Warum sich Kirchenreformer nicht einschüchtern lassen solltenSchluss mit den Tabus!

Der sexuelle Missbrauch konnte in der katholischen Kirche nur deshalb so um sich greifen, weil es in ihr eine Kultur von Tabus und Redeverboten gibt. Bis heute werden unbequeme Theologen von Rom gemaßregelt. Der Verweis auf die Einheit der Weltkirche dient nur der Einschüchterung. Wer die Kirche hierzulande reformieren will, darf sich davon nicht irre machen lassen.

In seinem Roman „Die Musterschüler“ beschreibt der österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier meisterhaft beklemmend die – mit heutigen Stichworten würde man sagen – von spirituellem Missbrauch und sexualisierter Gewalt durchtränkte Kultur eines katholischen Heims der frühen sechziger Jahre. Der Versuch eines ehemaligen Schülers, aus dem Abstand von Jahrzehnten den Grund dafür zu finden, warum einer seiner Klassenkameraden verprügelt wurde, offenbart ein Dickicht von Abhängigkeiten, Autoritäten, Beschönigungen und Entschuldigungen, hinter dem die Verantwortlichen derart zurücktreten, dass man der Aufklärung des Geschehens am Ende des Romans kaum näher ist als an seinem Beginn. Bereits dort wird eine Dialektik von Anlass und Ursache entfaltet: „Immer nimmt man einen Anlass für eine Ursache. Weil man nichts anderes bekommt. Man sagt, das war der Anlass, und sucht nach der Ursache und findet doch wieder nur einen Anlass. Und schließlich hat man sich bis zu einem Ende durchgefragt, und das Warum ist beantwortet, aber nichts ist geschehen.“

In einer ähnlichen Spirale des Durchfragens nach Anlässen und Ursachen auf der einen und einer frappierenden Folgenlosigkeit auf der anderen Seite findet sich die katholische Kirche in Deutschland wieder. Vordergründig hat sie sich dem Phänomen sexuellen Missbrauchs in ihrer Mitte gestellt. Die sogenannte MHG-Studie arbeitet die Jahre 1946 bis 2014 auf und es wurden Präventionsmaßnahmen ergriffen, die künftigen Missbrauch verhindern sollen. Es wäre aber eine Illusion zu meinen, die Kirche hätte damit der Sache bereits Genüge getan. In anderen Institutionen und gesellschaftlichen Kontexten geschehe auch Missbrauch, heißt es immer wieder von kirchlicher Seite, angeblich um die Proportionen nicht aus dem Blick zu verlieren. Aber Missbrauch geschieht nur dort, wo er geschehen kann. Die Gründe, aus denen er in der Schule, dem Sportverein oder der Kirche möglich wird, sind jedoch unterschiedlich, weshalb jede dieser Institutionen nach den spezifischen Bedingungen fragen muss, die dem Missbrauch einen Raum des Möglichen in ihr eröffnen.

Wenn die Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs und seiner Vertuschung in der katholischen Kirche also zum Anlass genommen wird, diese Institution, ihre Dogmatik und ihre Struktur grundsätzlich unter die Lupe zu nehmen, hat das nichts – wie gelegentlich eingewandt wird – mit einem „Missbrauch des Missbrauchs“ zu tun, sondern stellt den Versuch dar, das spezifisch katholische Profil dieses missbrauchsermöglichenden Kann herauszuarbeiten, in seine theologischen Kontexte einzuordnen und Folgen aus jenem Skandal zu ziehen, der die Kirche unserer Tage erschüttert wie kein zweiter.

Dabei ist es nicht hilfreich, die üblichen Verdächtigen, die in der Kirche für vieles herhalten müssen – die Homosexuellen, die Theologie, die gottlose Gesellschaft – in die ekklesialen Verfallsnarrative so einzuflechten, dass die Kirche sich am Ende selbst als Opfer des Missbrauchs zu bemitleiden vermag. Statt institutioneller Apologetik empfiehlt sich institutionelle Selbstkritik. Ich möchte mich dazu auf eine bescheidene Frage konzentrieren: Worüber darf in der Kirche gesprochen werden? Das scheint mir die katholische Schicksalsfrage der Gegenwart zu sein. Sie ist wichtig, um zu verstehen, wie es möglich war, dass Missbrauch so lange vertuscht werden konnte. Und die Antwort ist der Prüfstein dafür, ob der Synodale Weg eine – ohnehin nur sehr geringe – Chance hat, ein Erfolg zu werden.

