SyrienDie Bundesregierung soll mehr für verfolgte Christen tun!

Die syrisch-orthodoxe Kirche hat die Bundesregierung aufgefordert, sich entschieden für die beiden von radikalislamischen Milizen entführten Bischöfe Gregorios Yohanna Ibrahim und Boulos Yazigi einzusetzen. „Wenn wir nicht wollen, dass der Nahe Osten eine Region ohne Christen wird und der ungebremste Exodus nach Europa und in alle Welt weitergeht, muss den Christen im Nahen Osten ein starkes Signal der Hoffnung gesendet werden“, sagte der syrisch-orthodoxe Erzbischof Philoxenos Mattias Nayis vom deutschen Bistum in Warburg. Die beiden Kirchenführer aus Aleppo waren am 22. April vor fünf Jahren verschleppt worden. Ihr Schicksal ist ungeklärt.

Die Kommission Weltkirche der katholischen Bischofskonferenz erinnerte ebenfalls an deren Schicksal. Weltweit haben orientalische christliche Gemeinden in Gottesdiensten und ökumenischen Gedenkfeiern für die entführten Bischöfe gebetet.

Unterdessen hat der Stephanuskreis im Bundestag, ein überkonfessionelles Forum Abgeordneter der Unionsfraktion, ebenfalls die neue Bundesregierung aus Christdemokraten, Christsozialen und Sozialdemokraten aufgefordert, die Suche nach den Entführten energisch zu unterstützen. Auch müsse man sich entschieden für die Religionsfreiheit von Christen im Nahen Osten engagieren. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder versucht schon seit langem, da für mehr Bewusstsein in der Öffentlichkeit und in den Parteien zu sorgen.

Nun hat auch die AfD als stärkste Oppositionspartei dieses Thema aufgegriffen, um die Bundesregierung „vor sich herzutreiben“. Länder, in denen Christen verfolgt werden, sollten zum Beispiel durch eine Beendigung der Entwicklungsgeldzahlungen bestraft werden. Andere Oppositionsparteien lehnen eine Bevorzugung von Christen bei der Flüchtlingshilfe ab, obwohl jene auch wegen ihrer Religion in radikalislamischen Kontexten besonders bedrängt sind und sich nur schwer in islamischen Nachbarländern beheimaten können. Das Argument lautet: Religionsfreiheit fördere man nicht mit einer vorrangigen Option für diese bedrängten Armen. Auch wird syrischen Christen vorgeworfen, dass sie zum Autokraten Assad halten – freilich aus Furcht vor einer dschihadistischen „Alternative“.

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