitärer Vermittlung der entsprechenden Problemstellungen.

  • Plus S. 534-537

    Ein Diskussionsbeitrag von Gisbert GreshakeStreit um die Trinität

    In unserem Aprilheft 2002 (202 ff.) veröffentlichten wir einen Artikel von Magnus Striet über „Trinitätstheologie in der Diskussion“. In diesem Beitrag warf er – mit anderen Theologen – Karl Rahner vor, dass dieser „zu einer modalistischen Position tendiert“. In den „Stimmen der Zeit“ (August 2002, 545 ff.) erhielt er dafür von Herbert Vorgrimler eine heftige Schelte. Diese nimmt Gisbert Greshake zum Anlass, um sowohl Fragen der Rahner-Kritik wie auch von praktischen Konsequenzen der Trinitätslehre weiterzuführen.

Autoren/-innen