Vergewaltigungen in Bangladesch / TodesstrafeDas Volk fordert den Tod

In Bangladesch wird die Todesstrafe auf Vergewaltigung nur wenige Tage nach ihrer Einführung zum ersten Mal verhängt.

Bangladesch hat fünf Männer zum Tode verurteilt, die vor acht Jahren ein fünfzehnjähriges Mädchen vergewaltigt haben. Damit wird die Todesstrafe auf Vergewaltigung nur wenige Tage nach ihrer Einführung zum ersten Mal verhängt. Ein Video des Verbrechens war zuvor im Internet zu sehen, daraufhin forderten tausende Menschen in Demonstrationen, die Täter hinzurichten. Der Präsident von Bangladesch Abdul Hamid unterzeichnete eine entsprechende Gesetzesänderung. Bislang stand auf Vergewaltigung lebenslange Haft.

Die Menschenrechts-Kommissarin der Vereinten Nationen Michelle Bachelet lehnt die Änderung und das Urteil ab. Hinrichtungen schreckten potenzielle Täter nicht ab. Drängender sei: die Opfer nicht zu stigmatisieren, ihnen schnellen Zugang zu Gerichten zu ermöglichen, Entschädigungen einzuführen.

Auch „Amnesty International“ kritisierte die Entscheidung: „Dieser rückwärtsgewandte Schritt ist ein Feigenblatt.“ Die Todesstrafe ändere nichts daran, dass Frauen in Bangladesch kaum vor Gewalt und Missbrauch geschützt würden.

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