PalermoDer Pater und sein Mafia-„Bruder“

Weil er allzu wohlwollend über einen Mafiaboss geredet hat, steht ein Karmeliterpater in Palermo in der Kritik. Von „unserem Bruder Tommaso“ hatte der Geistliche gesprochen, bezogen auf den verstorbenen Kriminellen Tommaso Spadaro. Hinterher drohte der Pater einem Journalisten, der das freundliche Gedenken bemängelte. Solche Äußerungen seien nicht in Ordnung, wies der zuständige Erzbischof, Corrado Lorefice, den Karmeliten nun zurecht. Mafiosi führten wahrlich kein christliches Leben.

Immer wieder gibt es in Sizilien solche Ungleichzeitigkeiten. Offiziell verurteilt die Kirche die Mafia. Gerade Papst Franziskus wandte sich wiederholt scharf gegen das organisierte Verbrechen, etwa im letzten Jahr, als er erklärte: „Man kann nicht an Gott glauben und gleichzeitig ein Mafioso sein.“ Vor Ort aber sieht es manchmal noch anders aus. Der jetzt auffällig gewordene Priester war bereits in den neunziger Jahren wegen mutmaßlicher Kontakte zu gesuchten Kriminellen bekannt geworden.

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