Autogenes Training für FachkräfteEntspannung kann man lernen

Im hektischen Kita-Alltag neue Kraft tanken: Die Übungen des Autogenen Trainings können dazu beitragen, in wenigen Minuten spürbare Entlastung zu erfahren.

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© Katrin Imbery

Ein schöner, aber auch herausfordernder Beruf: Pädagogische Fachkräfte in Kita und Tagespflege sehen sich täglich mit vielfältigen Situationen konfrontiert, die Stress erzeugen und Multitasking erfordern. Autogenes Training (AT) kann ihnen dabei helfen, den (Dauer-)Belastungen des oft hektischen Alltags etwas entgegenzusetzen. Mittels mentaler Selbstentspannung beeinflusst AT aktiv die Balance zwischen An- und Entspannung. Das hilft Fachkräften, Stress frühzeitig zu reduzieren und sich als selbstwirksam zu erleben.
AT lässt sich sehr gut in den Kita-Alltag integrieren und an jedem Ort durchführen – auf Wunsch auch, ohne dass die Kolleginnen und Kollegen dies bemerken. Die Methode ermöglicht es, selbst in einer fünfminütigen Pause eine spürbare Entspannung zu erfahren. Um aber in stressigen Situationen wirklich von AT zu profitieren, ist es notwendig, die Anwendung systematisch und kontinuierlich zu üben. Erst durch eine erlernte Selbstkonditionierung wird es schließlich möglich, Reiz-Reaktions-Verbindungen herzustellen, sprich mithilfe von ´Signalwörtern spürbare Entspannungsreaktionen herbeizuführen (s. INFO). Doch wie funktioniert AT nun genau? Das soll im Folgenden näher beleuchtet werden.

Was ist Entspannung?

Wenn sich der Körper entspannt, befindet er sich in einem Zustand, in dem der sog. Parasympathikus aktiviert ist. Dieser Teil des menschlichen Nervensystems ist zuständig für die Regeneration und Erholung des Körpers. Ob sich eine Person entspannen kann, hängt auch davon ab, wie sie An- und Entspannung selbst zu regulieren weiß. Entspannung ist nicht mit einem absoluten Ruhemodus gleichzusetzen. Vielmehr ist es die Fähigkeit, Anspannung selbstwirksam zu verringern und Wohlbefinden herbeizuführen

Die Methode in der Praxis

Ein beispielhafter Blick in die tägliche Pausensituation einer pädagogischen Fachkraft: Nimmt sie in dieser Auszeit immer eine bestimmte Haltung ein, verbunden mit dem Wunsch, sich zu entspannen, wird sich dieser mittelfristig auch erfüllen. Die immergleiche Körperhaltung, in der das AT durchgeführt wird –, z.B. im Droschkenkutschersitz (s. Foto: die Unterarme werden auf die Oberschenkel gelegt und der Oberkörper neigt sich nach vorne) – wird dabei zum Reiz, der eine erste Entspannungsreaktion auslösen kann.
Um solche Reiz-Reaktions-Verbindungen zu aktivieren, müssen die sog. Grundstufenübungen (s. PRAXISTIPP) fünf- bis sechsmal, laut oder in Gedanken, wiederholt werden. In berufstypischen Situationen sind dabei Außenreize, wie z.B. Musik oder Duftöl, eher hinderlich, denn diese müssen zusätzlich hergestellt und zeitlich eingeplant werden. Ein alltagstaugliches Übungsziel sollte daher eher sein, durch AT ohne weitere Hilfsmittel – und auch in einem vollen und lauten Pausenraum – entspannen zu können.
Die sog. Rücknahme schließt die Übungen der Grundstufe ab und strebt die Rückkehr auf ein mittleres sog. Aktivierungsniveau an. So soll verhindert werden, dass Fachkräfte durch die Entspannungsübungen ermüden oder ihre Aufnahmefähigkeit reduziert wird (Hartmann-Strauss 2020). Eine Rücknahme kann etwa durch folgende Schritte erfolgen:

  • Arme bewegen, beugen und strecken,
  • tief ein- und wieder ausatmen,
  • Augen öffnen und wieder in eine aktivierte Sitzhaltung zurückkehren.

Um AT zu erlernen, empfiehlt sich der Besuch eines Kurses, der in die einzelnen Formeln und Übungen einführt. AT-Kurse können im Rahmen präventiver Gesundheitsangebote von Krankenkassen bezuschusst werden.

Die Literaturliste erhalten Sie auf Anfrage bei der Redaktion oder auf www.kleinstkinder.de

Grundstufenübungen des Autogenen Trainings

  • Ich bin ganz ruhig. Mein rechter Arm ist schwer.
  • Ich bin ganz ruhig. Mein rechter Arm ist warm.
  • Ich bin ganz ruhig. Meine Atmung fließt ruhig und regelmäßig.
  • Ich bin ganz ruhig. Mein Herz schlägt ruhig und regelmäßig.
  • Ich bin ganz ruhig. Mein Sonnengeflecht ist strömend warm.
  • Ich bin ganz ruhig. Meine Stirn ist angenehm kühl.
  • Ich bin ganz ruhig.
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