BuchbesprechungJoshua J. McElwee und Cindy Wooden (Hg.): A Pope Francis Lexicon

„Diktatur des Relativismus“, „Hermeneutik der Kontinuität“, „Glaube und Vernunft“ – das wären wohl mögliche Stichworte in einem „Papst-Benedikt-Lexikon“ gewesen. Doch ein solches Lexikon ist nie erschienen. „Peripherie“, „Unterscheidung“, „Satan“ – das sind Begriffe aus dem „Pope Francis Lexicon“, das tatsächlich erschienen ist, pünktlich zum fünfjährigen Pontifikatsjubliäum des argentinischen Papstes. Zahlreiche bekannte Journalisten, Theologen und Bischöfe vor allem aus dem englischen Sprachraum haben daran mitgewirkt. Jeder von ihnen hat vier oder fünf Seiten zu den zentralen Leitworten des Pontifikats beigesteuert, darunter Kardinäle wie Donald Wuerl, Seán O’Malley oder auch Óscar Maradiaga. Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., hat ein Vorwort beigesteuert. Herausgegeben wurde es von den beiden als Korrespondenten in Rom tätigen US-Journalisten Joshua J. McElwee und Cindy Wooden.

Es gehört zu den Eigenschaften von Papst Franziskus, dass sich seine Verkündigung um einige Kernbegriffe dreht, auf die er immer wieder zurückkommt. Damit bestimmt Franziskus die theologische und innerkirchliche Diskussion stark mit. Niemand hätte im katholischen Bereich vor einigen Jahren den Ausdruck „Feldlazarett“ verwendet. Nun ist er zur Metapher für die pastorale Natur der Kirche geworden. „Die Medizin in diesem Feldlazarett hat einen Namen. Sie heißt Barmherzigkeit“, schreibt der Kardinal von Chicago, Blase Cupich. Mit der „Barmherzigkeit“ fällt ein weiteres franziskanisches Leitwort, das natürlich auch einen Eintrag im „Pope Francis Lexicon“ erhalten hat.

„Dieses Buch ist ideal“, sagte Kurienkardinal Kevin Farrell bei der offiziellen Vorstellung des Buches in Rom. Denn es helfe allen Experten, insbesondere auch Medienvertretern, das Denken des Papstes besser zu verstehen und weiterzugeben. Naturgemäß sind bei einem so angelegten Buch kritische Anmerkungen zum Denken von Papst Franziskus kaum zu finden. Höchstens etwas abwartend äußert sich die indische Feministin und Theologin Astrid Lobo Gajiwala beim Stichwort „Frauen“: „Was die Haltung von Papst Franziskus zu Frauenthemen angeht, steht das Urteil noch aus.

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Joshua J. McElwee und Cindy Wooden (Hg.)

A Pope Francis Lexicon, Liturgical Press

Collegeville 2018, 204 S., 20,88 € (D)