Leserbriefe

Wie viel Klimaschutz?

Es ist für mich unverständlich, wie Sie in dem Kommentar zum Klimaschutz-Urteil eine grüne Diktatur herbeisehnen. Die Freiheit des Individuums wird mit Füßen getreten.

Hermann Josef Wisser, Köln

Erschreckend und frustrierend, dass man den Staat erst verklagen muss! Was folgern wir aus dem Vorgang? Interpretieren wir ihn als ökodiktatorische Bedrohung unserer Gewohnheiten, die zu haben wir uns ein Recht anmaßen und auf denen wir egoistisch beharren? Oder erkennen wir darin einen Warnschuss und fragen uns, was wir wirklich brauchen und wo wir solidarisch mit den nächsten Generationen und weltweit sein wollen?

Norbert Müsch, Rees

Auferstehungshoffnung

Danke für die klaren Worte in dem Beitrag „Wie viel Auferstehung darf’s noch sein?“ Viele Menschen suchen nach einer tragfähigen Botschaft, auch wenn sie ihnen etwas abverlangt. Um es im Bild zu sagen: Schwarzbrot muss länger gekaut werden, aber es ist am Ende nahrhafter. Wir sagen oft: Alle, die in der Verkündigung stehen, müssen die Botschaft „erden“. Aber haben wir nicht auch die Aufgabe, die christliche Botschaft zu „himmeln“?

Thomas Walter, Waghäusel

Oft durfte ich bei Beerdigungen die Erfahrung machen, dass der Glaube an die Auferstehung ein wunderbares Hoffnungszeichen ist. Ja, Jesus lebt – so singen wir in der Osterzeit. Ja, es gibt die Auferstehung der Toten – so tröste ich die Menschen, die um einen Lieben trauern.

Wolfgang Zopora, Bad Alexandersbad

Mehr als 50 Jahre durfte ich Trauergottesdienste gestalten. Dabei habe ich nie etwas über die Auferstehung eines Gestorbenen im Jenseits gesagt. Denn wie oft habe ich von kompetenten Lehrern der Theologie gehört, dass wir über das Leben nach dem Tod nichts wissen können. „An der Grenze von Zeit und Ewigkeit ist nichts mehr sagbar“, hat etwa Karl Lehmann einmal geschrieben. Die Auferstehung ist wesentlich eine bildliche Aussage, bei der es um unser Leben heute geht. Sie will uns sagen, dass einzig die Liebe den Tod überwindet. Diese hat Sinn und Wert über das Ende hinaus.

Franz Boegershausen, Oldenburg

Gerade in vielen Beiträgen zu Corona hat mir im letzten Jahr das Thema „Auferstehung“ gefehlt. Warum sind wir damit so vorsichtig geworden? Steckt uns der Vorwurf derart in den Gliedern, dass wir damit aufs Jenseits vertrösten und am Diesseits vorbeigehen? Dabei ist der Glaube an die Auferstehung gerade jene befreiende Kraftquelle, die uns ermutigt, der Wirklichkeit ins Auge zu sehen.

Johann Hammerl, Bad Goisern/Österreich

Biblische Erfahrungen

„In der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts vor Christus beginnt eine neue Phase in der Geschichte des JHWH-Glaubens.“ Mit einer gewissen Beklemmung las ich diesen ersten Satz in der Reihe „Die Schrift“. In mir stieg der Gedanke auf: Das ist ja wie heute! Wenn ich bedenke, was sich im Christentum seit den 1960er/70er-Jahren verändert hat, genauer: zu verändern beginnt, dann entspricht dies ziemlich genau der Situation von damals. Ja, wir sind in eine neue Phase der Religionsgeschichte eingetreten. Die Propheten, die damals auftraten, kennen wir aus der Rückschau. Wer aber sind die entsprechenden Namen heute? Sicher Karl Rahner, aber wer noch?

Klaus Friedrich, Friedrichshafen

Schatten eines Heiligen

Der Beitrag über Petrus Canisius ist höchst lesenswert. Im Gegensatz zu mancher Heiligenlegende wird der Gegenreformator hier als Persönlichkeit mit Licht und Schatten geschildert. Dennoch meine ich, dass gerade seine problematischen Seiten deutlicher hätten benannt werden müssen. Ja, Canisius hat sich um die katholische Kirche verdient gemacht. Aber seine Hasspredigten, nicht nur gegen Protestanten, sondern vor allem über Dämonen und Hexen, kann man nicht einfach als „Zeitkolorit“ abtun. Sie waren letztlich nichts anderes als Mordaufrufe.

Gregor Tischler, Donauwörth

Mir ist durchaus bewusst, dass die Jesuiten von heute sehr anders sind. Sie pflegen vor allem eine großartige Lehr- und Bildungstradition. Dennoch: Dass eine so mutige und kritische Zeitschrift wie der CIG diese Gestalt der Kirchengeschichte so unkritisch vorstellt, ist für mich unverständlich. Petrus Canisius derart zu feiern, ist angesichts heutiger ökumenischer Bemühungen fehl am Platz.

Christoph Sehmsdorf, Märkische Heide

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