Die katholische Kirche zeigt sich janusköpfig. Auf der einen Seite wird in ihr eine Rhetorik der Offenheit und der Freiheit gepflegt. Bibelsprüche, wie „zur Freiheit hat Christus uns befreit“ (Gal 5,1) oder „wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit“ (2 Kor 3,17), erfreuen sich großer Beliebtheit als Predigtthemen und Wahlsprüche. Auf der anderen Seite ist die Kirche ein von Sprech- und Denkverboten geprägter Raum, in dem jenseits eines Pathos der Freiheit an Freiheit nicht viel übrig bleibt. Es gibt Themen, die von Amts wegen nicht diskutiert werden dürfen. Dazu gehören etwa amtstheologische oder die Geschlechterverhältnisse betreffende Fragen. Wer diese Tabus bricht, bekommt den Zorn einer fanatisierten Kurialbürokratie zu spüren, die mit aller Gewalt versucht (die Betonung liegt auf versucht, denn gelingen will das heute nicht mehr), die Tabubrecher zum Schweigen zu bringen. Eine solche Kirche ist ein Fremdkörper in einer freiheitlichen Gesellschaft und braucht sich nicht zu wundern, wenn sie in ihr immer mehr an Boden verliert.

Was hat das mit Missbrauch zu tun? Die katholische Kirche verfügt über eine Leitungskultur, die viel Übung darin hat, Dinge machtvoll im Verborgenen zu halten, von denen sie nicht will, dass sie öffentlich besprochen werden. Eine sanktionsfreie Thematisierung von Missständen ist nur dort möglich, wo die Hierarchie es erlaubt und einen Missstand auch hochoffiziell als Missstand anerkennt. Eine solche religiös verbrämte Kultur des Schweigens war die Bedingung für die Möglichkeit, sexuellen Missbrauch, auch wenn er der Kirchenleitung zur Anzeige gebracht wurde, in einer Weise verborgen zu halten, dass die Autorität des Amtes an den Missetaten der Amtsträger, zumindest äußerlich, keinen Schaden nahm. Vorfahrt hatte der Schutz der Institution und ihres Selbstbildes. So hielt man das Vorkommen von und den eigenen Umgang mit Missbrauch lieber unter dem Radar der öffentlichen Wahrnehmung.

Dieses Tabu ist in den letzten Jahren durch medialen Druck, weniger durch eigene Einsicht, gefallen. Heute darf über sexuellen Missbrauch auch in der Kirche offen gesprochen werden. Die Kirchenleitung ermutigt sogar dazu. Das ist ein Fortschritt, den man nicht geringachten und für den man den Bischöfen, auch wenn er ihnen erst abgerungen werden musste, Respekt zollen sollte. In anderen Bereichen bestehen amtskirchlich verhängte Tabus jedoch unvermindert fort. Über Frauenordination zu sprechen, kann für Menschen, die von der Kirche abhängig sind, weil sie zum Beispiel in kirchlichen Einrichtungen arbeiten, auch heute noch existenzbedrohlich werden. Wer es trotzdem tut, kann es sich entweder leisten, weil er als Professor Beamter eines Staates ist, der ihn – Gott sei’s gedankt – vor den Inquisitoren der Kirche schützt, oder weil er, wie etwa Anselm Grün, derart große Popularität besitzt, dass selbst die Römische Kurie klug genug ist, nichts zu unternehmen.

