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Anzeige: Mitten im Leben. Post von Margot Käßmann?

Über diese Ausgabe

Leitartikel

  • Plus S. 1-3

    LeitartikelHoffnungslose Lebenslagen

    Zum „abgehängten Prekariat“ zählt eine Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung etwa acht Prozent der Deutschen. Ihr Gruppenmerkmal: Sie haben die Hoffnung aufgegeben, an ihrer wirtschaftlichen und sozialen Lage etwas ändern zu können, für sich selbst nicht und auch nicht für ihre Kinder. Diese Perspektivlosigkeit hatte der SPD-Parteivorsitzende Kurt Beck im Blick, als er von dem „neuen Unterschichten-Problem“ in Deutschland sprach. Innerhalb der beiden großen Kirchen, in ihren Werken Diakonie und Caritas hat man die Unterschichts-Aufregung mit gemischten Gefühlen und einer gewissen Spannung verfolgt. Überrascht war man in den Kirchen und ihren Wohlfahrtsverbänden jedoch nicht. Seit langem weist man schon hin auf die sich verfestigende Armut in Deutschland und auf deren gesellschaftliche und psychosozialen Folgen. Für die Kirche aber als "allumfassendes Sakrament des Heiles, welches das Geheimnis der Liebe Gottes zu den Menschen zugleich offenbart und verwirklicht" - so formuliert es die Pastoralkonstitution „Gaudium et spes“ - stellen die zum Teil wirklich heil-losen Lebenslagen eine enorme Herausforderung dar. Und wie anders als heillos lassen sich diese Perspektiv- und Hoffnungslosigkeit beschreiben, wie anders der Verlust der eigenen Handlungsfähigkeit, der verlorene Bezug zur Zukunft? Auch die Kirche muss noch ihre eigene „Unterschichts-Debatte“ führen. Um herauszufinden, wie jenseits des absichtslosen Dienstes der Caritas auch im „abgehängten Prekariat“ das Reden und Lebenszeugnis vom Gott des Lebens glücken kann, das Zeugnis für das johanneische „Leben in Fülle“.

Kommentar

  • Plus S. 4-5

    KommentarSensibilität

    Ein schlichtes Verbot multireligiöser Feiern an Schulen hilft nicht weiter.

  • Plus S. 5

    KommentarAnschub

    Der katholisch-orthodoxe Dialog gewinnt wieder an Fahrt.

Aktuell

  • Plus S. 7-9

    AnglikanerDer Dialog mit Rom bleibt schwierig

    Ende November 2006 besuchte der Erzbischof von Canterbury Rom und traf dabei mit Benedikt XVI. zusammen. Beide bekannten sich zur Fortsetzung des vor vierzig Jahren begonnenen anglikanisch-katholischen Dialogs, für den das Umfeld allerdings schwierig geworden ist.

  • Plus S. 9-11

    SpanienDie Bischöfe wollen orientieren

    Kürzlich legte die Spanische Bischofskonferenz ein umfangreiches Dokument zur gesellschaftlichen Situation vor. Sie will damit ein Gegengewicht zur Bedrohung durch den „Laizismus” setzen und die Katholiken ermutigen, sich aus dem Glauben heraus zu engagieren.

Blickpunkt

  • Plus S. 11-14

    Der Besuch Benedikts XVI. in der TürkeiBrückenbau zwischen Orient und Okzident

    Keine Reise im bisherigen Pontifikat Benedikts XVI. erschien im Vorfeld so problematisch wie der Besuch in der Türkei Ende November 2006. Dem Papst gelang es, durch seine Aussagen und mehr noch durch seine Gesten das Verhältnis zum Islam zu entkrampfen, gleichzeitig bekannte er sich zur Fortsetzung des Dialogs mit den orthodoxen Kirchen mit dem Ziel der vollen Gemeinschaft.

Interview

Essays

  • Plus S. 25-30

    Das Rollenverständnis der Imame in Deutschland ändert sichAuf dem Weg zum Integrationslotsen?

    Als Hassprediger verschrien, als Integrationslotsen gefordert, stehen Imame erst seit wenigen Jahren im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Unzureichende Sprachkenntnisse erschweren es, dass Imame in Deutschland zu Ansprechpartnern für Kirchen und Kommunen werden. Das Nachdenken über die Rolle der Imame hat jedoch auch innermuslimisch eingesetzt.

  • Plus S. 30-35

    Eine Bilanz zum Thema katholische Kirche im Dritten ReichKirche vor Gericht

    Seit 1945 stellt sich innerhalb und außerhalb der katholischen Kirche die Frage nach der Bewertung ihres Verhaltens im Dritten Reich. Dabei herrschte ein moralisch dominierter Diskurs vor, immer wieder wurde der Kirche öffentlichkeitswirksam Versagen gegenüber dem nationalsozialistischen Unrechtsregime vorgeworfen. Es lohnt sich, die verschiedenen Etappen dieses Prozesses nachzuzeichnen.

  • Plus S. 35-39

    Politik und Kirche in UngarnIrritierende Verflechtungen

    In Ungarn ist das politische Leben extrem polarisiert, zwischen den regierenden Sozialisten und den national-demokratischen Kräften in der Opposition. Die großen Kirchen des Landes haben die jetzige Opposition während ihrer Regierungszeit massiv unterstützt, waren mit dem Staat eng verbunden und haben davon finanziell profitiert. Dementsprechend sind sie jetzt desorientiert.

  • Plus S. 39-44

    Die amerikanischen Bischöfe bemühen sich um KonsolidierungZurück nach Baltimore

    Zu ihrer Vollversammlung im November 2006 trafen sich die US-Bischöfe in Baltimore, dem ersten Bischofssitz auf amerikanischem Boden. Nach den Erschütterungen der letzten Jahre dominierte das Bemühen, die Kirche durch Einschärfung der offiziellen Normen für den Empfang der Sakramente und die Sexualmoral zu stabilisieren. Außerdem soll die Arbeit der Bischofskonferenz konzentriert werden.

  • Plus S. 44-48

    Religionsfreiheit ist kein Exklusivrecht der KirchenDolmetscher oder Lobbyisten?

    Wie können die beiden großen Kirchen in Deutschland ihre eigenen Anliegen glaubwürdig vertreten, angesichts des Anspruchs der Religionsfreiheit und neuer Religionsgemeinschaften? Wo die gesellschaftliche Akzeptanz für die Kooperationen zwischen Staat und Kirche schwindet, kommt es darauf an, das eigene Profil inhaltlich zu schärfen.

Autoren/-innen