Alfred DelpDas zerrissene Erbe

Wenn die Kirchen der Menschheit noch einmal das Bild einer zankenden Christenheit zumuten, sind sie abgeschrieben. Wir sollen uns damit abfinden, die Spaltung als geschichtliches Schicksal zu tragen und zugleich als Kreuz. Von den heute Lebenden würde sie keiner noch einmal vollziehen. Und zugleich soll sie unsere dauernde Schmach und Schande sein, da wir nicht imstande waren, das Erbe Christi, seine Liebe, unzerrissen zu hüten.

Alfred Delp, „Das Schicksal der Kirchen“ (1944/45) aus: Ders., „Aufzeichnungen aus dem Gefängnis“ (Verlag Herder, Freiburg 2019 [Neuausgabe])

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