Was angesichts eines solchen Gesprächsklimas beim Synodalen Weg, vor allem in den Foren über „Sexualmoral“ sowie „Frauen in Diensten und Ämtern der Kirche“, herauskommen soll, ist mir ein Rätsel. Ich sehe die Erfolgsaussichten dieses Projekts mit großer Skepsis. Wenn es nicht schon von vornherein scheitern will, muss es sich zunächst einen Raum des Sagbaren erkämpfen. Dieser Raum ruht auf zwei Pfeilern: dem Willen, die kirchliche Einheit zu bewahren, und dem Unwillen, sich dabei die „Weltkirche“ als Schlafmittel verabreichen zu lassen.

Manche behaupten, es bestehe bereits ein unausgesprochenes Schisma, das mitten durch die Kirche hindurchgehe. Dieses angebliche Schisma wird entlang unterschiedlicher Bruchlinien gezogen: zwischen Konservativen und Liberalen, zwischen Hierarchen und „einfachen“ Gläubigen oder zwischen den Ortskirchen verschiedener Erdteile. Ich halte diese Diagnose für falsch. Das Bemerkenswerte an der gegenwärtigen Lage in Deutschland ist doch, dass es trotz größter Unzufriedenheit unter den Katholiken gerade nicht zu Ausgründungen kirchlicher Gemeinschaften oder religiös motivierten Wanderungen zu anderen Konfessionen kommt, sondern dass immer noch die meisten derjenigen, die sich an der katholischen Kirche reiben, in dieser Kirche bleiben.

Weder der Vorwurf, dass die sogenannten Reformer eine neue Kirche kreieren wollen, noch die Aufforderung, sie sollten doch evangelisch werden, weil dort ja all ihre Forderungen bereits erfüllt seien, erfassen, was vor sich geht: Diejenigen, die geblieben sind und sich nun am Synodalen Weg beteiligen, gutgläubig immer noch auf Reformen hoffen oder sich in Bewegungen wie „Maria 2.0“ organisieren, empfinden die katholische Kirche als ihre Heimat. Wäre dem nicht so, würden sie einfach gehen. Dass trotz unvereinbarer Positionen die Einheit der Kirche noch nicht aufgekündigt wurde, zeigt, wie stark die Bindekräfte des Katholischen und wie groß der Wille zur Einheit immer noch sind. Das unterscheidet die katholische Kirche grundlegend von anderen, etwa den Anglikanern, die oft als abschreckendes Beispiel einer Kirche angeführt werden, die angeblich an Reformen zerbrochen sei, die aber nie jene weltkirchlichen Zentripetalkräfte kannte, die das Katholischsein auszeichnen. Dieser Wille zur Einheit ist ein hohes Gut.

Die „Weltkirche“ darf kein Grund sein, dass sich bei uns nichts ändert

Die Verbundenheit mit der „Weltkirche“ darf jedoch nicht immer als Grund dafür herhalten, dass sich in Deutschland nichts ändert. Denn diese Weltkirche oder – genauer gesagt – die universale, katholische Kirche besteht „in“ und „aus“ Teilkirchen (LG 23). Jedes Bistum ist im vollen Sinne Kirche, auch wenn es allein nicht die ganze Kirche ist, sondern diese Kirche erst mit anderen konstituiert. Deshalb kann weltkirchliche Meinungsbildung nicht einfach top-down erfolgen. Die Bischöfe sind Repräsentanten universalkirchlicher Einheit in ihren Diözesen („in“ denen durch sie die katholische Kirche sakramental gegenwärtig ist), aber sie sind genauso auch Repräsentanten der Anliegen ihrer Diözesen („aus“ denen die Kirche besteht) auf universalkirchlicher Ebene.

