Günther KlempnauerAuf den Geschmack gekommen: Geschichten über Gott

Peter Maffay, Johannes Heesters, Johnny Cash: Mit unzähligen Prominenten hat sich der evangelische Theologe, Religionslehrer und Musikexperte Günther Klempnauer über die Sinn- und die Gottesfrage unterhalten. Die Katholische Nachrichten-Agentur wollte von ihm wissen, ob es nicht schwierig sei, über ein so intimes Thema wie den eigenen Glauben zu sprechen. Seine Antwort: „Im Gegenteil, ich habe im Lauf der Zeit gemerkt, dass ich damit offene Türen einrenne – bei Politikern, Wissenschaftlern, Schauspielern, Rockidolen und Sportlern.“ Dass die Kirchen trotz des großen Interesses an Glaubensfragen leer bleiben, erklärt er sich so: „Wir müssen den Menschen mehr Geschichten erzählen – Glaubensgeschichten, Lebensgeschichten, ohne mit dem moralischen Zeigefinger zu kommen. Nur wenn ich den christlichen Glauben als etwas wahrnehme, was ich existenziell brauchen kann, dann bin ich auch bereit, mich mit der Lehre und mit der Kirche auseinanderzusetzen. Auf die drei menschlichen Sehnsüchte – nach Geborgenheit, Anerkennung und Freiheit – gibt das Evangelium eine Antwort. Aber bevor sich Menschen darauf einlassen können, müssen sie erst einen Anknüpfungspunkt bekommen und auf den Geschmack kommen. Wir brauchen keine Scheu zu haben, uns zu unserem Glauben zu bekennen. Auch unsere Kirchenführer, Bischöfe und Kardinäle sollten mehr Mut haben, authentisch über ihren persönlichen Glauben – auch über ihre Zweifel und ihr Ringen mit Gott – zu sprechen; die Menschen möchten das von ihnen hören.“

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