Malen wie in der SteinzeitEine kreative Idee mit Packpapier, Rußstöcken und Erdpigmenten

Mit einer glühenden Astspitze zu zeichnen ist für Kinder faszinierend. Die Linien sind kohlenschwarz und unregelmäßig. Zusammen mit Erdpigmenten wie Ocker entstehen Zeichnungen, die an Höhlenmalerei erinnern. Eine gestalterische Reise in die Steinzeit.

Malen wie in der Steinzeit
© Anja Horn, Freiberg

Johanna zeichnet ein Mammut ab und sieht sich dazu genau eine detailgetreu modellierte Tierfigur an. Später reibt sie Erdpigmente auf die entstandenen Flächen der Zeichnung. Doch Johannas gestalterische Reise in die Steinzeit beginnt etwas früher, mit dem Feuer: Stumpenkerzen (keine Teelichter) werden auf eine feuerfeste Unterlage gestellt, je vier Kinder können sich um eine Kerze gruppieren. Packpapiere aus Paketen werden geknüllt und zerknittert, um die Struktur einer Höhlenwand nachzuahmen, und dann mit Tesakreppband auf einer Malplatte fixiert. Ein Ast wird unter Aufsicht eines Erwachsenen ins Feuer gehalten, bis die Spitze Feuer fängt. Er wird ausgepustet und wie ein Stift geführt. Rußige Linien entstehen. Der Strich variiert in der Stärke je nach Haltung, er kann verwischt oder ausgewischt werden. Löschwasser und ein nasser Schwamm zum Austupfen von Glut stehen bereit, der Raum ist gut belüftet, Feuerschutzregeln werden eingehalten.
Wer möchte, kann wie Johanna Flächen mit Erdpigmenten färben. Geeignete Erdpigmente sind hier zum Beispiel Ocker, gebrannter Ocker, Umbra, Kreide. Diese Pigmente können mit dem Finger aufgerieben werden (Malkittel anziehen). Danach färbt beziehungsweise verwischt die Zeichnung beim Darüberreiben. Wen dies stört, der sprüht ein Fixativ auf. Rührt man Erdpigmente mit Kleister an, entsteht eine Malfarbe. Reibt man Holzkohlestückchen vom Lagerfeuer (oder manche Steine) auf Schleifpapier oder Feilen, so kann man selbst Farbpigmente herstellen. Kinder lieben dieses Arbeiten und das Pulverisieren.

P. S.: Erdpigmente erhält man im Fachhandel für Naturfarben.

Sicherheitshinweise für das Arbeiten mit offenem Feuer:

  • Begrenzen Sie die Anzahl der Kerzen so, dass die Aufsichtspersonen diese jederzeit im Blick haben.
  • Stellen Sie Löschwassereimer bereit.
  • Jedes Kind bekommt einen nassen Schwamm, mit dem es die glimmenden Funken, die eventuell auf dem Papier liegen bleiben, löschen kann.
  • Haare, Schals etc. sind zurückgebunden.
  • Klären Sie die Kinder vorher über die Gefahren des Feuers auf.
  • Verlässt die Aufsichtsperson den Platz, wird die Kerze sofort gelöscht.
  • Sorgen Sie für eine gute Belüftung im Raum.

So wird's gemacht:

Mit Zeichenkohle oder selbst hergestellten Holzkohlestückchen zeichnen die Kinder auf Papier. © Anja Horn, Freiberg
Um die Struktur einer Höhlenwand nachzuahmen, wird Packpapier zerknüllt und mit Tesakreppband auf eine Malplatte fixiert. © Anja Horn, Freiberg
Wie sahen eigentlich Mammuts aus? Steinzeitliche Abbildungen oder kleine Tierfiguren dienen den Kitakindern als Anschauungsmaterial. © Anja Horn, Freiberg
Ein Stock wird unter Aufsicht eines Erwachsenen ins Feuer gehalten, bis die Spitze Feuer fängt. Er wird ausgepustet und kann von den Kitakindern wie ein Stift geführt werden. © Anja Horn, Freiberg
Stumpenkerzen (keine Teelichter) werden auf eine feuerfeste Unterlage gestellt. Es dauert eine Weile, bis das Holz Feuer fängt. In der Flammenspitze gelingt dies am besten. © Anja Horn, Freiberg
Wer möchte, kann Flächen mit Erdpigmenten färben. Geeignete Erdpigmente sind zum Beispiel Ocker, gebrannter Ocker, Umbra oder Kreide. © Anja Horn, Freiberg
Da der Stock nur kurz glimmt, wird der Darstellungsprozess immer wieder verzögert. © Anja Horn, Freiberg
Auch die Steinzeitmenschen verwendeten Erdpigmente. Wurden sie im Feuer gebrannt und mit aminosaurem Binder (zum Beispiel Tierblut) angerührt, entstanden Höhlen-Malereifarben, die zehntausende Jahre überdauerten. © Anja Horn, Freiberg
Rentiere, Gämse, Mammut und Säbelzahntiere – manche Tiere der Steinzeit sind mittlerweile ausgestorben. © Anja Horn, Freiberg
Erdpigmente erhält man im Fachhandel für Naturfarben. Die Pigmente lassen sich gut mit den Finger verreiben. © Anja Horn, Freiberg
Die Kohlezeichnung selbst hat einen hohen Eigenwert als grafische Arbeit. © Anja Horn, Freiberg
Reibt man Holzkohlestückchen vom Lagerfeuer (oder manche Steine) auf Schleifpapier oder Feilen, so kann man selbst Farbpigmente herstellen. Die Kinder lieben dieses Arbeiten und das Pulverisieren. © Anja Horn, Freiberg
Zeichnen mit Kohle ist eine elementare Art zu gestalten. Je nach Haltung verwischen die Striche in der Stärke. © Anja Horn, Freiberg
Beim Drüberreiben verwischt die Kohlezeichnung. Wen dies stört, der sprüht einfach ein Fixativ auf. © Anja Horn, Freiberg
Welche Art von Werkzeuge und Waffen nutzen die Menschen in der Steinzeit? Steinäxte, Pfeile und Bogen können mit Hilfe von Stöcken, Steinen und Schnüren selbst hergestellt werden. © Anja Horn, Freiberg

Bildungsaspekte

Feuer fasziniert Kinder. Durch den geschützten Umgang lernen die Kinder dieses Urelement und den vorsichtigen Umgang damit kennen. Für ihre Malerei verwendeten Steinzeitmenschen Erdpigmente. Wurden sie im Feuer gebrannt und mit aminosaurem Binder (zum Beispiel Tierblut) angerührt, entstanden Höhlen-Malereifarben, die zehntausende Jahre überdauerten. Steinzeitabenteuer beantworten Fragen der Kinder nach den Anfängen des Menschseins, ermöglichen archaische Rollenspiele, in denen man sich bewaffnen, schützen und Gefahren erleben kann. Sammelt man Stöcke und Steine, kann man Werkzeuge oder Waffen nach Art der Steinzeit herstellen und erleben, wie schwierig das Überleben für die Menschen damals war. Eine Hütte aus Stöcken oder ein selbst gemachtes Lagerfeuer bieten die perfekte Kulisse für Rollenspiele.

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