Ihre PostLeserbriefe

Freier Glaube

Zum Zeitgang „Ermächtigt zu glauben“ (CIG Nr. 35, S. 3)

Für mich ist dieser Text eine echte Offenbarung! Oliver Wintzek lenkt mein Denken in eine Richtung, in der ich bislang nur orientierungslos unterwegs war, allerdings von einer inneren Zustimmung zum Thema „Ermächtigt zu glauben“ begleitet, die ich nicht so zutreffend benennen konnte. Jetzt habe ich mein Denken ordnen können, auch mit Hilfe des entsprechenden Vokabulars. Ich habe neu Mut gefasst, „in souveräner Freiheit zu glauben“.

Egon Weiß, Fraunberg

Vielen Dank für diesen wunderbaren Aufsatz. Als evangelischer Christ habe ich „katholisches Lehramt“ im Geist durch „Vorgaben aus Gemeinde oder Gemeindeverbänden“ ersetzt und fand eine sehr zutreffende Beschreibung des evangelikal-freikirchlichen Selbstverständnisses. Das übrigens auch von den Mitgliedern genau so gewollt wird. Vielleicht beschreibt Oliver Wintzek gar kein rein katholisches Problem, sondern eine weit verbreitete Reaktion vieler Menschen unterschiedlichster Glaubenscouleur auf Verunsicherung durch Aufklärung und Naturwissenschaft.

Dr. Michael Bergheim, Höhbeck

Ja, Gott offenbart sich nicht, aber er lässt sich erfahren. Als ich vom Missionspriesterseminar Sankt Augustin an die Bonner Universität wechselte, verließ ich die Offenbarungstheologie hin zur ermöglichenden Erfahrungstheologie. Ich glaube an das schöpferische, befreiende und froh machende Wirken Gottes hier und heute. Man sollte ganz aufmerksam hinschauen: Gott lässt sich erfahren!

Norbert Schiel, Köln

Übermoral?

Zum Kommentar „Verheddert im eigenen Netz“ (CIG Nr. 35, S. 2)

Die Kirche findet Sexualität nicht verwerflich. Es gibt die Theologie des Leibes, in der Sexualität als etwas Wertvolles dargestellt wird. Sie soll aber in gebührendem Rahmen gelebt werden: in der Ehe. Jeder Mensch und sein Körper sind Geschenke Gottes, die geachtet und als wertvoll gelten sollen. Sowohl der eigene Körper als auch der Körper des Partners müssen liebevoll betrachtet und gepflegt werden. Ich bin auch irritiert über die Ausdrücke „auf Augenhöhe“ und „konsumieren“.

„Mutter dreier Kinder“ (auf cig.de)

Ich kann jede Zeile des Kommentars unterschreiben: Die Kirche erntet, was sie gesät hat. Hohe Moralforderungen bis ins Schlafzimmer – mir haben ältere Ehepaare berichtet, welche Hölle das gemeinsame Bett war. Jetzt wollen die Menschen von dieser Moralanstalt nichts mehr hören. Richtig so.

Walter Lange, Hamburg

Unergründlich

Zum Leitartikel „Denken und anbeten“ (CIG Nr. 35, S. 1)

Ich möchte der wertenden Interpretation der Geheimnishaftigkeit Gottes widersprechen. Für mich ist es genau umgekehrt: Seit ich mit zunehmendem Alter Gott als immer unergründlicher und als Geheimnis erfahre, öffnet sich die Tür aus einem engen Raum in die Weite des unergründlichen, geistigen und räumlichen Universums. „Denken und anbeten“ stimmt für mich nicht, ich erfahre Gott in erster Linie, wenn ich das Denken loslasse, mich im Gebet ganz ihm hingebe, nach innen gehe und dann manchmal seine Stimme vernehme.

Margret Schumann, Ditzingen

Wohl betreut

Zum Beitrag „Sondersysteme“ (CIG Nr. 35, S. 2)

Als Eltern eines geistig schwerbehinderten Kindes möchten wir uns entschieden gegen den Begriff „Sondersysteme“ stellen. Besser wäre der Begriff „Kompetenz-Zentren“, weil verschiedene Berufsgruppen mit sich ergänzenden Fähigkeiten an einem Ort zusammenwirken – zum Wohl der betreuten Personen. Unser Plädoyer: Inklusion vorantreiben, aber nicht auf Kosten der ganz Schwachen, die auf zentrale Einrichtungen dringend angewiesen sind.

Thomas Seibert, Augsburg

Das Wort „Inklusion“ hat zwar einen guten Klang, kann aber nicht die Antwort für alle, besonders Personen mit starken Einschränkungen, sein. Nur der Einsatz von Sonderschullehrkräften und besonderen Unterrichtsmethoden kann am Ende eine gewisse Inklusion in unserer komplizierten, modernen Welt erst möglich machen. In der Praxis sind Sondereinrichtungen, ob Schulen oder Werkstätten, möglichst durchlässig für „normale“ Schulen und Arbeitsplätze. Sie aber pauschal abzuschaffen, wäre für die Betroffenen nur schädlich.

Dr. Mary Heidhues, Göttingen


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