Die erste Rolle, also das eindringliche Mahnen, dieses oder jenes sei mit Rücksicht auf die Weltkirche ortskirchlich nicht möglich, haben die Bischöfe in den vergangenen Jahren meisterhaft gespielt. Die zweite Rolle, die sie weltkirchliche Anwälte ortskirchlicher Anliegen sein lässt, müssen die meisten von ihnen noch einstudieren. Dabei könnte sich – um in der Theatermetaphorik zu bleiben – herausstellen, dass der ausweichend entschuldigende Verweis auf die Weltkirche bloß eine bunburysierende Attitüde darstellt. Oscar Wildes Bühnenfigur Algernon Moncrieff erfindet, um sich unangenehmen Verpflichtungen zu entziehen, einen Freund namens Bunbury, auf den er angeblich beständig Rücksicht nehmen müsse, der tatsächlich aber nur dazu dient, den eigenen Aufgaben guten Gewissens entfliehen zu können. Die ominöse Weltkirche trägt unverkennbare Züge von Bunbury. Sie ist schwer zu fassen, es scheint ein konservatives Monopol auf sie zu geben und sie kommt strategisch stets im rechten Augenblick zum Einsatz.

Dabei können weltkirchliche Erfahrungen durchaus mehrdeutig sein. Meine Familie mütterlicherseits kommt aus Frankreich. Der Staatsangehörigkeit nach bin ich auch Franzose. Ich habe den Eindruck, dass in den frankophonen Ländern – bis auf die Finanzlage – ähnliche pastorale Probleme vorherrschen wie in Deutschland und ähnliche Fragen, angefangen von Frauenrechten bis hin zur Stellung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften, diskutiert werden. Mehrere Jahre habe ich regelmäßig in den USA gelehrt. Dort gibt es eine große Kluft. Auf der einen Seite steht ein kirchenpolitisch rechter Flügel, gestützt von einer Mehrheit der Bischöfe, die der Papst frei ernennen kann und die jahrzehntelang vor allem danach ausgewählt wurden, wie sie sich zu Abtreibung und Frauenordination positionieren. Auf der anderen Seite gibt es aber eine breite, liberale Strömung innerhalb des amerikanischen Katholizismus, die viele Anliegen des Synodalen Weges teilen dürfte. Ich habe den Eindruck, dass es sich in Irland oder Australien nicht anders verhält. Und welches Reformpotenzial in Lateinamerika steckt, wird die Amazonas-Synode im Herbst erweisen.

Kurzum: Man darf die Weltkirche nicht schlechthin mit dem identifizieren, was einige laute Bischöfe von sich geben. Die Positionen innerhalb des Katholizismus sind nicht nur in Deutschland vielfältiger geworden und deshalb immer weniger über einen Kamm zu scheren. Dass diese Vielfalt immer noch von einem Willen zur Einheit beseelt ist und diese Einheit ja auch faktisch aufrechterhalten wird, macht es nötig, sie wahrzunehmen und ihr eine Stimme innerhalb der Kirche zu geben. Das gelingt nur, wenn der Raum des Sagbaren sich in der katholischen Kirche erweitert. Die selbst auferlegten Tabuisierungen, die einen wesentlichen Anteil an dem beklagenswerten Zustand haben, in dem die Kirche sich derzeit befindet, müssen an ein Ende kommen.

Eine offene Gesprächskultur braucht nicht, wie oft befürchtet, im Relativismus zu enden. Denn – es ist trivial – nicht jede Aussage ist wahr und nicht jeder, der irgendetwas sagt, hat Recht. Was wahr ist und wer Recht hat, lässt sich aber nicht durch den Einsatz von Autorität klären, sondern durch das Abwägen von Argumenten. Ansonsten würde die Wahrheitsfrage zu einer Machtfrage. Das ist sie in der katholischen Kirche lange gewesen. Es liegt im Interesse der Kirche, dass sich das ändert. Ansonsten zerbröselt nämlich mit der Macht eines bestimmten Kirchenbildes, das derzeit unzweifelhaft Auflösungserscheinungen zeigt, auch die Wahrheit, die die Kirche zu verkünden hat.

