Mehr Ditib-Imame, mehr Erdogan-Einfluss

350 Imame des staatlich-türkischen Moscheevereins Ditib durften im vergangenen Jahr nach Deutschland einreisen, obwohl zuvor bekannt geworden war, dass Imame in Deutschland als Spitzel gearbeitet und Namen angeblicher Anhänger des Predigers Fethullah Gülen an die Regierung in Ankara weitergegeben hatten. „Die Bundesregierung ist völlig naiv oder verantwortungslos“, wenn sie erwartet, dass der Verein Ditib „die Stärkung demokratischer Haltungen in Deutschland unterstützen soll, der in eine Spionage-Affäre verstrickt ist und an der Einschüchterung von Erdogan-Kritikern und Verfolgung von Andersdenkenden mitwirkt“, kritisierte Sevim Dagdelen, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Linken: „Mehr türkische Diyanet-Imame heißt mehr Erdogan-Einfluss.“ Eine Anfrage der Linken-Fraktion beim Bundesinnenministerium hatte ergeben, dass die Imame Arbeitsvisa mit einer Gültigkeitsdauer von 180 Tagen erhalten haben. Allerdings sei dem Ministerium nicht bekannt, ob die Moscheevorsteher nach Ablauf dieser Frist Deutschland verlassen oder möglicherweise Asyl beantragt haben.

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