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Joachim Gauck: Toleranz: einfach schwer

Über diese Ausgabe

Leitartikel

  • Plus S. 379-381

    LeitartikelVon der Zumutung an die Jugend

    Als man in den Tagen des Pontifikatswechsels und besonders angesichts der vielen fröhlich-trauernden jungen Menschen auf dem Petersplatz fragte, wie es Johannes Paul II. gelingen konnte, die Herzen der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu gewinnen, kehrte ein Motiv immer wieder: Der alte Papst, der in seinen moralischen Forderung an die Jugend keinen Rabatt gewähren wollte, hat ihnen viel zugemutet, zugleich ihnen aber auch viel, noch mehr zugetraut. Sein Vertrauen in die junge Generation war offenkundig unerschütterlich. Er hat dies in Zusagen gefasst wie: Ihr seid die Baumeister einer Zivilisation der Liebe und Gerechtigkeit, Ihr seid die Wächter des Morgen! Beim Weltjugendtag in Köln werden sich die Jugendlichen und jungen Erwachsenen wieder einiges zumuten lassen. Hierzulande werden solche Töne dem einen oder anderen befremdlich in den Ohren klingen, in jedem Fall einen Kontrapunkt setzen. Denn nicht, dass wir derzeit zuwenig über die Jugend redeten. Nur ist diese Rede im Moment alles andere als hoffnungsfroh, kaum von Zuversicht und Vertrauen getragen. Die kirchliche Option für die Jugend gilt es immer wieder neu auszubuchstabieren, im Horizont der gesellschaftlichen Veränderungsprozesse mit einer sich ständig wandelnden Jugendsituation. Option für die Jugend heißt heute, die Jugendlichen in ihrer Sinn- und Orientierungssuche in einer pluralen Gesellschaft zu unterstützen - fraglos eine enorme Herausforderung an die kirchliche Jugendarbeit. Gleichermaßen ist diese aber auch zu einer Option für die Jugend am Rand der Gesellschaft, für die Modernisierungsverlierer verpflichtet.

Kommentar

  • Plus S. 382

    KommentarDurchbruch

    Der katholisch-orthodoxe Dialog kommt wieder in die Gänge.

  • Plus S. 382-383

    KommentarAbgestraft?

    Ein Teil der Grünen rüttelt am kirchenpolitischen und bioethischen Kurs der Partei.

  • Plus S. 383-384

    KommentarBildungsbeitrag

    Das Bischofspapier zum Religionsunterricht weicht den Problemen nicht aus.

Aktuell

  • Plus S. 385-386

    EucharistieAuf dem Weg zur Bischofssynode

    Im Oktober wird sich die Bischofssynode bei ihrer Vollversammlung mit dem Thema Eucharistie befassen. Das jetzt veröffentlichte Arbeitspapier dafür zeigt, dass erheblicher Diskussionsbedarf besteht.

  • Plus S. 386-388

    ProtestantismusWie Pfarrer ihr Amt sehen

    Evangelische Pastorinnen und Pastoren verstehen sich in erster Linie als Seelsorger ihrer Gemeinde, von ihrer Kirche erwarten sie nicht viel. Eine Studie der Evangelischlutherischen Landeskirche Hannovers bestätigt frühere Umfragen anderer Landeskirchen.

Blickpunkt

Interview

Essays

  • Plus S. 398-403

    Wird das Mögliche zum Maßstab des Erlaubten?Zwischen Klonen und Sterbehilfe

    Nahezu alle bioethischen Problemfelder werden derzeit aufgerufen: Vom Klonen über Stammzellforschung, Chimärenbildung und Patientenverfügung bis hin zur Sterbehilfe. Bei den Lösungsversuchen dieser Probleme scheint sich ein Konkurrenzkampf von Ethiken zu entwickeln. Eine Ethik des Heilens wird beschworen, um einen Paradigmenwechsel in der Ethik und Rechtswissenschaft vorzubereiten.

  • Plus S. 406-410

    Frankreich erinnert sich an die Trennung von Staat und Kirche vor 100 JahrenDas Rühr-mich-nicht-an-Gesetz

    Das politische, vor allem aber das kirchliche Frankreich gedenkt in diesem Jahr der Trennung von Staat und Kirche vor 100 Jahren. Das Thema ist, vor allem durch die Präsenz des Islams und ihre Folgen, inzwischen wieder einmal von erheblicher Aktualität. Die katholische Kirche gibt sich heute zufrieden mit dem entstandenen Gleichgewicht zwischen dem republikanischen Staat und den Religionsgemeinschaften.

  • Plus S. 410-414

    Neuaufbruch in der deutschsprachigen ReligionspsychologieEine Disziplin im Niemandsland

    In lockerer Reihenfolge veröffentlicht die Herder Korrespondenz Beiträge zum gegenwärtigen Stand der verschiedenen theologischen Disziplinen. Der folgende Beitrag beschreibt aktuelle Fragestellungen in der Religionspsychologie, einem Fach, das weder in der Psychologie noch in der Theologie recht zu Hause zu sein scheint.

  • Plus S. 414-418

    Benedikt XVI. und die Kirche in den Vereinigten StaatenAus dem US-Blickwinkel

    Das erste Echo auf die Wahl Kardinal Ratzingers zum Papst war in den USA bei Katholiken und Nichtkatholiken geteilt: Während Kritiker an Ratzingers rigorose Lehrentscheidungen als Präfekt der Glaubenskongregation erinnern, erhoffen die amerikanischen Bischöfe von ihm klare Glaubensausrichtung und eine starke Führung, die ihnen aus der Krise heraushilft.

  • Plus S. 418-423

    Die Russische Orthodoxe Kirche und Präsident Putin„Gute Früchte der Zusammenarbeit“

    Seit Ende der Sowjetunion ist die Russische Orthodoxe Kirche wieder in ihre Stellung als nationale Institution eingerückt. Diese Entwicklung hat sich unter Präsident Putin fortgesetzt, der sich selber als orthodoxer Christ präsentiert. Kirche und Putin-Administration arbeiten gut zusammen, wobei die Kirche Gefahr läuft, instrumentalisiert zu werden.

  • Plus S. 423-428

    Bosnien-Herzegowina zehn Jahre nach KriegsendeSchwieriges Zusammenleben

    Das Friedensabkommen von Dayton beendete 1995 den Krieg im ehemaligen Jugoslawien, der die Bewohner Bosnien-Herzegowinas, die Jahrhunderte lang mehr oder weniger friedlich miteinander gelebt hatten, plötzlich zu Feinden machte. Wie sieht heute das Zusammenleben der verschiedenen Volksgruppen aus und welche Rolle spielen dabei die Religionen?

Autoren/-innen