Damit das nicht passiert, braucht die Kirche den Mut, offen und kontrovers um eine Gestalt zu ringen, die sie heute als evangeliumsgemäß ausweist. Evangeliumsgemäß, um ein protestantisierendes Missverständnis auszuschließen, heißt nicht Rückkehr zur Bibel. „Evangelium“ bezeichnet hier keine literarische Gattung und kein Textkorpus, sondern einen altehrwürdigen, theologischen Reflexionsbegriff. „Der Geist Gottes, des Herrn, ruht auf mir. Denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, um den Armen das Evangelium zu bringen, um die zu heilen, die gebrochenen Herzens sind, um den Gefangenen die Freilassung auszurufen und den Gefesselten die Befreiung.“ (Jes 61,1) Bereits Paulus, dessen Briefe die ältesten Schriften des Neuen Testaments sind, hat sich den sowohl in der Septuaginta als auch in der paganen Welt anzutreffenden Begriff zu eigen gemacht und spricht vom „Evangelium Gottes“ (1 Thess 2,2) sowie dem „Evangelium Jesu Christi“ (1 Thess 3,2), um prägnant zusammenzufassen, was in Jesus geschehen ist und worin die bleibende Bedeutung Jesu besteht: Er ist der mit Gottes Geist begabte Gesalbte, der Christus, der den Armen eine Frohe Botschaft bringt, indem er heilt, befreit und löst.

Die Teilhabe an diesem Evangelium geschieht durch den Glauben. In dem Sinne ist das Evangelium „Kraft Gottes zur Rettung, jedem der glaubt.“ (Röm 1,16) Glaube ist nach christlichem Verständnis eine Antwort des Menschen auf die Ansprache durch Gott, die ihm (auch) im Verkündigungswort der Kirche menschlich entgegenkommt. Will diese Verkündigung erreichen, was ihr Zweck ist, nämlich Glauben zu erwirken, muss sie deutlich machen, inwiefern in ihr eine „Kraft zur Rettung“ ins Wort gefasst wird. Das kann nicht beliebig, muss aber zeitbedingt geschehen. Warum etwa in einer misogynen und homophoben Organisation, die eine ständische Ordnung zum göttlichen Willen erklärt, die „Kraft Gottes zur Rettung“ am Werk sein soll, lässt sich unter heutigen Standards einer guten und gerechten Gesellschaft kaum verständlich machen. Da das Verkündigen aber der Auftrag der Kirche schlechthin ist, kann die Kirche sich nicht darum drücken, ihre Struktur und ihre Lehre – auch um den Preis der dogmatischen Selbstkorrektur – stets danach zu befragen, ob sie auf der Höhe der Gegenwart evangeliumsgemäß und ihrem Auftrag dienlich sind. Das setzt Selbstkritik voraus, die wiederum Denk- und Sprechverbote ausschließt.

Die geforderte Selbstkritik hat ihren Ort in der Gemeinschaft der Kirche, die eine weltweite ist und die es als weltweite zu bewahren gilt. Alles andere wäre in der Tat nicht katholisch. Unter dem Vorwand der Weltkirche nicht über theologisch Fragwürdiges sprechen und streiten zu dürfen, wäre jedoch absurd. Denn gerade weil die Kirche ein Leib aus vielen Gliedern ist, gilt: „Wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit“ (1 Kor 12,26). Es ist also im Sinne weltkirchlicher Solidarität durchaus zumutbar, die universale Kirche mit drängenden Anfragen der Ortskirchen aus Deutschland zu behelligen, zumal sich dann zeigen dürfte, dass die in Deutschland gestellten Fragen auch anderswo schon lange diskutiert werden. Es gehört zur Taktik eines auf Einschüchterung gebauten und auf Konsensfassaden abzielenden Systems, jedem für sich zu suggerieren, dass er der Einzige sei, der den Hausfrieden störe. Man kann nur hoffen, dass die Teilnehmer des Synodalen Weges – Laien wie Bischöfe – den Mut aufbringen, sich davon nicht beeindrucken zu lassen.

Anzeige
Anzeige: Eberhard Schockenhoff - Die Kunst zu lieben

Herder Korrespondenz-Newsletter

Ja, ich möchte den kostenlosen Herder Korrespondenz-Newsletter abonnieren und willige somit in die Verwendung meiner Kontaktdaten zum Zwecke des eMail-Marketings des Verlag Herders ein. Dieses Einverständnis kann ich jederzeit widerrufen.