Evangelische KircheAm EKD-Ratsvorsitzenden Heinrich Bedford-Strohm führt kein Weg vorbei

Wenn vom 8. bis 11. November die Synode und die Kirchenkonferenz der Evangelischen Kirche in Deutschland in Bremen zusammenkommen, stehen drei Dinge so gut wie fest: Es wird ein neuer Rat der EKD gewählt. Der braucht einen Vorsitzenden. Und das ist mit großer Wahrscheinlichkeit der bayerische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Der Schüler Wolfgang Hubers ist unangefochten, seit er im letzten Herbst in Dresden das Amt an der Spitze des deutschen Protestantismus übernommen hatte. Zwar halten ihm konservative Kreise seine Mitwirkung in einem Islamzentrum vor, zwar kritisieren Friedensgruppen sein Eintreten für Waffenhilfe für die Kurden. Aber der evangelische Facebook-Bischof, der über jeden seiner Schritte in dem sozialen Netzwerk informiert, ist im Grunde ein für alle akzeptabler Mann der Mitte.

Aber wer wird außer dem bayerischen Theologen noch im Rat der EKD Platz nehmen? Darüber berät traditionell der Ratswahlausschuss, der seinen Vorschlag für die weiteren Ratsmandate noch nicht vorgelegt hat. Fest steht nur, dass die Geschlechtergerechtigkeit und die bekenntnismäßige und landschaftliche Gliederung der EKD bei den mindestens 15 Vorschlägen berücksichtigt werden müssen. In der Kirche gelten jedenfalls die Bischöfin von Hamburg, Kirsten Fehrs, der Berliner Bischof Markus Dröge als sichere Kandidaten für eine Mitgliedschaft im Rat. Auch die mitteldeutsche Bischöfin Ilse Junkermann hätte als Gastgeberin des Reformationsjubiläums 2017 wohl gute Chancen, wollte sie in den Rat der EKD. Deutlich weniger als in den letzten Jahren dürfte dagegen die Politik im Rat der EKD vertreten sein: Der profilierteste CDU-Vertreter in der EKD-Synode, Gesundheitsminister Hermann Gröhe, ist wegen seines Ministeramts nicht wählbar, Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt hatte bekanntlich ihr Präsesamt in der letzten Synode niedergelegt. Bliebe nur die SPD-Bundestagsabgeordnete Kerstin Griese, die für eine Mitgliedschaft im Rat der EKD allerdings in Frage käme (vgl. dieses Heft, 502).

Auf dem Programm der mehrtägigen Tagung steht darüber hinaus ein Schwerpunktthema zum Reformationsjubiläum, in dessen Rahmen unter anderem der frühere Bundesverfassungsrichter Udo di Fabio vor der Synode sprechen wird. In seiner medialen Wirkung läuft dieses Thema freilich Gefahr, von aktuellen Beschlüssen der Synode zum Thema Flüchtlinge überstrahlt zu werden. Ökumenisch interessant dürfte dagegen der Blick in die Tagungen der konfessionellen Bünde, der „Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands“ (VELKD) und der „Union Evangelischer Kirchen in der EKD“ (UEK) werden. Denn in der VELKD steht mit einer Erklärung zur wechselseitigen Anerkennung von Konfirmation und Firmung mit dem katholischen Bistum der Altkatholiken in Deutschland ein Dokument auf der Tagesordnung, das zumindest für Ökumeniker spannend werden dürfte.

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