Ihre PostLeserbriefe

Selbst die Tiere

Zum Leitartikel „In der Freiheit Gottes“ (CIG Nr. 4, S. 1)

Über die Auslegung des Buches Jona habe ich mich gefreut. Es ist mein Lieblingsbuch der Bibel und beschreibt die Paradoxie des Prophetenamts – durch die Bekehrung Ninives wird Jona sozusagen zum „falschen“ Propheten, seine Ankündigungen erfüllen sich nicht.

Zwei wichtige Aspekte der Barmherzigkeit Gottes möchte ich aus dem Text ergänzen. Es heißt (in Jona 4,11): „Soll ich nicht Mitleid haben mit Ninive, der großen Stadt, in der mehr als hundertzwanzigtausend Menschen leben, die zwischen rechts und links nicht unterscheiden können – und außerdem so viel Vieh?“ Gottes Erbarmen gilt also auch den „unverständigen“ Menschen und sogar den Tieren. Das sollte in Zeiten unbarmherziger Massentierhaltung nicht außer Acht gelassen werden.

Dr. Franz Josef Weißenböck, Kirchberg am Wechsel/Österreich

Ungeheuerlich

Zum Wochenrückblick „7 Momente aus 7 Tagen“ (CIG Nr. 4, S. 2)

Dass Franziskus die körperliche Züchtigung von Kindern nicht nur gutheißt, sondern auch noch mit dem strafenden Handeln Gottes vergleicht und als ein Tun aus Liebe deutet, ist ungeheuerlich. Die Behauptung, die züchtigenden Eltern empfänden dabei wie Gott selbst oft größere Schmerzen als das Kind, ist eine skandalöse Entgleisung, die ich dem Papst niemals zugetraut hätte.

Eine innere Stimme flüstert mir zu, dass solche Äußerungen ein Nährboden für den Missbrauch von Kindern waren. Ich bin Jahrgang 1950 und musste mir solches Reden über die Bedeutung körperlicher Züchtigung nicht nur einmal anhören.

Franz Arnold, Spaichingen

Dankbarkeit

Zum Zeitgang „Das Läuten der Abschiedsglocke“ (CIG Nr. 4, S. 3)

Danke für den Beitrag von Andreas Boueke zu seiner Verarbeitung der Diagnose Prostatakrebs. Als selbst Betroffener hilft mir – und das möchte ich dem Beitrag hinzufügen – , in diesen Zumutungen den Ruf Jesu an mich zu hören, ihm als dem leidenden Heiland nachzufolgen. Ich bleibe in meinem Krankheitsschicksal nicht einfach bei der Deutungsmacht der Medizin. Jedes Leidensschicksal ist vielmehr auch eine geistliche Herausforderung, eine spirituelle Erfahrung. Die begrenzten, aber durchaus überlebensnotwendigen Behandlungserfolge der Dialyse machen mich dankbar für die geschenkte Lebenszeit. Dazu gehört ein vertieftes Mitleiden, auch im Gebet, mit den weltweiten Leidensschicksalen aller Menschen.

Dr. Hans Duesberg, München

Ärgernis

Zum Artikel „Geistliche Sterilität oder: Wie geht Fruchtbarkeit?“ (CIG Nr. 4, S. 5)

Ich halte die Gegenüberstellung „die richtigen Dinge tun“ versus „Dinge richtig tun“ für verkürzt. Es ist mir im bürgerlichen Leben ein Ärgernis, wenn Menschen mit großer Verantwortung zwar die – meines Erachtens – richtigen Dinge anstreben, das aber auf eine dermaßen schlechte Art tun, dass sie diesen Dingen Schaden zufügen. Es geht wohl eher darum, das Richtige in der rechten (angemessenen) Art zu tun.

Dr. Michael Bergheim, Höhbeck

Totes Korn?

Zum Beitrag „Osterprozess“ (CIG Nr. 4, S. 8)

Das Hinbringen der Gaben in der Abendmahlsfeier als „innere Selbsthingabe an Christus“ und als „Opfer“ zu sehen, scheint mir nur eine Perspektive. Dazu gehört doch auch die Kritik des Apostels Paulus an der Abendmahlspraxis in Korinth. Für ihn steht ganz praktisch die Überbrückung des Unterschieds zwischen Arm und Reich im Mittelpunkt. Die Reichen, die es sich leisten können, rechtzeitig zum gemeinsamen Mahl zu erscheinen, sollen den Armen die an den Altar gebrachten Gaben, aus denen der Priester Brot und Wein für die Eucharistie ausgewählt hat, nicht wegessen. So wird in der Mahlgemeinschaft das Reich Gottes zeichenhaft im Volk Gottes verwirklicht und der Priester imitiert nicht Christus, der sich als Opfer an den Vater hingibt.

Ewald Keßler, Leimen

In dem Beitrag greifen Sie das Sprachbild auf, dass das Weizenkorn in der Erde stürbe. Auch wenn das Bild aus Johannes 12,24 stammt, ich halte es schlicht für falsch. Ein in die Erde gelegtes Korn stirbt nicht. Es verwandelt sich! Denn aus dem Korn wächst ein Keim und wird zur neuen Weizenpflanze. Wo soll da was gestorben sein?

Hermann Kast, Speyer


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