Leserbriefe

Im Wahlkampf

Ich möchte mein Befremden darüber äußern, dass Sie in der heißen Phase des Wahlkampfs Herrn Laschet die Möglichkeit geben, einen CDU-affirmativen Beitrag über die Ära Merkel zu veröffentlichen (vgl. CIG Nr. 35, S. 3). Für eine Würdigung ihres politischen Wirkens wäre auch nach der Wahl noch Zeit gewesen – und dann vielleicht von einem parteipolitisch weniger gebundenen Autor.

Prof. Dr. Holm Tetens, Berlin

Wer rettet das Klima?

Ihrer Bewertung des Berichts des Weltklimarats und Ihrem Appell an die Verantwortung jedes Einzelnen (vgl. CIG Nr. 33, S. 2) kann man nur zustimmen. Entschieden widersprechen möchte ich allerdings der Rolle, die der Autor der Amtskirche dabei zuordnet.

An einen „starken Umweltbischof“ hätte ich andere Erwartungen: Ein katholisches How dare you? spart kein Gramm CO2 ein! Aber die katholische Kirche ist eine große Institution mit Milliardenumsätzen, hunderttausenden Beschäftigten, zigtausend Immobilien und einem riesigen Fuhrpark. Ein „Umweltbischof“ muss für einen überzeugenden Beitrag der Kirche zur Erhaltung der Schöpfung kämpfen: energetische Sanierung ihrer Gebäude, Solaranlagen auf den Dächern, Wärmepumpen statt alter Ölheizungen, mehr Elektroautos, Windenergieanlagen auf Kirchenland – und nicht zuletzt das Milliardenvermögen der Kirchen in Unternehmen investieren, die klimapositiv wirken. Ein gutes Beispiel bringt mehr als ein erhobener Zeigefinger!

Thomas Michalski, Hildesheim

Endlich spricht jemand aus, was meist unterschlagen wird: Es liegt an uns, an jeder und jedem Einzelnen. Die üblichen Aufrufe an Politik, Wirtschaft, Gesellschaft sind zwar unverzichtbar, sind aber auch unzureichend.

Begrüßenswert ist deshalb auch der Aufruf an die Bischofskonferenz, der Enzyklika konkretes Handeln folgen zu lassen. Ich erlaube mir in diesem Zusammenhang, an die Denkschrift der Deutschen Bischofskonferenz aus dem Jahr 1998 „Handeln für die Zukunft der Schöpfung“ zu erinnern. Sie enthält eine umfassende Analyse und fordert für alle Institutionen der Kirche, angefangen beim Kindergarten bis hin zu den Diözesen, konkrete Maßnahmen.

Die Bischöfe stellten schon damals fest: „Glaubwürdigkeit und Autorität der Kirche in Sachen Umwelt wird wesentlich daran gemessen, ob sie selbst in ihrem Handeln beispielgebende Impulse setzt“. Und: „Auftrag der Kirche ist es, … selbst nachhaltig zu handeln und zu wirtschaften.“ Es wäre spannend, einmal der Frage nachzugehen, was von den Anregungen aus dem Jahr 1998 umgesetzt worden ist. Unsere Bischöfe brachten damals sogar den Mut auf, Rom zur Sache zu rufen. So heißt es: „Auf der Ebene der Enzykliken ist die ökologische Problematik bislang jedoch nicht umfassend behandelt worden. Eine ‚Umweltenzyklika‘ steht noch aus.“ Inzwischen haben wir diese Umweltenzyklika. Hoffentlich bewirkt Laudato si’ mehr als die Denkschrift von 1998!

Dr. Georg Zimmerer, Schenefeld

Mauer und Sprengung

Zum Beitrag über den 60. Jahrestags des Beginns des Mauerbaus (vgl. CIG Nr. 32, S. 6) möchte ich ergänzen: Für uns Katholiken in Rostock ist der August 1961 untrennbar verbunden mit dem 12. August 1971, an dem unsere Christuskirche am Schröderplatz gesprengt wurde. Sie war die größte katholische Kirche Mecklenburgs und der ganze Stolz unserer Minderheit. Doch zehn Jahre nach dem Mauerbau wollte das Regime um Walter Ulbricht mit der Sprengung demonstrieren, dass Gott im Herzen einer sozialistischen Großstadt nichts zu suchen habe. Mit diesem Motiv waren auch andernorts bereits repräsentative Gotteshäuser gesprengt worden, etwa die Marienkirche im benachbarten Wismar, die Garnisonkirche in Potsdam und die Paulinerkirche in Leipzig.

Nach der Sprengung betete unser damaliger Pfarrer Nikolaus Schnitzler bis spät am Abend vor dem Schutt „seines“ Gotteshauses. Wir bekommen heute noch Gänsehaut, wenn wir uns an das Bild erinnern. Dass wir heute, zum 50. Jahrestag dieser Schandtat sozialistischer Willkür, gemeinsam mit Alt- Bundespräsident Joachim Gauck eine liturgische Gedenkfeier am Ort eines würdigen Denkmals begehen konnten, an deren Ende alle Kirchenglocken der Stadt läuteten, gibt uns neuen Glaubensmut.

Klaus-Dieter Beese, Rostock

Das korrekte Papst-Alter

Eine kleine Korrektur zu Ihrem Kommentar „Einmal Papst und zurück“ (CIG Nr. 35, S. 2): Papst Franziskus ist Jahrgang 1936. Er wird am 17. Dezember 85 Jahre alt (ist also noch nicht 86, wie es in dem Beitrag heißt).

Pfarrer Peter Roske, Berlin

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