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Daniel Bogner: Ihr macht uns die Kirche kaputt... ...doch wir lassen das nicht zu!

Über diese Ausgabe

Leitartikel

  • Plus S. 433-435

    LeitartikelStreit der Kardinäle

    Die Nachbereitung des Ökumenischen Kirchentags in Berlin gerät zum Schlagabtausch, geradezu symptomatisch für die gegenwärtige Stimmungslage in der Kirche: Zwei der „deutschen" Kardinäle, der Kölner Erzbischof Joachim Meisner und der Präfekt der römischen Glaubenskongregation, Josef Ratzinger, hatten zum Doppelschlag ausgeholt: Meisner bezichtigte das gerade einen Monat zurückliegende Großereignis von Berlin, einen „großen Desorientierungs- und Verwirrungsschub" unter den Gemeinden ausgelöst zu haben. Kardinal Ratzinger beklagte die „Konturlosigkeit" des Kirchentags. Beiden war der Ökumenische Kirchentag aber vor allem willkommener Anlass, Ärger und tiefreichender Unzufriedenheit über den generellen Kurs des deutschen Kirchenschiffs Luft zu verschaffen.Überraschend an diesem ganzen Vorgang ist, dass der Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Karl Lehmann - mit seiner vielfach betonten Wertschätzung des Berliner Großereignisses vornehmliches Ziel der kölnisch-römischen Attacke - öffentlich den Fehdehandschuh aufnahm. In einem Beitrag für die nord-ostdeutschen Kirchenzeitungen griff der sonst nimmermüde Moderator und Vermittler seine Kollegen in ungewöhnlich scharfem Ton an und verteidigte den Ökumenischen Kirchentag, besonders aber auch sein persönliches Engagement in Berlin.Hinter dem Streit der Kardinäle steckt aber mehr. Öffentlich und auf höchster Ebene hat offenbar die direkte Auseinandersetzung über den künftigen Kurs der Kirche in Deutschland begonnen - wenn auch nur im Schutz des Sommerlochs.

Kommentar

  • Plus S. 436-437

    KommentarWiedervorlage

    Der Vatikan warnt vor Gleichstellung homosexueller Partnerschaften.

  • Plus S. 437

    KommentarKlärung

    Protestantische Leitlinien zu Glaube und Religionen.

  • Plus S. 438

    KommentarPassionen

    Mel Gibsons Evangelienfilm sorgt schon vor dem Kinostart für Unmut.

Aktuell

  • Plus S. 439-441

    EuropaSymposium über Kirche und Universität

    Die Hochschulpastoral als Chance für die Neuevangelisierung Europas war das bestimmende Thema des vom Rat der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE) mitveranstalteten Symposiums „Universität und Kirche in Europa“, das anlässlich der 700-Jahr-Feier der Universität „La Sapienza“ Mitte Juli in Rom stattfand.

Blickpunkt

  • Plus S. 443-447

    Der EU-Verfassungsentwurf auf dem PrüfstandEs gibt keine Alternative

    Mit der Einsetzung eines Konvents zur Erarbeitung eines Verfassungsvertrags hat die Europäische Union Neuland betreten. Der seit einigen Wochen vorliegende Entwurf kann sich sehen lassen, auch wenn er an manchen Stellen dringend nachgebessert werden sollte. Da die neue EU-Verfassung nach ihrer Unterzeichnung von allen Mitgliedsländern ratifiziert werden muss, wird sie kaum vor 2005/2006 in Kraft treten.

Interview

Essays

  • Plus S. 441-443

    ÖkumeneVollversammlung der Lutheraner

    Vom 21. bis 31. Juli trafen sich in Winnipeg (Kanada) Delegierte aus allen Mitgliedskirchen des Lutherischen Weltbundes zu dessen zehnter Vollversammlung. Sie bekräftigte das ökumenische Engagement der Lutheraner und fragte nach dem Beitrag des Glaubens zur Heilung der Welt.

  • Plus S. 452-456

    Die Diskussion um die Reform der Messe geht weiterGottesdienst wider den Zeitgeist?

