KolumbienWar’s das schon mit dem Frieden?

Was bereits 2016 beim Inkrafttreten des Friedensabkommens zwischen der kolumbianischen Guerillabewegung FARC („Revolutionäre Streitkräfte Kolumbiens – Volksarmee“) und der Regierung befürchtet worden war, scheint sich zu bestätigen: Verschiedene Gruppierungen sind nicht daran interessiert, die Gewalt zu beenden. So hatten neulich prominente FARC-Kommandanten erklärt, ihren Widerstand fortsetzen, ja eine „neue Etappe des bewaffneten Kampfes“ einläuten zu wollen. Als Argument wurde vorgeschoben, dass der Staat unter dem neuen rechtsgerichteten Präsidenten Iván Duque den Friedensprozess verrate.

Verschiedentlich sind ehemalige Guerilleros vermutlich von rechtsgerichteten Milizen, die Verbindungen zur Armee oder zur Polizei haben, ermordet worden, wohl aus Rache. Ebenso sozial engagierte Persönlichkeiten, die für Menschenrechte eingetreten sind. Andererseits war die FARC massiv ins Drogengeschäft verwickelt, ein Geschäftsmodell, das etliche Rebellen möglicherweise nicht aufgeben wollen. Schon vor einiger Zeit hatten einstige FARC-Angehörige angekündigt, sich dem Friedensprozess zu entziehen, um „auf eigene Rechnung“ tätig zu werden. Aus Sorge um eine neue Steigerung der Gewalt haben nun führende Mitglieder der ehemaligen Verhandlungsdelegationen zur Beendigung des Bürgerkriegs Papst Franziskus um Unterstützung gebeten.

Außerdem sind nach wie vor weitere Guerillagruppierungen aktiv, die sich dem Friedensabkommen nicht angeschlossen haben, zum Beispiel die marxistisch orientierte „Nationale Befreiungsarmee“, kurz: ELN. Ihr war in den sechziger Jahren der weit über Kolumbien hinaus bekannte, sozial hoch engagierte Priester und Befreiungstheologe Camilo Torres beigetreten. Er wurde bereits bei seinem ersten Gefechtseinsatz 1966 getötet.

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