RusslandSchlecht für die Orthodoxie, schlecht für Deutschland?

Der Außenamtschef des Moskauer Patriarchats, Metropolit Hilarion Alfejew, hat Serbien davor gewarnt, die engen Bindungen an Russland zu gefährden, indem es sich weiter der Europäischen Union anzunähern versucht. Dieser Prozess würde der Orthodoxie schaden, sie schwächen. Denn bei einem Beitritt Serbiens zur EU müsse Belgrad zum Beispiel gleichgeschlechtliche Partnerschaften mit der Ehe gleichstellen und homosexuellen Paaren das Recht auf die Adoption von Kindern gewähren. Außerdem habe Serbien dann endgültig den Anspruch auf sein historisches Territorium Kosovo aufzugeben. Das alles wäre nicht nur ein „Verrat am serbischen Volk, sondern Verrat an der Orthodoxie“.

Zugleich kritisierte der Metropolit eine – wie er es nannte – „Art von Selbstmord“ durch die aktuelle Zuwanderungspolitik, die den Islam auf eigentlich traditionell christlichen Territorien unterstütze. Laut Hilarions Einschätzung stört der Zustrom von Muslimen nach Europa „das Gleichgewicht, das über Jahrhunderte geschaffen wurde“. Denn – so seine Sicht – die nach Europa übergesiedelten Muslime würden in Wahrheit weder eine Integration in die europäische Gesellschaft und Kultur wünschen noch seien sie an europäischen Werten interessiert. Radikale Vertreter des Islam hätten das sehr offen ausgesprochen. Von der Einwanderung von Muslimen erhofften sie sich, dass diese „ihre Enklaven schaffen, woraus dann in Europa das europäische islamische Kalifat entstehen wird“.

Hilarion zielte direkt auch auf die deutsche Politik: „Es wird die Zeit kommen, in der zum Beispiel die Deutschen aufwachen und in ihrem Land begreifen, dass es nicht mehr ihr Land ist“, so der Metropolit im serbischsprachigen Dienst des staatlichen russischen Online-Portals „Sputnik“. Für die Tatsache, dass auf dem Staatsgebiet des orthodoxen Russland doch selber viele Muslime beheimatet und völlig integriert sind, ja dass es zum Teil sehr gute Beziehungen zwischen diesen und orthodoxen Christen gibt, hat Hilarion wiederum eine Erklärung, die dem Eindruck entgegentreten soll, er sei in seiner Einschätzung widersprüchlich: Die Menschen verschiedener Religionen lebten in Russland eben schon seit Jahrhunderten zusammen und nicht erst seit kurzem wie in etlichen Staaten Europas.

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