    Brauchen wir eine grundlegende Reform der Liturgiereform des Zweiten Vatikanums? Liegt die Lösung des Problems der Rückkehr zur „alten“ Messe mit ihrer vermeintlichen Sakralität und Objektivität? Liturgie hat immer mit Geschichte zu tun, lässt sich nicht ein für allemal festlegen. Gerade deswegen muss man aber sorgfältig mit ihr umgehen.

  • Plus S. 456-462

    Plädoyer für die Enttabuisierung einer GeburtenförderpolitikWarum die Zeit drängt

    In der politischen Rhetorik hat der „demographische Wandel“ in Deutschland inzwischen seinen festen Platz. Aber nach wie vor ist der Bevölkerung nicht ausreichend klar, wie drastisch die niedrige Geburtenrate die Gesellschaft in den kommenden Jahrzehnten verändern wird. Niemand kann mehr Kinder erzwingen; es wäre aber möglich und sinnvoll, jetzt die Rahmenbedingungen so zu verändern, dass in Deutschland mehr Kinder geboren werden.

  • Plus S. 462-466

    Von der Moraltheologie zur (theologischen) EthikTradition und Zeitgenossenschaft

    Vor kurzem erschien der hundertste Band der Reihe „Studien zur theologischen Ethik“, an der sich die weit reichenden Veränderungen dieser Disziplin in den letzten Jahrzehnten ablesen lassen. Aus diesem Anlass macht sich Jean-Pierre Wils (Nijmegen) Gedanken über Möglichkeiten und Grenzen einer heutigen theologischen Ethik. Wir stellen seine pointierten Überlegungen zur Diskussion.

  • Plus S. 466-470

    Die Kirchen Europas und der Dialog mit dem IslamLernprozesse brauchen Zeit

    Weithin unbemerkt von der Öffentlichkeit bemühen sich Vertreter der christlichen Kirchen Europas seit Jahrzehnten um den Dialog mit dem Islam, der inzwischen fast überall in Europa präsent ist. Die Konferenz Europäischer Kirchen und der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen arbeiten dazu im Rahmen eines Ausschusses zusammen. Wie können Christen und Muslime trotz aller Unterschiedlichkeit ihre gemeinsame Verantwortung im säkularen Europa wahrnehmen?

  • Plus S. 470-474

    Die katholische Kirche Lateinamerikas und die UrbevölkerungVersäumnisse von Jahrhunderten

    In den vergangenen Jahrzehnten haben sich die lateinamerikanischen „indígena“, die Nachfahren der vorkolonialen Bevölkerung, mit neuem Selbstbewusstsein zu Wort gemeldet. Diese Bewegung machte auch vor der Kirche nicht halt. Inzwischen gibt es eine „Teología India“ und Bemühungen um eine der Situation der Urbevölkerung angemessene Pastoral. Besonderes Gewicht hat dabei die Frage der Priesterausbildung.

  • Plus S. 474-478

    Der Methodismus 300 Jahre nach John WesleyErbe und Zukunft

    Als Reformbewegung innerhalb der anglikanischen Kirche von England entstanden, ist der Methodismus heute ein wichtiges Element der weltweiten Christenheit. Methodistische Theologie und Frömmigkeit wurden auch über die methodistische Kirchen hinaus wirksam, die derzeit in der Dritten Welt Mitgliederzuwächse zu verzeichnen haben. In Deutschland leben etwa 65 000 Methodisten.

  • Plus S. 479-483

    Islam und politische Entwicklung in PakistanZwischen zwei Krisenherden

    Pakistan wurde seinerzeit als islamischer Staat gegründet und gehört heute zu den Ländern mit der größten Zahl von Muslimen. Seit Jahrzehnten schwelt der Konflikt mit Indien um die Provinz Kaschmir, gleichzeitig ist Pakistan in die Entwicklungen mit Afghanistan einbezogen. Der politische und gesellschaftliche Einfluss islamistischer Bewegungen ist in Pakistan insgesamt relativ gering.

Autoren/-innen