Die Migrantenkarawane Honduras–Mexiko: Ziel USA

Über den Treck tausender Migranten aus Honduras nach Mexiko mit dem Ziel USA haben die Medien weltweit fast täglich berichtet. Doch sind die Motive der Organisatoren des Marsches, die das Ganze im Hintergrund inszeniert haben und inszenieren, äußerst zweifelhaft. Mehrere Menschenrechtler haben die Aktivisten von „Pueblo Sin Fronteras“ (Volk ohne Grenzen), die den Zug begleiten und steuern, scharf kritisiert. Der angesehene mexikanische Priester Alejandro Solalinde, Träger des Nationalen Menschenrechtspreises und ein engagierter Helfer von Flüchtlingen, wirft der betreffenden Organisation ein übles Spiel zulasten der Migranten vor. Die Karawane werde dorthin geführt, wo es keine Lösung gibt, an die Grenze der Vereinigten Staaten.

„Es gibt hier einen negativen Faktor, und der heißt ‚Pueblo Sin Fronteras‘“, erklärte Solalinde. Zwar wollten die Helfer der Nichtregierungsorganisation die Einwanderer schützen. In den Reihen von „Volk ohne Grenzen“ befänden sich aber auch Extremisten, die das alles nicht aus Liebe täten. Anscheinend wollen sie nur die Hartherzigkeit des amerikanischen Präsidenten Donald Trump vorführen, ihn unter internationalen öffentlichen Druck setzen – und nutzen dazu die Flüchtlinge aus.

Auch José Maria Garcia Lara, der Koordinator der „Allianz für Migranten“ in der mexikanischen Grenzstadt Tijuana, wo sehr viele Ankömmlinge aus Mittel- und Südamerika stranden, kritisierte die Rolle von „Pueblo Sin Fronteras“: Es sei sehr traurig, dass die Gruppe keine Verantwortung übernehme und dass die Situation zunehmend außer Kontrolle gerate.

Zunehmend richtet sich auch die Wut der mexikanischen Bevölkerung gegen die Flüchtlinge, vor allem in den überfüllten Orten, besonders in Tijuana. Da Migranten wegen Drogenbesitzes und Drogenhandels straffällig geworden sind, hat der Bürgermeister der Stadt, Juan Manuel Gastelum, verlangt, Artikel 33 der Verfassung anzuwenden, um Recht und Ordnung durchzusetzen. Nach diesem Artikel wird der Aufenthaltsstatus von Fremden geregelt. Kriminell gewordene Ausländer dürfen demnach sofort abgeschoben werden. Zuletzt haben sich mehr als 5000 Migranten in Tijuana aufgehalten. Das Auffanglager „Benito Juarez“ ist hoffnungslos überfüllt. Weitere Karawanen sind angeblich dorthin unterwegs. Donald Trump kündigte unterdessen an, keinen Flüchtling in die Vereinigten Staaten zu lassen, ohne dass die individuellen Ansprüche auf ein Aufenthalts- und Bleiberecht gerichtlich geklärt sind.

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