SüdsudanAus der Unabhängigkeit wurde Krieg

Rebellen und Regierung im Südsudan haben ein Friedensabkommen unterzeichnet und einen Waffenstillstand vereinbart. Die beiden Konfliktparteien des Bürgerkriegs, Präsident Salva Kiir und sein früherer Stellvertreter, der Rebellenführer Riek Machar, trafen sich Ende Juni bei den Verhandlungen in Khartum seit zwei Jahren zum ersten Mal. Seit vier Jahren führen sie erbittert Krieg gegeneinander. Die Einigung wird weltweit mit Skepsis betrachtet, denn viele Streitpunkte sind noch offen. So darf Riek Machar nicht in den Südsudan zurückkehren und auch nicht politisch aktiv werden.

Der Konflikt begann, nachdem sich der von Christen und Anhängern einheimischer Religionen bewohnte Süden 2011 nach einem jahrzehntelangen Unabhängigkeitskrieg vom muslimischen Norden abspaltete. Die Kämpfe fingen vordergründig als Auseinandersetzung des Präsidenten mit dem Rebellenführer an. Letztlich ging es jedoch um Macht, Geld und Ölquellen sowie einen alten Konflikt zwischen der Volksgruppe der Nuer, denen Machar angehört und den Dinka, zu denen Kiir gehört.

Vier der zwölf Millionen Einwohner Südsudans sind aus ihren Häusern in der Folge des Kriegs geflohen oder vertrieben worden. Zweieinhalb Millionen Menschen davon sind in die sechs Nachbarländer geflohen. Bisher ist nur ein Bruchteil der benötigten eineinhalb Milliarden Dollar verfügbar, um die Flüchtlinge dort mit dem Lebensnotwendigsten zu versorgen.

Der UN-Sicherheitsrat hatte den Konfliktparteien Sanktionen angedroht für den Fall, dass sie bis Ende Juni keinen Waffenstillstand ausgehandelt hätten. Bisher hatte es lediglich Gespräche und Vermittlungsversuche mit einzelnen Konfliktparteien gegeben, eine „Pendel-Diplomatie“.

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