KartäuserVon der Welt getrennt

Er gilt als strengster Orden der katholischen Kirche – und hat Nachwuchsprobleme. Zwei der weltweit 23 Klöster der Kartäuser werden noch in diesem Jahr geschlossen. Grund für das mangelnde Interesse an Neueintritten könnten die strikten Richtlinien sein, die das Leben in den Kartausen prägen. Die Mitglieder sehen sich als „tot für die Welt“ und widmen sich ganz dem Gebet. Ihr Tag beginnt um 23:30 Uhr und ist streng getaktet, die Zeit wird meist allein und, wenn in Gesellschaft, dann schweigend verbracht. In einer klassischen Kartause sind um den Kreuzgang kleine Häuschen angelegt, in der je ein Mönch beziehungsweise eine Nonne lebt. Hier werden die wenigen Mahlzeiten alleine eingenommen, es wird gebetet und gelesen. Ein Frühstück gibt es traditionell nicht, Fleisch wird niemals gegessen, und jeden Freitag sowie im Advent und in der Fastenzeit wird bei Wasser, Brot und Salz gefastet.

Die Geschichte der Kartäuser begann mit dem heiligen Bruno (1030–1101). Er suchte die Einsamkeit, als er mit sechs Gefährten 1084 in einem entlegenen Alpental bei Grenoble die Vorgängersiedlung der heutigen Großen Kartause gründete. Nach seinem Tod wurde die Lebensweise weitergeführt. Zählt man alle Kartausen zusammen, die seit 1084 gegründet wurden, kommt man auf nicht einmal dreihundert. Das ist im Vergleich zu anderen Orden sehr wenig. Die meisten Kartäuserklöster außerhalb Frankreichs, darunter alle deutschen, fielen der Säkularisation zum Opfer. Heute gibt es in Deutschland eine einzige Kartause.

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