Ökologie des Herzens

In der Garten-Eden-Erzählung sah sich Gott alles an, was er gemacht hatte, und es war sehr gut. Das Sein als Geschenk, als gute Gabe eines großzügigen Gottes, der alles in Fülle erschaffen hat und nichts als gute Absichten hegt. Es gibt Momente im Leben vielleicht jedes Menschen, wo sich das Leben so anfühlt: Oder zumindest eine Ahnung davon. Doch dabei bleibt es leider nicht.

Auch wenn wir selbst nie in Eden waren, hat jeder von uns seine ganz persönliche Geschichte vom Auszug aus dem Paradies, vom Zerbrechen des Urvertrauens. Irgendwann kam auch in unser Leben die Stimme der Schlange mit dem bohrenden Zweifel, ob man es wirklich gut mit uns meint, ob das nicht alles zu schön klingt, um wahr zu sein

Heimkommen. Doch nicht in einen nostalgischen Rückzugsort, das gerade nicht. Denn es gibt etwas Besseres als Eden. Der Weg der Geschichte verläuft nicht rückwärts. Der Geist ist mit denen, die das Neue hervorbringen helfen… Am Ende der Bibel steht etwas Besseres als das alte Paradies. Eine Stadt, in der Bäume des Lebens stehen und kristallklares Wasser fließt. Stadt und Garten zugleich. Eden 2.0 sozusagen. Diese Stadt wird nicht durch menschliches Schuften errichtet, sondern kommt vom Himmel her, wie ein Geschenk. In unserer Welt sind es indes wir, die angefragt sind. Wir sind es, die einer Ökologie des Herzens den Weg bereiten müssen. Müssen – und können.

Johannes Hartl in: „Eden Culture. Ökologie des Herzens für ein neues Morgen“ (Verlag Herder, Freiburg 2021)

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