Bistum Münster: Diakon Ralf Hammecke wird VerwaltungsdirektorChance vertan in Münster

Im Bistum Münster gibt es einen neuen Leitungsposten für Nicht-Priester. Ab Februar wird Diakon Ralf Hammecke als Kanzler die Verwaltung des nordrhein-westfälischen Teils der Diözese leiten.

Hammecke wird so Chef von über 700 Mitarbeitern, die für 1,5 Millionen Katholiken zuständig sind. Die Aufgabe übernimmt er von Generalvikar und Priester Klaus Winterkamp, der sein Vorgesetzter bleibt, sich künftig aber eher um seelsorgliche Belange kümmert. Damit steht nun auch im Bistum Münster ein Nicht-Priester ganz oben in der Bistumsleitung, direkt unter Bischof Felix Genn und Winterkamp. Ähnliche Zweiteilungen eines Spitzenpostens direkt unter dem Bischof hatten zuvor die Erzbistümer München-Freising und Hamburg sowie das Bistum Eichstätt eingeführt.

Entscheidend ist, wer es kann

Das Bistum Münster hat da einen klugen Schritt gemacht. Es ist richtig, die Leitung einer so großen Kirchenbehörde wie der in Münster einem Profi anzuvertrauen – Hammecke ist nicht nur Ständiger Diakon und Theologe mit Doktorarbeit beim Kirchenhistoriker Hubert Wolf, sondern auch studierter Volkswirtschaftler. Er arbeitete schon bei der Zentrale der Deutschen Bank in Frankfurt, unter anderem im Personalbereich. Auch kennt er sein Bistum bestens als Geschäftsführer eines kirchlichen Medien- und Reiseunternehmens in Münster. Ein Verwaltungschef muss eben kein Priester sein, sondern jemand, der es kann. Hammecke hat nun die Gelegenheit, sich hier zu beweisen. Und Generalvikar Winterkamp wird sich ganz „pastoral-strategischen Schwerpunkten“ widmen, wie das Bistum Münster erklärt: eben Aufgaben, die „wegen ihres sakramentalen Inhaltes oder Bezuges einem Priester vorbehalten“ sind.

Keine Bewerbungen?

Generalvikar Winterkamp ließ sich die Chance nicht entgehen, das neue Amt auch als Beispiel priesterlichen Machtverzichts zu deuten. Hammecke ist als Diakon zwar Kleriker, aber das trübt das richtige Ansinnen des Bistums Münster nicht. Das Zeichen ist klar: Auch hohe Chefposten der kirchlichen Verwaltung setzen keine Weihe voraus, es hätte sicher auch ein Laie werden können. Obwohl: Hätte es? Eine Stellenausschreibung suchte man vergebens. Dabei gibt es einige gute Leute ohne Priesterweihe, die den Job gekonnt hätten. Doch Bewerbungen waren anscheinend nicht vorgesehen.

Fast genau 24 Stunden nach der ersten Ankündigung des neuen Postens – man werde eine „Verwaltungsdirektorin/Verwaltungsdirektor“ im Generalvikariat installieren – kam die nächste Pressemeldung des Bistums: Ralf Hammecke wird’s. Dazu ein Foto, wie der Bischof ihm die Ernennungsurkunde überreicht. Mehr Hinterzimmer geht nicht. Machtverzicht also? Nur ein bisschen. Transparenz? Gar nicht.

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