Fußball als Spiegelbild?

Das frühzeitige Scheitern der deutschen Mannschaft bei der Fußball-Weltmeisterschaft hat viele Kommentatoren zu umfassenden Deutungen angeregt. Der Berliner Journalist Hajo Schumacher etwa bezeichnete das DFB-Team als „Spiegel der Nation“. Der deutsche Fußball stehe heute „wie das Land“ für eine „alte, maulige Selbstgefälligkeit“, schreibt er in der „Morgenpost“. Das Ausscheiden beim WM-Turnier müsse als Weckruf verstanden werden. „Zeit zum Aufwachen … Zeit zum demütigen, zugewandten Miteinander. Die Zukunft braucht gemeinsame Verantwortung, gemeinsames Priorisieren, die Bereitschaft zum pragmatischen Kooperieren. Nicht zurück zu einem Früher, das es so nie gab, sondern auf in eine etwas rauere Zukunft, von der bislang nur eines klar ist: Dieses Land kann darin nur bestehen, wenn sich die Klugen und die Mutigen, die Hungrigen und Energiegeladenen zusammenschließen.“

Der Sicht einer allgemeinen Selbstgefälligkeit widerspricht der Wirtschaftsjournalist Philipp Krohn in der „Frankfurter Allgemeinen“. „Tausende deutsche Hidden Champions (wenig bekannte Weltklasseunternehmen; d. Red.) sind kreativer denn je, denken sich wichtige Produkte und Dienstleistungen für die globalen Märkte aus. Hunderte Start-ups treiben etablierte Unternehmen vor sich her… In Deutschland herrscht in vielen Gebieten Vollbeschäftigung.“ Dennoch sieht auch Krohn im Scheitern der Fußball-Mannschaft eine Botschaft: „Gar nicht erst zu glauben, dass man mit halber Kraft im internationalen Wettbewerb bestehen kann.“

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