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Über diese Ausgabe

Leitartikel

  • Plus S. 595-597

    LeitartikelVerlorene Heimat

    Vordergründig scheint die Debatte um das vom Bundestag im letzten Jahr beschlossene „Zentrum für Vertreibung" nur ein weiteres Kapitel zu sein in der in Deutschland chronisch schwierigen Auseinandersetzung über Fragen der Identität, der Heimat oder des Nationalstolz. Auch die Debatte über das Vertriebenen-Zentrum folgt vertrauten Stereotypen. Werden aber Konzept und Standort des geplanten Vertriebenenzentrums noch Anlass zu weiterer Diskussion geben, herrscht heute doch im Großen und Ganzen Einmütigkeit, sich dem Thema insgesamt nicht weiter verweigern zu dürfen. Entsprechend überraschte manchen die teils sehr scharfe Reaktion in Polen und der Tschechischen Republik. Sind die alten Wunden noch gar nicht verheilt?Heimatverlust, die Suche nach neuer Heimat, die bleibende Sehnsucht nach der alten oder auch die Zerrissenheit zwischen alter und neuer, gar mehreren „Heimaten" werden Europa aber auch weit über das 20. Jahrhundert hinaus prägen. Derzeit sind es fast 60 Millionen Menschen, die durch Europa ziehen, die außerhalb ihrer Geburtsnation leben. Es gibt kein Land in Europa, das nicht als Transit-, Ein- oder Auswanderungsland betroffen, gelegentlich auch mehrfach betroffen ist. Entsprechend wird am Vorabend der EU-Osterweiterung besonders heftig um Freizügigkeit und Regeln für die Zuwanderung gestritten.

Kommentar

Aktuell

  • Plus S. 601-603

    LiturgieWas ist ein guter Kirchenraum?

    Hinter den Kulissen wird derzeit über die Gestaltung liturgischer Räume gestritten. Ein Brief der Gottesdienstkongregation kritisiert das so genannte Ellipsen-Modell und versucht, die deutschen Bischöfe auf die – teilweise vermeintlich – entgegenstehenden kirchlichen Normen einzuschwören.

  • Plus S. 603-605

    AnglikanerHält die Gemeinschaft zusammen?

    Nach der Weihe des homosexuellen Priesters Gene Robinson zum anglikanischen Bischof in den USA lebt die Anglikanische Gemeinschaft mit der Gefahr einer Spaltung. Eine Kommission soll bis nächsten Herbst Vorschläge zur Krisenbewältigung ausarbeiten.

Blickpunkt

  • Plus S. 605-610

    Die katholische Kirche und ihre ökumenischen BeziehungenKein Grund zur Resignation

    Vom 3. bis 8. November tagte die Vollversammlung des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Wir veröffentlichen in leicht gekürzter Fassung das Eröffnungsreferat, das Kardinal Walter Kasper, der Präsident des Einheitsrats, bei dieser Vollversammlung gehalten hat. Es vermittelt aus erster Hand einen Überblick zu Situation und Perspektiven des katholischen Ökumenismus.

Interview

  • Plus S. 611-616

    Ein Gespräch mit Rüdiger Schloz vom EKD-Planungsstab„Aus dem innerkirchlichen Gehäuse heraus“

    Kurz vor der Tagung der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (vgl. ds. Heft, 616), wurden die ersten Ergebnisse der vierten EKD-Erhebung über Kirchenmitgliedschaft veröffentlicht. Über Zustand und Perspektiven des deutschen Protestantismus sprachen wir aus diesem Anlass mit Rüdiger Schloz vom EKD-Kirchenamt, der an Planung und Auswertung aller bisherigen Kirchenmitgliedschaftsuntersuchungen beteiligt war. Die Fragen stellte Ulrich Ruh.

