Johannes EckertSeine Hand ergreifen

Mönche leben mit dem Tod. Zwar schlafen wir nicht in Särgen, wie manche annehmen. Aber der Tod gehört wesentlich zu unserem Leben dazu. Im Kapitel über die Fastenzeit schreibt Benedikt, dass wir mit geistlicher Sehnsucht und Freude das heilige Osterfest erwarten sollen. Hier wird nicht nur eine jährliche Übung, sondern eine Lebenseinstellung beschrieben. Wir erwarten unser Osterfest, und wie die Fastenzeit dient das Leben zur Vorbereitung. So gilt es, das Loslassen wie beim Fasten einzuüben, indem wir versuchen, ganz Gott zu vertrauen. Das mag nicht immer gelingen, da wir oft an unsere Grenzen stoßen. Am Ende des Kapitels über die Werkzeuge der geistlichen Kunst empfiehlt daher Benedikt: „An Gottes Barmherzigkeit niemals verzweifeln.“ Mit all unseren Verfehlungen und Unzulänglichkeiten, mit all unserer Schuld streckt uns der Auferstandene stets seine Hand entgegen. Das ist die geistliche Sehnsucht und Freude, die sich heute und in der Stunde unseres Todes erfüllen kann.

Johannes Eckert in: „Im Heute leben“ (Verlag Herder, Freiburg 2020)

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