Der Erhoffte

Als die Bewohner Jerusalems und ihre Gäste vor dem Passahfest erfahren, auch Jesus, der Prophet aus Galiläa, kommt, versammeln sie sich vor der Stadt. Es heißt: Er kommt, der Erwartete, der Erhoffte. Die Leute reißen Palmzweige ab und winken ihm damit zu: „Gepriesen sei der König! Gepriesen sei, der von Gott kommt! Hilf ihm, Gott du, in den Höhen des Himmels“ (Mt 21,9). Dies alles sei geschehen, damit sich das Wort des Propheten erfüllte: „Ruft dem Volk, das auf dem Zion wohnt, zu: Gebt acht! Euer König kommt! Er kommt ohne Gepränge. Er kommt mit Frieden, reitend auf einem Esel“ (21,5).

Die Worte erinnern an alte Hochzeitslieder, in denen die Braut den Bräutigam besingt. Denn Jerusalem, die Stadt auf dem Zion, ist die „Königin“, Jesus der „König“, und beide werden gekrönt am Tag der Hochzeit: „Kommt alle und seht! Seht den König Salomo mit der Krone, mit der ihn seine Mutter gekrönt hat, am Tag der Freude seines Herzens“ (Hld 3,11). Gefeiert wird hier die Hochzeit zwischen dem Boten Gottes und dem Volk, zwischen Gott und der Erde. Mit dem Bräutigam kommen die Wunder, der Friede, das Heil, die Gewissheit.

Jörg Zink (1922–2016) in: „Vor uns der Tag“ (Topos plus, Kevelaer 2018)

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