Essays

  • Plus S. 616-619

    Die EKD-Synode stand im Zeichen der RatswahlUnter neuer Führung

    Wolfgang Huber, seit 1994 Bischof der Evangelischen Kirche von Berlin-Brandenburg, ist neuer Ratsvorsitzender der EKD, der thüringische Landesbischof Christoph Kähler sein Stellvertreter. Neben der Ratswahl befasste sich die Synode der EKD bei ihrer jüngsten Tagung mit dem Schwerpunktthema „Bibel im kulturellen Gedächtnis“.

  • Plus S. 619-623

    Steht die Psychoanalyse vor einem „religious turn“?Enttabuisierung des Glaubens

    Eine Tagung des Dachverbandes der Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker (DGPT) rührte an ein Tabu – die Beschäftigung mit dem Glauben. Dabei zeigte sich ein vielfältiger Zugang zu diesem Phänomen: von der Kultur- und Ideologiekritik des „religious turn“ bis zu Ansätzen einer psychoanalytischen Mystik angesichts der Grenzen unseres Wissens.

  • Plus S. 623-627

    Plädoyer für eine historische KonzilsforschungDie Chance des zweiten Blicks

    Fünf Bände umfasst die von Giuseppe Alberigo herausgegebene Geschichte des Zweiten Vatikanischen Konzils, die auch in deutscher Übersetzung erscheint. Dass dieses Konzil das wichtigste Ereignis für die katholische Kirche im zwanzigsten Jahrhundert war, steht fest. Die Deutung des Zweiten Vatikanums ist allerdings im Fluss: Jetzt befassen sich zunehmend Historiker mit dem Konzil, die es nicht mehr selber erlebt haben und deswegen mit einem neuen Blick an ihren Gegenstand herangehen.

  • Plus S. 627-632

    Die Schweiz nach den eidgenössischen Wahlen 2003Eigenheiten, aber kein Sonderfall

    Die bevorstehende Wahl des Schweizer Bundesrates, der siebenköpfigen Landesregierung, könnte spannend werden. Bei den Parlamentswahlen Ende Oktober entfielen die meisten Stimmen auf die Schweizerische Volkspartei, die bisher in der Regierung nur mit einem Sitz vertreten ist. Der Rückgang der Schweizer Christdemokraten (CVP) hat sich fortgesetzt; die konfessionellen Kleinparteien bleiben Nischenphänomene.

  • Plus S. 632-636

    Evangelische Freikirchen auf dem Boden der einstigen SowjetunionMehr als ein Farbtupfer

    Zum Spektrum der christlichen Kirchen in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion gehören auch baptistische, pfingstlerische und adventistische Gemeinschaften. Zur Sowjetzeit überlebten sie teilweise im Untergrund, seit dem Ende der kommunistischen Herrschaft erleben sie einen Aufschwung. Die meist überschaubaren neo-protestantischen Gemeinden bieten vielen Menschen Halt, die angesichts der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Probleme nach Orientierung suchen.

  • Plus S. 637-642

    Im Sudan sollen endlich die Waffen schweigenFrieden in Sicht?

    Seit 2002 laufen im Sudan Verhandlungen zwischen Regierung und südsudanesischer Befreiungsbewegung zur Lösung des sich seit fünfzig Jahren hinziehenden Konflikts zwischen den Volksgruppen und Religionen. Es besteht die Chance auf einen Friedensschluss noch in diesem Jahr. Allerdings würde ein wirklicher Friede voraussetzen, dass der Nordsudan sein islamistisch-missionarisches Gesellschaftsmodell aufgibt.

  • Plus S. 642-644

    Martin Mosebach zum Streit um Liturgie und LiturgiereformVorgefundene Form

    In einem Beitrag für unser Septemberheft (452 ff.) setzte sich der Fuldaer Liturgiewissenschaftler Andreas Odenthal auch mit dem Buch von Martin Mosebach „Häresie der Formlosigkeit? Die römische Liturgie und ihre Feinde“ auseinander. Wir veröffentlichen eine Stellungnahme von Martin Mosebach zu dieser Kritik.

Autoren/-innen