EditorialFairness-Funken

Waren die Olympischen Spiele nicht einmal das Symbol für fair, sportlich und freundschaftlich betriebenen Wettkampf?

Das Feuer ist erloschen, titelte Anfang der Woche so manche Zeitung. Gemeint war die olympische Flamme, die 17 Tage in Tokio gebrannt hatte. Doch im Grunde ist der Satz vom erloschenen Feuer eine Zustandsbeschreibung für die olympische Bewegung insgesamt. Sie ist mit diesen Sommerspielen an einem Tiefpunkt angekommen. Das zeigt sich vor allem am mangelnden Interesse der Fans. Die wenigsten sind mitten in der Nacht aufgestanden, um die Wettbewerbe in Fernost zu verfolgen. Und das lag eben nicht nur an der großen Zeitverschiebung.

Im letzten Jahr konnten die Veranstalter nicht anders, als das größte Sportevent der Welt wegen Corona abzusagen. Jetzt herrscht zwar immer noch Pandemie, aber nun gab es gegen den Druck der Investoren kein Halten mehr. Die Spiele mussten stattfinden – auch wenn es die Mehrheit der japanischen Bevölkerung nicht wollte.

Warum das den CHRIST IN DER GEGENWART interessiert? Weil es Fragen jenseits des rein sportlichen Geschehens aufwirft! Gerade wer die Welt auch durch die religiöse Brille betrachtet, muss dieses Weltereignis Olympia wahrnehmen. Und was wird er, was wird sie da sehen? Ein Monstrum, das nach dem Prinzip „Geld regiert die Welt“ funktioniert? Ein Event, das inzwischen selbst Kinder ins Rennen schickt – die Goldmedaillen-Gewinnerin im Skateboarding ist erst 13 Jahre jung –, damit die Quote stimmt, der Rubel rollt? In dieses traurige Bild passen dann auch die Ausfälle deutscher Funktionäre beim Fahrrad-Zeitfahren und dem angeblich „modernen“ Fünfkampf der Frauen… Ist es übrigens ein Zufall, dass Deutschland gerade in den Mannschaftssportarten historisch schlecht abgeschnitten hat? Oder sagt auch das etwas über den Zustand unserer Gesellschaft aus? Einzelkämpfer, Ich-AGs überall...

Waren die Olympischen Spiele nicht einmal das Symbol für fair, sportlich und freundschaftlich betriebenen Wettkampf? Essa Mutaz Barshim und Gianmarco Tamberi waren diesmal in dieser Hinsicht die rühmliche Ausnahme. Die beiden Hochspringer verzichteten darauf, bis zum bitteren Ende, „auf Teufel komm raus“, einen Sieger zwischen sich zu ermitteln. Sie teilten sich die Gold-Medaille. Das ist eins der wenigen Bilder, die von Tokio bleiben werden.

Wir brauchen solche Funken von Fairness, gerade jetzt, da etwa auch der Wahlkampf völlig abzugleiten droht. Die persönlichen Angriffe der SPD auf einen engen Mitarbeiter von Armin Laschet wegen seiner Glaubensüberzeugung sind tatsächlich fehl am Platz – nein, mehr noch, sie sind unfair, denn sie tragen rein gar nichts zur Sache bei.

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