„Zu Corona darf man Schimpfwörter sagen!“Kinder sprechen über die Pandemie

Seit über einem Jahr ist die Lebenswelt der Kinder stark von der Covid-19-Pandemie geprägt. Wir haben Kita-Kinder zu ihren Gedanken, Sorgen und Erfahrungen befragt.

„Zu Corona darf man Schimpfwörter sagen!“
© Die Nachtheldin rettet die Menschen vor Corona. Von Juli, 6 Jahre.

Wenn das Corona-Virus Ohren hätte und dich hören könnte, was würdest du ihm sagen wollen?

Mika: Du bist bescheuert und sollst verschwinden!
Juli: Ich würde ihm sagen, dass es sofort verschwinden soll und wenn es Nein sagt, wäre ich voll sauer.
Jonas: Geh weg du blöder Dummkopf!
Joel: Dass es scheißblöd ist und verschwinden soll, weil zu Corona darf man Schimpfwörter sagen. Und wenn es das nicht macht, würde ich es hauen.
Hannah: Kannst du bitte weggehen!
Rory: Corona-Virus, geh bitte weg! Geh weg oder ich hau’ dich K.O.!
Mio: Dass es blöd ist!
Lasse: Dass es stinkt, und dass es weggehen soll.
Amy: Lass uns in Ruhe, wir mögen und brauchen dich nicht.

Gibt es etwas, das du besonders vermisst in der Corona-Zeit?

Lasse: Ja, Omamie und Opa.
Hannah: Ich finde es schade, dass wir im Kindergarten nicht mehr unser mitgebrachtes Essen teilen können.
Mio: Omi und Opi!
Juli: Ich hab das Schwimmbad und den Urlaub vermisst.
Rory: Oma und Opa, Granny und Grandad. In andere Länder gehen!
Joel: Meine Freunde Julius und Ferdinand, weil die in einer anderen Gruppe sind.
Amy: Viele Sachen, die früher erlaubt waren sind jetzt verboten, zum Beispiel Schwimmbad, im Restaurant essen gehen, Reisen in andere Länder. Sonst muss man danach lange zu Hause bleiben.
Mika: Ohne Maske in den Laden gehen.
Jonas: Dass man nicht so viele Verabredungen machen kann.

Viele Wochen war der Kindergarten zu. Gibt es etwas Schönes oder Besonderes, das du in dieser Zeit zu Hause erlebt hast? Oder in der Notbetreuung?

Rory: Das Sporttraining von Alba Berlin und Bildermalen. Die Notbetreuung war gut, weil der Morgenkreis schneller war.
Jonas: Ich hab zu Hause ganz viel Lego gespielt.
Amy: Mehr Kinoabende.
Joel: Einmal haben wir mit Mama ein Experiment mit einem Vulkan gemacht und da wurde der ganze Tisch überflutet.
Mika: Ausschlafen und viel Zeit haben.
Juli: Der schönste Tag während Corona war Weihnachten. Ich hab einen Tiger bekommen. Und wir haben uns manchmal ein Wochenthema überlegt, zum Beispiel Unterwasserwelt, und dazu Lego-Sachen gebaut.
Lasse: Ja, da gibt es was Großartiges. Wir waren ganz oft bei Mika. (Betreuungsgemeinschaft)
Mio: Da haben wir Waffeln oder Vesper zum Mittagessen gegessen!

Wenn Corona vorbei ist, was möchtest du als erstes machen?

Mika: Mit vielen Kindern auf einmal spielen!
Lasse: Zu Omamie und Opa fahren.
Mio: Und zum Mundenhof (Tierpark) fahren!
Juli: Ich will alles machen, was jetzt nicht geht. Und eine Riesenparty feiern mit allen meinen Freunden.
Jonas: Einen Filmabend!
Amy: Mit meinen Freunden ins Schwimmbad gehen, Eis essen, ins Restaurant.
Rory: Mit meinen Freunden in der Bärengruppe Verabredungen machen. Eine Riesenparty machen. Granny und Grandad in Irland besuchen.
Joel: Ins Schwimmbad gehen und Eis essen. Und auf den Mundenhof gehen. Und Bäume zerknallen!

Hast du Sorgen wegen Corona?

Mika: Ja, dass alte Menschen sterben.
Juli: Eigentlich nicht. Nur manchmal, wenn wir uns testen, ist es ein bisschen spannend, wie das Ergebnis ist.
Jonas: Ja, wenn ich Corona hätte. Ich könnte nicht in den Kindergarten und keine Freunde treffen.
Joel: Ich mach mir Sorgen, dass Corona vielleicht nie wieder aufhört.
Amy: Ja, dass das nie mehr aufhört. Oder dass es wieder schlechter wird.
Lasse und Mio: Nö, glaub nicht.
Rory: Dass es nie vorbei geht. Dass ich vielleicht Corona kriege.

Stell dir vor, du bist ein*e Superheld*in mit Superkräften. Was würdest du gegen Corona machen?

Juli: Als erstes würde ich es nehmen und mit meinen Superkletterkräften auf einen hohen Baum steigen und es ganz oben festhaken. Und dann würde ich es verbrennen, bis es so heiß ist, dass es kaputt geht. Ich könnte als Superkraft nämlich auch Feuer machen!
Jonas: Ich würde es tot schießen!
Joel: Ich würde es umkreisen, zerschnibbeln, einen Pfannkuchen daraus machen und den dann in den Müll schmeißen. Weil den will ja keiner essen!
Mika: Zuerst würde ich es sichtbar machen, dass es groß wird. Und dann K.O. boxen!
Amy: Ich würde das Coronavirus mit meinen Zauberkräften verbrennen und dann ins Wasser schmeißen, damit die Haie dann den Rest noch essen.
Lasse und Mio: Einfach wegmachen!
Rory: Klein hacken und dann in die Mülltonne schmeißen. Vertreiben!

Vielen Dank an Jonas (5), Lasse (6), Mio (3), Rory, (5), Mika (6), Hannah (5), Amy (6), Joel (4) und Juli (6)!

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